Bands: Truckfighters, Deadly Vipers, Wizzerd
Ort: Club Volta, Schanzenstr. 6 – 20, Gebäude 2.10, 51063 Köln
Datum: 23.03.2023
Kosten: 25 €
Genre: Rock, Stoner Rock, Hard Rock
Besucher: ca. 400 Besucher
Veranstalter: Sound Of Liberation, AllesGute.Live
Link: https://www.facebook.com/events/1056943635697887
Heute Abend geht es nach Frankfurt, Wiesbaden und Trier wieder einmal nach Köln. Karneval ist vorbei und man kann dort wieder richtig geile Mucke hören. Einer meiner Lieblingsclubs in Köln ist der Club Volta. Dort bietet sich nicht nur für das mittlerweile jährliche stattfindende Ripple Fest genügend Platz, sondern auch für weitere Rock/Stoner Events.
Wenn die Truckfighters anrollen und schweres Geschütz auffahren, sind wir natürlich dabei. Dies auch, um die Frage Who’s Drumming On This–Tour zu beantworten. Früh genug dort angekommen merke ich, gleich an der Parksituation und an den Leuten am Eingang, dass es heute schwer voll werden wird. Und tatsächlich ist der Club heute nahezu ausverkauft. Ich erlebe die letzte Zeit doch oft, dass sich die Konzerthallen wieder schön füllen. Das freut mich für die Veranstalter und die Bands enorm. Die Truckfighters haben natürlich auch einen ausgesprochenen guten Ruf für ihre Livekonzerte in der Szene.
Es beginnen die Labelkollegen Deadly Vipers. Das Quartett kommt aus Frankreich. Die Deadly Vipers kommen aus Perpignan und haben beim schwedischen Label Fuzzorama Records erst im September letzten Jahres ihr Album Low City Drone herausgegeben. Das Album wurde von Mr. Dango (Truckfighters) himself gemischt.
Gerade standen sie noch am Merchstand, nun sind sie oben auf der Bühne. Die heizen die Stimmung hier mit einer ordentlichen Portion fuzzbetontem Stoner und Psychedelic Rock schon einmal gut an. Songs mit viel Melodie und tollen Hooks werden den feierwütigen Fans vor der Bühne serviert. Ein wenig kommen Erinnerungen an Kyuss auf, wenn auch nicht in dieser Klasse, dafür ist die Band noch zu jung. Die Stimme von Sänger Fred ist zunächst ein wenig dünn abgemischt, doch das wird mit Verlauf des halbstündigen Gigs immer besser. Ab und an greift dieser auch in die Tasten. Stimmung ist bei solchen Songs wie Echoes From Wastland, Ego Trip oder Big Empty gewährleistet. Während Sänger Fred recht viel in Bewegung ist, wirken seine Nebenleute David (High Fuzz) und Thomas (Low Fuzz) doch etwas statisch. Dafür ist vor der Bühne schon einiges los.

Pic by Big Simonski
Nach der kurzen Umbauphase dann die US-Amerikaner Wizzerd. Die Band gründete sich 2014. Auch Wizzerd veröffentlichten Ende September ihr neues Album Space? Issue No.001 über Fuzzorama Records. Sprach ich eben noch etwas von statischem Auftreten? Das ist bei dem Quartett dann doch ganz anders. Die Bühne scheint fast zu klein zu sein. Alles ist in Bewegung, nur Schlagzeuger Sam Moore bleibt an Ort und Stelle. Was soll er auch machen? Sich die Drums vor den Bauch schnallen? Sänger und Gitarrist Jhalen Salazar ist der Mann mit dem verschmitzten Grinsen. Er schafft es, das Publikum so richtig außer Rand und Band zu bringen. Das ist die Band auf der Bühne allerdings auch. Die Bühne ist regelrecht am Wippen. Da gibt es nicht nur den einen oder anderen Ausfallschritt oder Sprung, nein, auch die beiden anderen Saitenmänner Jamie Yeats (Gitarre) und Layne Matkovich (Bass) rotieren auf der Bühne. Den Jungs merkt man eine exzessive Tourerfahrung an. Mit ihren Songs bewegen sie sich in einer Schnittmenge zum Stoner und Doom Metal. Diese entwickeln sich absolut prächtig und münden in solchen Songtiteln wie Final Departure Part I: The Intergalactic Keep Of The Illustrious Cosmic Woman. Sehr kurzweilig und schnell ist diese intensive Show der Amerikaner zu Ende.

Pic by Big Simonski
Zum Schluss gibt es dann die mächtigen Truckfighters. Truckfighters haben bereits 22 Jahre auf dem Buckel und sind mittlerweile eine Institution in Sachen Stoner/Fuzz Rock. Neben unzähligen Konzerten haben sie wohl auch so fast jedes Festival gespielt. Außer den Stoner Festivals auch Wacken. Truckfighters sind zwar immer als Trio unterwegs, sind aber eigentlich ein Duo. Gitarrist Niklas „Dango“ Källgren und Bassist Oskar „Ozo“ Cedermalm benötigen halt für ihre Liveauftritte auch einen Schlagzeuger. Und da die Schlagzeuger keine feste Instanz bei Truckfighters sind, wechseln diese sehr oft. Daher auch der Titel der Tour: Who’s Drumming On This-Tour! Die O-Liste der bisherigen Drummer ist schon sehr lang: Paco, Franco, Frongo, Pedro, Pezo, Poncho oder Enzo. Wenn ich richtig liege, müsste es dieses Mal Johan „Toro“ Marberg sein.

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Wer mal bei einem Truckfighters-Konzert war, der weiß, dass es bei den Jungs sehr schweißtreibend wird. Nicht nur für die Band auf der Bühne, sondern auch für die Fans vor der Bühne. Das letzte Mal live habe ich sie letztes Jahr beim Desertfest in Berlin gesehen, bei dem sie am vorletzten Tag Co-Headliner waren. Daher weiß ich, dass es mit den Jungs eine echt heiße Show wird. Die Fuzz-Stoner aus dem hohen Norden bringen hier heute Abend die erwartet heiße Show natürlich. Während Oskar „Ozo“ Cedermalm seine Parts mit Bass und Gesang cool und abgezockt bringt, ist HB-Männchen Niklas „Dango“ Källgren meist im „Sprung“. Er hebt permanent ab. Hier auf der wesentlich kleineren Bühne läuft das natürlich ein wenig eingeschränkter ab als auf der Riesenbühne in Berlin. Trotzdem würde ich sagen, dass Schmitz-Katze an Bord ist. Vor der Bühne ist ebenfalls alles am Hüpfen. Man könnte meinen, der Song Jump von Van Halen wäre nach einem Konzertbesuch der Truckfighters entstanden. Kaum vorstellbar, wie Dango bei solcher Akrobatik bei Songs wie Altered State, Gweedo-Weedo, 1 Manhattan Project oder Desert Cruiser überhaupt noch seine Gitarre spielen kann. Dabei immer ein Grinsen im Gesicht. In Jimi Hendrix Manier wird die Gitarre auch schon einmal auf dem Rücken gespielt. Wieder einmal eine irre Truckfighters Show.

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Hier dürfte wohl jeder restlos zufrieden rausgehen heute! Verschwitzt sowieso. Ich gehe noch an den Merchstand, an dem sich das Trio sehr schnell und ebenfalls verschwitzt einfindet, mache noch ein Selfie und nehme Vinyls mit, die sie mir signieren. Dann geht es mehr als zufrieden nach Hause.






















