Sweet Oblivion Feat. Geoff Tate – Relentless

Sweet Oblivion und Geoff Tate erreichen mit Relentless einen Meilenstein ihrer Zusammenarbeit

Artist: Sweet Oblivion Feat. Geoff Tate

Herkunft: Italien

Album: Relentless

Spiellänge: 42:44 Minuten

Genre: Melodic Metal, Progressive Metal, Heavy Metal

Release: 09.04.2021

Label: Frontiers Music s.r.l.

Link: https://www.facebook.com/SweetOblivionGeoffTate

Bandmitglieder:

Gesang – Geoff Tate
Gitarre – Aldo Lonobile
Bassgitarre – Luigi Andreone
Keyboard – Antonio Agate
Schlagzeug – Michele Sanna

Tracklist:

  1. Once Again One Sin
  2. Strong Pressure
  3. Let It Be
  4. Another Change
  5. Wake Up Call
  6. Remember Me
  7. Anybody Out There
  8. Aria
  9. I’ll Be The One
  10. Fly Angel Fly

Das mit Spannung erwartete zweite Studioalbum Relentless von Sweet Oblivion und Geoff Tate wurde am 9. April 2021 über Frontiers Music s.r.l. veröffentlicht. Schon das Debütalbum Sweet Oblivion (2019) fand bei den Fans einen sehr guten Anklang (zum Review: hier) und legte damit die erste Messlatte von Beginn an hoch. Während bei der ersten Scheibe DGM-Gitarrist Simone Mularoni für das Songwriting und die Produktion zuständig war, übernahm es dieses Mal Musikerkollege Aldo Lonobile (Secret Sphere). Von ihm stammen ebenfalls die Gitarrenparts. Das gesamte Line-Up hat sich bis auf Geoff Tage (Gesang) komplett geändert. Mit an Bord sind dieses Mal Michele Sanna (Schlagzeug), Luigi Andreone (Bass) und Antonis Agate (Keyboard). Anders als beim Vorgängeralbum wurde Tate beim Songwriting mit einbezogen, was dem Ganzen qualitativ zusätzlichen Auftrieb verliehen hat.

Mehr denn je sind auf Relentless Einflüsse von Queensrÿche unverkennbar hörbar. Dieser neue Longplayer hat sich deutlich gegenüber dem Debütalbum verbessert. Wurde beim Erstlingswerk noch auf sichere Kompositionen gesetzt, die sich in der Struktur häufig ähnelten, so kann man bei den aktuellen zehn Songs klar sagen, dass hier in Sachen Abwechslung und Dynamik ein neues, höheres Level erreicht ist. Der Sound ist kraftvoller als je zuvor. Die gesamte Instrumentalarbeit sowie der Gesang weisen spürbar eine Steigerung der Performance auf. Man merkt wirklich, dass alle Musiker mit viel Herzblut bei der Sache waren. Fans der frühen Queensrÿche-Ära werden von diesem Album begeistert sein! Als besonderes Special schrieb Aldo auf Wunsch von Geoff einen Song für ihn auf Italienisch, bei dem die Gitarristen Walter Cianciusi und Dario Parente einige Parts als Gastmusiker beisteuerten.

Der Opener Once Again One Sin sorgt gleich zu Beginn für Gänsehautstimmung, da braut sich etwas zusammen. Die Atmosphäre ist angespannt wie bei einem Thriller. Nach knapp anderthalb Minuten Bombast-Intro startet der Song dann im typischen Sweet Oblivion-Sound durch. Weiter geht es mit Strong Pressure nach bewährter Rezeptur. Diese eingängige Nummer hat eindeutig Ohrwurmcharakter. Nach mehreren Durchläufen sind die Hooks fest im Schädel verankert. Let It Be dreht danach die Stromzufuhr ordentlich auf. Schroffes Riffing lädt zum Bangen ein, gefühlvolle Leadpassagen und der sehr emotionale Gesang hinterlassen bei mir einen starken Eindruck. Another Change zeigt sich von der melancholischen Seite, gepaart mit einer guten Portion Queensrÿche-Sound und einer eingängigen Melodie, untermalt von Klaviereinsprengseln. Bei Wake Up Call geben wieder die Stromgitarren den Ton an. Hierbei begeistert mich die leichte Thrash-Note in den Gitarrenlinien. Erinnerungen an die frühen Tage Metallicas werden in mir wach. Dieser dynamische Song wandert gleich in meine Anspieltipps. Remember Me hat es in sich, auch wenn es anfänglich ruhig zugeht. Hier zeigen die Herren hinter den Gitarren einmal mehr, was sie spielerisch draufhaben! Sänger Tate beweist, dass seine Stimmqualität immer noch in bester Verfassung ist. Anybody Out There umweht ein Hauch Survivior, mit einer guten Prise Queensrÿche gewürzt. Die Hymne hat sowohl Mitgröl- als auch Banging-Potenzial für künftige Konzerte. Ich bin dabei! Jetzt kommt mein persönliches Highlight Aria, dieser Hit wurde für Geoff extra in italienischer Landesprache komponiert. Ich bin fasziniert von dem straffen Metalsound und dazu ein Gesang, der unweigerlich an Eros Ramazotti erinnert, sofern man die Italo-Legende noch kennt. Geht nicht, gibt’s nicht – einfach nur schräg und geil zugleich! Die Schmachtballade I‘ll Be The One schlägt danach wieder ruhigere Pfade ein, lässt erneut Wehmutstimmung aufkommen. Das Leadmonster Fly Angel Fly lässt zum Schluss ordentlich Dampf ab. Hier wird der frühere Spirit von Queensrÿche noch einmal in vollen Zügen ausgelebt.

Wer sich das Album Relentless einmal zu Gemüte geführt hat, wird es in Dauerschleife wiederholen, denn dafür ist es wie gemacht.

Formate: CD (Jewel Case), LP (Limited Edition) grün, Digital Album

Sweet Oblivion Feat. Geoff Tate – Relentless
Fazit
Sweet Oblivion und Geoff Tate setzen mit ihrem zweiten gemeinsamen Album Relentless einen Meilenstein in ihrer Karriere. Man hört sehr deutlich, dass die Einflüsse von Tates ehemaliger Band Queensrÿche stärker in die Kompositionen eingeflossen sind. Dadurch klingt der Sound insgesamt und kraftvoller und satter. Sowohl Band als auch Sänger profitieren von ihrer Zusammenarbeit. Die gesamten Kompositionen sind ausgereift und abwechslungsreich, hier ist eine deutliche Steigerung zum Vorgängeralbum Sweet Oblivion erkennbar. Es steckt spürbar viel Herzblut und spielerisches Können in der Instrumentalarbeit. Auch der Gesang hat weiter an Dynamik gewonnen. Queensrÿche-Fans werden beim Hören dieser Songs in Erinnerungen schwelgen und jeden Song in sich aufsaugen. Ich finde diese Scheibe richtig geil und kann dafür eine uneingeschränkte Kaufempfehlung abgeben.

Anspieltipps: Let It Be, Wake Up Call, Remember Me, Anybody Out There, Aria und Fly Angel Fly
Sandra R.
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