Bands: The Ocean, Intronaut, Red Fang und Earthship

Location: Tower in Bremen

Homepage: www.ah-entertainment.de

Datum: 03.06.2011

Kosten: VK: 15 Euro, AK: 18 Euro

Besucher: 110

Heute berichten wir von Time For Metal wieder aus der schönen Hansestadt Bremen, in der heute im Tower The Ocean + Support zu Gast sind. Als Support haben sich die Berliner eine deutsche und zwei amerikanische Bands dazu geholt.

So starten die Berliner Kollegen Earthship heute das Event und wollen mit progressivem Metalcore gleich vorlegen. Mit ihrem neuen Album Exit Eden im Gebäck, das durchaus gute Kritiken bekommen hat, starten die Berliner heute Abend durch. Laut ist es auf jeden Fall schon mal und an Wums fehlt es auch nicht. Nur die Bühnenpräsenz der Metalcore- Gruppe wirkt überhaupt nicht flüssig und so ist es kaum verwunderlich, dass die schon zahlreich erschienenen Musikliebhaber sich das Ganze beim Bierschlürfen ansehen. Auch bei mir springt der Funke nicht über. Vom aktuellen Album noch begeistert, will mir die Live- Darbietung nicht gefallen.

Nicht so bei der zweiten Band, Red Fang, von der ich bis dato noch nie etwas gehört habe. Die Band aus den Staaten verwandelt ihre Show in eine einzige Jam Session. Zwischen den Stücken wird einfach fleißig weiter gespielt. Mit einem kurzen Blickkontakt und Ansage wird der nächste Song angespielt und auf gleiche Weise zelebriert. Der Mix aus Metal, Punk und Rock kommt bei den Bremer Konzertbesuchern sehr gut an und schnell füllt sich der Bereich vor der Bühne, sodass sich eine angenehme Stimmung im Tower verbreitet. Die Amerikaner genießen sichtlich ihren Auftritt und versuchen, sich mit gebrochenem Deutsch beim Publikum zu bedanken. Wirklich sympathisch die Rocker aus Portland, die diese lockere Art und Weise mit Beifall und Geheadbange positiv quittiert bekommen. Auch für mich ein sehr überraschender Auftritt der Band, die etwas nach Black Label Society klingt, vor allem wegen der Tatsache, dass ihre Performance heute die meisten Besucher vor die Bühne gelockt hat.

Bei den zweiten Amis Intronaut werden die Reihen vor der Bühne wieder dünner. Die Band aus Los Angels vereint in ihrer Musik experimentelle und progressive Klänge, die mit einer guten Spur an Metal angereichert werden. Von Anfang an kommt mir die musikalische Arbeitsweise sehr abgehackt vor. Viele Breaks verlaufen sich in den Songs und lassen keine direkte Struktur erkennen. Progressive Klänge werden durchs starke und laute Drumming ziemlich zerrüttelt und wirken phasenweise einfach fehl am Platze. Der zweistimmige Gesang hingegen wird von Intronaut ganz gut umgesetzt. Das Timing passt wie die Faust auf’s Auge und auch das Publikum bewegt seinen Kopf im Takte der Musik. Auch in der Live- Performence punkten Intronaut alle mal! Dennoch hätte ich etwas mehr erwartet.

Nach Intronaut wird es dann richtig spannend, nicht nur, weil jetzt der Headliner The Ocean an der Reihe ist, sondern wegen der Frage, ob es Loïc Rossetti nach seiner Bronchitis möglich ist, seine Kollegen gesanglich zu unterstützen. Nach dem die ersten drei Shows von The Ocean instrumental durchgeführt wurden kommt jetzt beim vierten Event die positive Nachricht direkt zu Beginn: Loïc Rossetti wird versuchen, heute Abend in Bremen aufzutreten. Dieses danken die Fans gleich mit Beifall. Die bange Frage, die sich jetzt nur stellt, ist, wie lange kann der Frontmann diesen Gig spielen? Nach dem Intro beginnen die Berliner kraftvoll. Bei den ersten Tönen von Loïc Rossetti wird gleich klar, dass er zu kämpfen hat. Besonders die hohen Töne fallen ihm sichtbar schwer. Die Fans lassen sich davon aber nicht beeindrucken und feiern ihre Idole, die ihren experimentellen Metalcore in einem sehr progressiven Gewand zum Besten geben. Immer wieder werden Sequenzen eingespielt, die die Musik untermalen. Auf der Bühne geben die Berliner Vollgas. Keiner der Truppe steht auch nur eine Sekunde still und selbst Schlagzeuger Luc Hess würde, wenn möglich, noch mit durch die Gegend springen. Nach diesem starken Auftritt schaut man in glückliche The Ocean– Gesichter. Loïc Rossetti ist zwar noch nicht bei alter Stärke, hat aber das Konzert auch mit Defiziten komplett durchgehalten. Das gibt Mut für die weiteren Events, die bei dieser Tour anstehen. Die Fans nehmen den Auftritt ebenfalls gut auf und trotz der gesanglichen Probleme werden die Berliner mit ordentlichem Applaus verabschiedet!

Mein Fazit fällt heute mal etwas durchwachsender aus. Von Earthship habe ich eindeutig mehr erwartet, dafür haben mich Red Fang positiv überrascht. Intronaut fehlt es etwas an Spritzigkeit und Durchschlagskraft, dafür gaben sich die Berliner von The Ocean alle Mühe und trotz der schon mehrfach angesprochenen Gesangsprobleme gelang ihnen ein guter und solider Auftritt. Die Hoffnung bleibt, dass Loïc Rossetti während der Tour zu alter Stärke zurück findet!

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