Trauma – Acrimony (EP)

Die Polen traumatisieren weiter und weiter und weiter, und das ist gut so

Artist: Trauma

Herkunft: Polen

Album: Acrimony (EP)

Spiellänge: 23:44 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 30.04.2021

Label: Selfmadegod Records

Link: https://traumadeath.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Artur Chudewniak
Gitarren und Bassgitarre – Jaroslaw Misterkiewics
Schlagzeug – Arkadiusz Sinica

Tracklist:

  1. Internal Sacrifice
  2. The Godless Abyss
  3. Reign Of Terror
  4. Reality When You Die (Gorefest Cover)

Oh, die Polen von Trauma sind ja auch noch unterwegs und das ist gut so. Die Burschen gibt es schon seit 1992, eigentlich bereits seit 1988. Damals firmierte man noch unter den Namen Thanatos. Diesen Namen legte man im Jahre 1992 ab, seitdem agiert man unter den Namen Trauma. Bis zum Jahre 2013 brachte man es auf sieben Alben. Dann wurde es ein wenig ruhig. In 2015 kam noch eine Split und im Jahre 2020 folgte Album Nummer acht. Maly und Mister, so die Spitznamen der Hauptprotagonisten, sind noch Originalmember. Im Jahre 2002 stieß dann noch Sänger Chudy hinzu. Anscheinend haben sie wieder Lunte gerochen und schieben nun eine EP nach.

Die alten Hasen wollen es noch einmal wissen und zermürben einen mit dem Opener Internal Sacrifice. Nach 90 Sekunden, in denen man ein bedrohliches Intro zu Gehör bekommt, fängt die Dunkelheit an und das Böse nimmt seinen Lauf. Die Burschen klingen hier eher ein wenig modern, was aber größtenteils an der Produktion liegt. Musikalisch bieten sie natürlich Death Metal, alles andere wäre ja surreal. Der Song geht los mit langsamen Morbid Angel– lastigem Riffing und agiert überwiegend im Midtempo, bietet aber immer kurze Geschwindigkeitsvariationen. Die durchdrehende Doublebass ist sehr präsent und baut unheimlich Druck auf, wobei das Riffing sehr dunkel und boshaft klingt. Zwischendurch holen sie eine richtig fiese Melodie heraus. Sehr stark. Und immer wieder rasselt die Doublebass und die Riffs klingen schon beinahe hypnotisch. Geiles und interessantes Stück.

The Godless Abyss überrollt einen auch total. Geiles Riffing. Über allem schwebt irgendwie eine dämonische Gelassenheit. Hier zeigen sie sich sehr verspielt. Soli und Melodien sind mit von der Partie. Dann Vorspieler und absolut geiler Blastbeatpart. Ansonsten arbeitet man im schnellen Midtempobereich. Selbst der Groove kommt absolut druckvoll. Der Song besteht aus reiner Abwechslung.

Mit sehr romantischen und cleanen Klängen legt das Trio bei Reign Of Terror los. Dann erfolgt wieder sehr düsteres, aber auch melodisches Riffing in schnellem Tempo. Nach einem Break groovt man sich einen Wolf, dabei agiert die Doublebass so was von brutal und wieder einmal erinnern sie mich dann am Morbid Angel. Dann erfolgt der Refrainpart mit Flüstergesang und herrlichen melodischem Lead. Wow. Kommt echt gut. Dann wird man so richtig böse. Dunkelheit wird herrschen im Hause des Herrn. Ein hypnotisches Riff folgt, fieser Gesang ebenfalls und danach groovt man wieder. Ein wildes Solo darf nicht fehlen. Das Ganze klingt dann irgendwie chaotisch, aber das ist geplant und ein Teil des Ganzen. Der Song ist mir irgendwie zu lang, beinhaltet aber echt geile Riffs, besonders der Refrainpart ist sehr gelungen.

Am Ende gibt es dann noch einen Coversong gratis obendrauf. Reality When You Die von Gorefest. Der Song lebt von dem genialen Riffing und dem Midtempo. Trauma verändern den Song und drücken diesem ihren Stempel auf, besonders beim Drumming, wie ich finde. Ans Original kommt man zwar nicht ran, aber echt gut gecovert.

Trauma gehen ihren Weg weiter und bieten düsteren und dunklen Death Metal. Man bietet natürlich viel alte Schule, aber eben nicht nur. Gelungenes und abwechslungsreichen Songwriting mit richtig fettem Sound. Gute EP.

Trauma – Acrimony (EP)
Fazit
Trauma sind zwar schon lange im Geschäft, klingen aber sehr frisch. Ihr Death Metal weißt ein hohes Maß an Musikalität auf. Sie legen sehr viel Wert auf das Songwriting und gehen sehr abwechslungsreich zu Werke. Mit Tempowechsel, starken Riffs und megafettem Sound haben sie mich überzeugt.

Anspieltipps: Internal Sacrifice und The Godless Abyss
Michael E.
8.2
Leser Bewertung1 Bewertung
9.2
8.2
Punkte
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