The Unity – Pride

Der dritte Streich – unterhaltsam und abwechslungsreich

Artist: The Unity

Herkunft: Deutschland / Italien

Album: Pride

Spiellänge: 52:53 Minuten

Genre: Hard Rock, AOR, Heavy Metal, Power Metal

Release: 13.03.2020

Label: Steamhammer / SPV

Links: https://www.unity-rocks.com/
https://www.facebook.com/unityrocksofficial

Bandmitglieder:

Bass – Jogi Sweers
Keyboard – Sascha Onnen
Gesang – Gianbattista Manenti
Gitarre – Henjo Richter
Schlagzeug – Michael Ehré
Gitarre – Stef E

Tracklist:

  1. The New Pandora
  2. Hands Of Time
  3. Line And Sinker
  4. We Don´t Need Them Here
  5. Destination Unknown
  6. Angel Of Dawn
  7. Damn Nation
  8. Wave Of Fear
  9. Guess How I Hate This
  10. Scenery Of Hate
  11. Rusty Cadillac
  12. You Don´t Walk Alone

CD2 (nur als Hardware)

  1. The Storm (live)
  2. The Willow Tree (live)
  3. You Got Me Wrong (live)
  4. Never Forget (live)
  5. Nowhereland

The Unity: Eigentlich ein sehr passender Name aktuell. 2017 (The Unity) und 2018 (Rise) gab es jeweils ein Studioalbum und diverse Tourneen. Das dritte Album heißt Pride und The Unity kommen mit einer Mischung aus Power Metal, Hardrock und True Metal/Heavy Metal um die Ecke. „Ich würde die aktuellen Songs nicht einfach als Weiterentwicklung bezeichnen, denn jede Band entwickelt sich in irgendeiner Form weiter. Ich bin vielmehr sehr stolz auf das, was wir bislang erreicht haben, nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich“, sagt Gianbattista Manenti, italienischer Sänger einer – wie er es nennt – verschworenen Einheit, die neben ihm selbst aus Schlagzeuger Michael Ehré (Primal Fear, Gamma Ray, Firewind), die Gitarristen Henjo Richter (Gamma Ray) und Stef, Bassist Jogi Sweers und Keyboarder Sascha Onnen (ex-Mob Rules) besteht. Angesichts weltweit zunehmender nationalistischer Tendenzen und einem falsch verstandenen Patriotismus mag es möglicherweise nicht ganz unverfänglich sein, seinen Stolz über eine erbrachte Leistung zu äußern. Dabei: Stolz ist per se unpolitisch und frei jeglicher Färbung. Wenn also The Unity ihre elf neuen Songs (plus Intro) unter dem Oberbegriff Pride zusammenfassen, gibt es ausschließlich künstlerische Gründe. Essentieller Bestandteil der bandinternen Harmonie bei The Unity ist die vollständige Beteiligung nahezu aller Bandmitglieder am Songwriting. Dies fördert auf Pride einerseits die angestrebte Stilvielfalt und sorgt andererseits für Identifikation aller Beteiligten mit den Songs. „Außerdem führt es dazu, dass man automatisch links und rechts über den eigenen Horizont hinausblickt, denn jeder hat ganz spezielle Fähigkeiten und Vorlieben, die beim Kreativitätsprozess für so manch überraschende Farbgebung sorgen“, erklärt Michael Ehré die offenkundigen Stärken des neuen Albums, bei dem – unabhängig von der jeweiligen Gangart – alle Songs in tiefmelodischen Refrains gipfeln. Aufgenommen wurde Pride (wie schon der Vorgänger Rise) im Nordenhamer B-Castle Studio, gemischt und gemastert hat diesmal Achim Köhler (Brainstorm, Sinner, Primal Fear) in seinem Indiscreet Audio-Studio. Auch thematisch rufen die sechs Musiker nicht nur vermeintliche Metal-Klischees ab, sondern erweisen sich als kritische Weltbürger auf einem Planeten, der ökologisch und sozial völlig aus den Fugen zu geraten scheint. „Klimawandel, rechtswidrig handelnde Regierungen, wuchernder Populismus, so etwas darf man nicht unkommentiert lassen“, erklären The Unity und wettern laut Gitarrist Stef beispielsweise in We Don´t Need Them Here gegen jede Art von politischem Radikalismus, Intoleranz und Unterdrückung. Der Song Hands Of Time wiederum warnt eindringlich vor einer weiterhin unkontrolliert zunehmenden Umweltzerstörung, während Line And Sinker auch Einblicke in private Gefühlsregungen zulässt. Denn auch die gehören zur besagten Stilvielfalt dieser Band.

Soweit erst mal zu der Geschichte der Band und des neuen Werks. Kommen wir zur Musik. Nach dem Intro geht es mit Hands Of Time los. Beginnend mit kernigen Riffs, Midtempo Part und rundem Refrain. Eine typische Hardrock Nummer. Line And Sinker wird nochmals deutlich ruhiger. In bester Stadionrock Manier kommt der Track aus den Boxen. We Don´t Need Them Here nimmt deutlich mehr Tempo auf und knüpft an Hands Of Time an. Destination Unknown ist ein Rocktrack. Ganz nett, aber auch nicht viel mehr. Angel Of Dawn nimmt mit etwas Verzögerung Speed auf, der Refrain kann gefallen. Aber auch das ist ein Song, der mehr AOR als Hardrock oder Powermetal ist. Das Gitarrensolo kommt gut rüber und gefällt. Der siebte Streich ist Damn Nation, nun gibt es Power Metal mit ordentlich Tempo. Da schimmert etwas Gamma Ray durch, Henjo und Stef schrubben die Gitarren sauber und unterhaltsam. Wave Of Fear macht mit Hardrock weiter, rund und melodisch wird ein Spannungsbogen bis zum Refrain aufgebaut. Gute Nummer und hörenswert. Guess How I Hate This haut in die gleiche Kerbe. Der Refrain strahlt aus dem Track heraus, sonst hinterlässt der Titel keinen größeren Eindruck. Die Abwechslung geht weiter. Mit Scenery Of Hate gibt es wieder typischen Power Metal. Rusty Cadillac bringt nochmals ganz andere Töne auf das Werk. Erinnert mich an Musik der 70er Jahre in Richtung Foreigner. Retro Rock, aber durchaus interessant. Der Schlusspunkt heißt You Don´t Walk Alone. Heros von David Bowie – das war mein erster Eindruck beim Einstieg. Mit dem Gesang wird es eine normale Rocknummer, wie einige andere Tracks auf Pride. Ganz bestimmt nicht schlecht, aber auch nicht so, dass es sich lange in meinem Gehörgang festsetzt.

The Unity – Pride
Fazit
Ein abwechslungsreiches Rock- bzw. Metalwerk werfen The Unity auf den Markt. Nichts, was man nicht so oder ähnlich schon mal gehört hat. Es ist insgesamt ganz bestimmt kein schlechtes Album. Aber es wird enttäuschte Gesichter hinterlassen, wenn man eher der Metal Fraktion angehört. Hardrock Freunde sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Insgesamt hätte ich mir mehr Metal gewünscht. In der Gesamtzahl zu den Tracks sind die metallastigen Songs unterrepräsentiert. Dafür kommen Sound und Spielfreude gut rüber, einige großartige Gitarrenspiele sind ebenfalls dabei. Gut zu hören sind The Unity mit Pride auf jeden Fall. Aber es ist kein herausragender Longplayer, der große Innovationen oder einen sehr mitreißenden Charakter entwickelt. Solider, guter Hardrock mit einer Prise diverser Sub Genres.

Anspieltipps: Wave Of Fear, Damn Nation und We Don´t Need Them Here
Jürgen F.
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