The Detectors – Ideology

Die Kieler Punker senden nach acht Jahren ein gewaltiges Lebenszeichen

Artist: The Detectors

Herkunft: Kiel, Deutschland

Album: Ideology

Spiellänge: 37:32 Minuten

Genre: Punk, Rock

Release: 15.05.2020

Label: SBÄM-Records

Links: https://www.thedetectors.de/
https://www.facebook.com/thedetectors/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Henning Sievert
Gesang, Gitarre – Sascha „Smish“ Gill
Bass, Gesang – Jacob
Schlagzeug – Manuel „Manu“ Beutke

Tracklist:

1. Traces In The Rust
2. Opportunities To Grow
3. Rise Up!
4. Great Despair
5. Let It Burn
6. Diciotti Dilemma!
7. To Live And To Let Love
8. The Decline
9. Circus
10. Sticks & Stones
11. Venture And Risk

Mit Ideology bringen die Kieler Punkrocker bereits ihre dritte Scheibe auf den Markt. Acht Jahre musste die internationale Fangruppe auf dieses Album warten und nun erschien es still und ohne großes Tamtam.
The Detectors wurden 2003 gegründet, hatten aber schon vorher ein paar Jahre zuvor musiziert. 2006 kam es zu einem personellen Bruch, der allerdings die Band voranbrachte. Die damalige Streetpunk Band veröffentlichte 2008 ihr Debüt Twentyone Days und gewann durch die zahlreichen Liveauftritte eine breite und internationale Fangemeinde. 2012 folgte dann mit Deny, dem zweiten Album, ein weiterer Meilenstein. Im Stil verändert, klang dieses Album mehr nach Hardcore als dem alten Streetpunk.
Eigentlich waren die Songs zum neuen Album bereits Ende 2018 im Kasten. Das Endprodukt war in einem kleinen Studio in Husby kurz vor der dänischen Grenze aufgenommen. True Rebel Records, ihr altes Label, stellte die Musiksparte ein und die Suche nach einem neuen Label begann. Dies ist erfahrungsgemäß nicht einfach und kostet Zeit. So landete man schließlich bei SBÄM-Records in Linz/Österreich.
Wieder ist die Scheibe ein Spiegelbild des musikalischen Wandels der Band. Andere Kritiker bezeichnen den Stil bereits Pop-Punk. Soweit würde ich nicht gehen, obwohl die meisten Songs eingängige Melodien à la Skatepunk beinhalten. Elf Songs, melodiös und klar, durchgängig gut. Die meisten sind Midtemponummern, aber auch die härtere Gangart wird gekonnt angeschlagen. Bei der Aufnahme mit Tasten- und Blasinstrumenten abgerundet, ist es hochwertig produziert und klar abgemischt. Textlich wettern die Nordlichter weiterhin gegen Rassismus und das Flüchtlingssterben im Mittelmeer, nehmen sich aber auch zum Beispiel dem Gender-Thema an. Sozialpolitische Texte aus allen Lebenslagen beherrschen die Thematik.

Zu dem meist mehrstimmigen Gesang von Henning und Sascha hat die Band gewinnbringend Gastsänger im Einsatz. Bereits beim ersten Track Traces In Rust ist Willem von der niederländischen Punkband Antillectual mit dabei. Bei To Live And To Let Love, dem zweiten erschienen Vorabvideo, wirkt No Sugar Sängerin Flicke mit. No Sugar ist eine Kieler/Leipziger Rock ’n‘ Roll-Protestband. Bekannter dürfte allerdings der dritte Gast sein. Für den Gesangspart in The Decline konnte mit dem Berliner Punkidol Joshi von ZSK ein international bekannter Star gewonnen werden.

Ein Releasekonzert soll es nach der Corona-Pandemie trotzdem geben. Am 11. September soll im Hamburger Hafenklang  ein neuer Versuch gestartet werden, obwohl noch immer hinter der Veranstaltung ein Fragezeichen steht. Bessere Vorzeichen hat bisher der Auftritt beim SBÄM-Festival im österreichischen Wels am 31. Oktober.

Zwei Songs sind bisher als Videoauskopplung erschienen. Mit Diciotti Dilemma und To Live And To Let Love kann man sich einen kleinen Vorgeschmack des Albums auf YouTube abholen. Das Album ist im Bandshop unter www.thedetectors.shop sowie beim Verlag unter https://shop.sbam.rocks/product/the-detectors-ideology/ erhältlich. Es ist als CD-Digipack, White-Vinyl sowie als Splatter-Vinyl LP erschienen.

The Detectors – Ideology
Fazit
Ein absolutes Must Have für alle Detektoren-Fans. Alle, die melodiösen Punk mögen und die Kieler noch nicht kennen, sollten sich hier einmal eine Kostprobe abholen.

Anspieltipps: Traces In Rust, Opportunities To Grow, To Live And To Let Love
Norbert C.
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