Ein harter Schlag aus der Vergangenheit trifft mitten in die Magenkuhle. Es ist 1987, Crossover bekommt dank der Dirty Rotten Imbeciles – kurz und liebevoll D.R.I. beschimpft – seinen Namen. Ein wichtiger Vertreter dieser Zunft waren die Poltergeister Cryptic Slaughter angeführt von Les Evans. Nach vier Alben war Ruhe im Karton. Doch nun macht der Saiten-Würger ein neues Kapitel im Crossover Thrash auf: Subversion Trigger heißt die neue Combo und die hat bereits ein selbstbetiteltes Demo mit fünf krawalligen Songs am Start, das jetzt seine offizielle Veröffentlichung auf CD und Tape feiern darf.
Crossover Thrash ist seit jeher vom Weltuntergang geprägt, damals Kalter Krieg, nukleare Bedrohung, Umweltverschmutzung, heute dieselben Themen und dieselbe Wut in einer Viertelstunde auf den Punkt gebracht. Mit Up For The Downfall legt das Quartett aus Seattle mit einem Energiebündel los, das kaum zu stoppen ist. Wild, mit überdrehten Breaks und abgefahrenen Soli gespickt, dazu noch ungestümen Vocals, verbinden Subversion Trigger die unbändige Power des frühen US-Hardcores mit der Struktur des Thrash Metals. Die fünf Tracks explodieren förmlich aus den Lautsprechern. Dass hier alte Männer am Werk sein sollen, ist kaum zu glauben.
Bäm! Bäm! Bäm! Die 80er hämmern an die Tür!
Les Evans hat seine Lektionen in der Thrashzone gelernt, das ist mit jeder Note klar zu erkennen. Highspeed, druckvolles Midtempo und zermalmender Downbeat werden in einen Sound gepackt, der wie die Kombi aus zerfetzten Jeans, Battle Jacket, weißen, ausgetretenen Sneakern und ausgewaschenen Band-Shirts ungefiltert nach 80er-Jahren schreit. Dabei schaffen es Subversion Trigger, ganz eigene Trademarks zu setzen mit den frenetischen Soli, dem polternden Beat und den eigenwilligen, expressiven Vocals.
Was manchmal wie zufällig zusammengestückelt wirkt, und auch nicht immer sinnvoll ineinandergreifend zu sein scheint, ergibt auch erst bei Phonepegel 11 Sinn. Denn nur in diesem Bereich schlagen Kracher wie Revile In Style Funken wie ein Trennschleifer, der sich durch gehärtetes Metall kämpft. Jede der 15 Minuten ist ein Kampf gegen die Trends, die von der Industrie und nicht mehr von den Bands gesetzt werden. Wie in den 80ern ist alles erlaubt, was laut, schnell, wild und hässlich ist. Genau das machen die Stücke: Sie sind altmodisch, aus der Zeit gefallen, und funktionieren doch bestens mit einem sehr hohen Aggro-Faktor.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu Subversion Trigger – Subversion Trigger in unserem Time For Metal Release-Kalender.



