Thrash It Up am 29.07.2011 – Hamburg

Bands: Uncreation, My Decadence,Tragic Cause,Hero´s Fate

Location: Markthalle, Hamburg

Homepage: http://www.markthalle-hamburg.de/?q=node/75

Datum: 29.07.2011

Kosten: AK 8 Euro

Besucher: 100 – 150

Das heutige Konzert wird im kleineren gemütlichen Teil der Markthalle, dem Marx, stattfinden. Die Bühne ist übersichtlich und der Raum bietet ausreichend Platz für die Besucher. Trotz der anstehenden Festivals lassen es sich die vier Bands nicht nehmen, vorab noch mal ein Konzert zu spielen. Der Name Thrash It Up täuscht ein wenig, da heute vorrangig Melodic Deathmetal auf dem Programm steht.

Das Opening gestaltet die Hamburger Band Hero´s Fate. Mit melodischem Deathmetal starten die fünf Jungs und heizen dem Publikum mit dem Song Killing The Demon ordentlich ein. Kraftvolle Riffs und ein schnelles Schlagzeug geleiten zum Höhepunkt und die brachiale Stimme des Sängers Jan grölt durch die Boxen. Laute, starke Growls wechseln sich mit Screams ab und geben Abwechslung. Die Soli ergänzen das Werk und die Menge tobt. Temporeich geht es auch weiter, aber auch die ruhige Seite kommt nicht zu kurz. So klingt Drowning in Sorrow sehr melancholisch und sehnsuchtsvoll und der Screamgesang verleiht die nötige Tiefe. Nach schnelleren Abschnitten kehrt man jedoch zur sanfteren Melodie zurück und lässt es ausklingen. Ab da an wird nur noch die schnellere Spielart zu hören sein. Die vielen Rhythmuswechsel und unterschiedlichen Variationen der Melodieführung zeichnen Hero´s Fate aus. Sie sind Publikumsnah und ihre Show bietet viel Bewegung und Spaß. Sie schaffen eine spannungsgeladenen Atmosphäre und animieren die Zuschauer zum Mitmachen an. Headbangermusik vom Feinsten.

Als nächstes steht Thrashmetal auf dem Programm. Tragic Cause bieten brachiale und gewaltige Musik mit aggressiven Texten. Das ist sicher nichts für schwache Nerven; ruhig wird es in ihren Songs nie. Eine kraftvolle Stimme, sowie Soli und schnelle Drums gehören zu ihrem Repertoire. Ein gelungenes Stück ist Hail. Eine Hommage auf ihre Idole wird hier kundgetan und regt zum Mitsingen an. Ehrfurchtsvoll und erhaben dröhnt die Stimme des Frontmannes Alex in die Ohren des Publikums. Sogar eine Melodie wird hier verwendet, die diese Stimmung noch verstärkt. Danach gibt’s wieder harten Oldschool-Thrash. Die Stimmung ist aufgelockert und so wird mit Rise der nächste Mitmachsong eingespielt. Mit sehr dunkel gestimmten Instrumenten und einem passenden Solo des Frontmannes wird Fahrt gemacht. Fließende Übergänge nehmen die Geschwindigkeit mit und bilden somit ein Gesamtwerk, welches nicht langweilig wird. Durch ihre Vielseitigkeit und Bewegung auf der Bühne sind Tragic Cause auch live sehenswert. Publikumsnah präsentieren sie sich und wirken äußerst sympathisch trotz der harten Musik.

Die nächste Band My Decadence vereint Deathmetal mit Thrashelementen in höchster Form. Die vier Aachener Jungs schauen auf ihrer Tour in Hamburg vorbei und präsentieren sich modern und lebendig. Harter Gitarrensound kombiniert mit melodischen Parts, dazu zweistimmiger Gesang in Perfektion ist hier zu finden. Ein Song in dem all ihr Können aufgezeigt wird, ist Discreation. Er beginnt schon sehr rasant mit harten Gitarren. Die erzeugte Aggression wird durch den Growl Romans und den Scream von Fabian weiter ausgebaut. Der Wechsel von schnellem Thrash zu sehr melodischen Deathmetalparts ist sehr gut gewählt und sorgt für Abwechslung. Trotz der wenigen Besucher können sie durch ihre Bühnenarbeit, die genauso rasant ist, wie ihre Musik, Stimmung erzeugen. Man merkt ihnen die Freude und den Spielspaß an und das überträgt sich auf’s Publikum. Gut gesetzte Breaks sowie Gitarrensoli und das wechselnde Tempo bilden mit den fließenden Übergängen ein durchdachtes Konzept. Brutal und aggressionsgeladen geht’s weiter. Bury Me beginnt etwas ruhiger mit tief gestimmten Instrumenten, nimmt aber schnell Fahrt auf. Das hohe Solo leitet die ruhigere Phase ein und führt zum Refrain, in dem dann wieder langsam das Tempo angehoben wird. My Decadence erschaffen eine bis dato neue Richtung, die so noch kaum zu finden ist.. Die Verschmelzung verschiedener Genres und dem spielerischen Können wird auch auf der Bühne deutlich. Spaß und Bewegung sowie die Nähe zu den Fans ist greifbar und die Zuschauer danken es ihnen mit viel Applaus.

Mit Uncreation wurde ein guter Act als Höhepunkt des Abends gefunden. Die sympathische hamburger Band ist bekannt für ihren melodischen Deathmetal, der in perfekter Spielweise auf die Bühne gezaubert wird und jeden Besucher auf eine Reise mitnimmt. Stimmung und Atmosphäre erlebt man bei jedem Auftritt und der Spaß überträgt sich auf die Zuhörer. Ihre ganzes Können findet sich bereits im zweiten Song Uncreation. Ein schneller Einstieg und die Melodie im Background zeichnen dieses Stück aus. Der Screamgesang des Sängers André dröhnt aggressiv aus den Boxen. Durch zwei Gitarren, die abwechselnd ihre Soli spielen, gewinnt das Stück an Perfektion und lässt es sehr lebendig erscheinen. Die Zuschauer gehen mit und es herrscht viel Bewegung vor der Bühne. Aber ebenso auch auf der Stage. Uncreation sind niemals ruhig und schaffen es dennoch einigen Stücke eine Tiefe und gleichzeitig einen Hauch von Melancholie zu geben. Aber auch andere Effekte finden in den Songs ihren Platz. So sind im Titel A Little Light Of Life spanische Gitarren zu hören. Auch die akustische Eingangsmelodie klingt sehr verträumt, wechselt aber sehr schnell zu härteren Riffs. Kraftvoll durch häufige Änderungen im Rhythmus erschafft sich die Band mit jedem Mal neu und die eingebetteten Soli sind glänzend gespielt. Ihnen gelingt eine moderne Eigenkreation des Deathmetals und sie beherrschen ihre Instrumente in Perfektion. Ihre harte brutale Musik reißt jeden mit und kann selbst Fans anderer Richtungen begeistern.

Fazit: Die Zusammenstellung der Bands wurde gut gewählt, auch wenn Tragic Cause etwas herausstechen. Schade ist nur, dass die Zuschauer teilweise doch etwas ausblieben und so etwas wenig Stimmung aufkam. Organisatorisch gab es keine Zwischenfälle und der Sound war vollkommen in Ordnung für die kleine Bühne.

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