Stahlmann – Bastard

“Kein Meisterwerk“

Artist: Stahlmann

Herkunft: Göttingen, Deutschland

Album: Bastard

Spiellänge: 36:43 Minuten

Genre: Neue Deutsche Härte, Gothic Metal

Release: 16.06.2017

Label: AFM Records

Link: https://www.facebook.com/Stahlmann-138756019513864/

Bandmitglieder:

Gesang – Mart
Gitarre – Frank
Bassgitarre – Ablaz
Schlagzeug – Max

Tracklist:

  1. Leitwolf
  2. Judas
  3. Bastard
  4. Nichts spricht wahre Liebe frei
  5. Wächter
  6. Von Glut zu Asche
  7. Alptraum
  8. Dein Gott
  9. Schwarz und Weiss
  10. Supernova

Schon seit fast 10 Jahren treibt die Band Stahlmann ihr musikalisches „Unwesen“ und veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit ein neues Album. Dabei ist man dem Label AFM Records immer treu geblieben, und über dieses ist am 16.06. auch das fünfte Album Bastard erschienen.

Mit Leitwolf startet das Album so, wie ich es erhofft – und auch ein wenig erwartet – hatte. Man kann es sicherlich noch als Neue Deutsche Härte bezeichnen, allerdings reizen Stahlmann das, wie üblich, nicht bis ins Allerletzte aus. Die harten Gitarren werden oft auf den Takt genau von liebreizenden Keyboard-Klängen begleitet, was in Kombination mit der rauen Stimme von Mart einen interessanten Mix ergibt. Auch mit den folgenden Judas und Bastard kotzt sich Mart textlich mal richtig aus, und zu jedem der drei Songs fällt mir auf Anhieb mindestens eine Person ein, auf die der Text passen würde. So wohlformuliert käme das bei mir allerdings nicht raus 😀

Eben diese wohlformulierten, teilweise sehr tiefsinnigen und immer sehr treffenden Texte sind ein Markenzeichen von Stahlmann, und so singt Mart sicherlich mit diesem oder jenem Song so manchem aus der Seele. Ich kann mich da nicht ausnehmen, allerdings gehört für mich zu einem richtig guten Song auch die Musik, denn sonst könnte ich auch Gedichte lesen. Die musikalische Seite lässt aber leider schon ab dem vierten Song, der reinrassigen Ballade Nichts spricht wahre Liebe frei, doch ziemlich nach und klingt relativ verhalten. Die Power-Ballade Von Glut zu Asche kann dann mal mit zwei kleinen aber feinen Gitarrensoli aufhorchen lassen, und die brezelnden Gitarren zum Einstieg von Alptraum lassen noch hoffen, aber an Leitwolf oder Bastard kommt auch dieser Track nicht ran. Warum es dann mit Schwarz und Weiss noch eine Power-Ballade sein musste, erschließt sich mir dann genauso wenig, wie der schwache Abschluss des Albums, der dann ausgerechnet Supernova heißt, aber zumindest musikalisch nicht hält, was der Titel verspricht. Auch der öfters mal gestartete Versuch, tief wie ein Basso zu singen, ist nicht wirklich von Erfolg gekrönt, denn teilweise klingt es schon arg gepresst (Wächter und Schwarz und Weiss).

Zu einem meiner Anspieltipps, dem Song Bastard, gibt es hier das Video:

Fazit: Nach dem gelungenen Album CO2 aus dem Jahr 2015 und dem tollen Auftritt beim M'era Luna 2016 hatte ich mich auf dieses Album sehr gefreut. Es startet auch, wie geschrieben, so, wie ich Stahlmann am liebsten mag. Mit ein oder zwei Balladen hätte ich auch leben können, aber mir ist das hier zu verhalten und zu sehr in Gothic-Gefilde abgedriftet. Das Genre hat wesentlich bessere Vertreter zu bieten, und die Songs auf diesem Album sind halt nicht das, was ich von Stahlmann erwartet hatte.

Anspieltipps: Leitwolf, Judas und Bastard
Heike L.
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