Turtle Rage / XSPIG – TurtlePIG (Split EP)

Tierische Krach- und Sachgeschichten

Artist: Turtle Rage / XSPIG

Herkunft: Deutschland

Album: TurtlePIG (Split EP)

Spiellänge: 08:07 Minuten

Genre: Powerviolence / Grindcore / Hardcore

Release: 26.11.2021

Label: Holy Goat Records, Incredible Noise Records, Roedel Records, Drinkin Beer In Bandana Records

Links: https://turtlerage.bandcamp.com/
https://xspig.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Turtle Rage:

Gesang und Gitarre – Tobi
Gesang und Drums – Piti

XSPIG:

Gesang – Matze
Gesang – Niko
Gitarre – Ude
Gitarre – Mike
Bassgitarre und Vocals – Matze
Schlagzeug –André

Tracklist:

  1. Turtle Rage – Intro (Misconduct Cover)
  2. Turtle Rage – Keep On Shredding
  3. Turtle Rage – People Putting People Down
  4. Turtle Rage – Dr.Prof.Godfuckyourself
  5. Turtle Rage – Reality?
  6. Turtle Rage – Pull The Trigger
  7. XSPIG – Life/Time
  8. XSPIG – Wrong Foot
  9. XSPIG – Pathological Laughter
  10. XSPIG – ExcessPig (Infest Cover)
  11. XSPIG – Year Of The Pig
  12. XSPIG _ Internal (Cross Out Cover)

Krachspezialisten aufgepasst! Eine tierische Freundschaft gibt es hier auf dieser Split zu hören. Mehrere Labels haben auch dazu beigetragen, dass knappe acht Minuten unsere Ohren erreichen. Hier lebt und bebt der Underground.

Los geht es mit Turtle Rage. Das Duo aus Berlin nennt ihren Stil „Shredding Fastcore“ und hat seinen Schriftzug von den Teenage Mutant Ninja Turtles geborgt. Das Intro (Misconduct Cover) passt so gar nicht zum Rest des Materials. Melodische und tanzbare Parts kommen aus den Boxen. Schon klar, dass es nicht so bleiben wird, aber überrascht bin ich schon ein wenig.

Bei Keep On Shredding kriechen die Schildkröten dann aus ihren Panzen und ballern ordentlich herum. Am Anfang heißt es „Grab Your Sticks And Start To Blast„. Und genau das machen sie auch. Kurz und knapp, grindiger Hardcore voll auf die zwölf, mit Riffs, die man natürlich schon hundert Mal gehört hat. Der screamige Gesang kommt sehr fett.

Der Übergang zu People Putting People Down ist kaum spürbar bzw. hörbar. Hier nimmt man aber mal das Tempo raus und groovt im Grindcorestil. Auch der Gesang wird gedoppelt und der Song klingt für diesen Bereich sehr abwechslungsreich. Kommt gut. Einfach und gut.

Dr.Prof.Godfuckyourself kommt auch kurz und knapp und lässt kein gutes Haar an Lehrern und Doktoren. Schnelle Parts wechseln sich mit ganz schnellen Parts ab. Eine grindige Uftata gesellt sich dazu, screamiger Gesang und Hardcorevocals ergänzen sich und dann ist auch schon wieder Schluss.

Bleiben von den 03:49 Minuten Spielzeit noch 66 Sekunden übrig: Während andere Bands in dieser Zeit noch nicht einmal ein Intro einspielen, hauen Turtle Rage noch zwei Songs heraus. Reality? und Pull The Trigger klingen wie die Vorgängersongs. Wen wundert es? Keinen natürlich. Kurze Vorspieler und Breaks bringen ein wenig Spaß in die Geschichte, genau wie Hardcore-lastigen Riffs.

Weiter geht es mit XSPIG aus Bremen, welche zum ersten Mal mit ihrer selbst betitelten EP im Jahre 2017 auf sich aufmerksam gemacht haben. Ebenso wie die Hansestadtkollegen von Mörser geht man zu sechst auf die Bühne, unterscheidet sich musikalisch aber schon. Im November 2018 erschien dann das 25 Song starke Debütalbum namens Kill The Pigs With Tiny Sticks. Samplerbeiträge folgten und nun also diese Split.

Wuchtige Gitarren und Hardcoregesang, grindiges Drumming, Gescreame und Gegroove um dann noch einmal den Knüppel herauszuholen. Jawoll, bin dabei. Knappe 48 Sekunden Glückseligkeit. So geht der Opener, so geht Life/Time.

Wrong Foot gefällt mir da sogar noch besser, ist ja auch noch einmal elf Sekunden kürzer und ein reiner Schlag ins Gesicht. Kurze Snareschläge, voll auf die zwölf, grindiger Groove, Bass vorweg und ab dafür und wieder voll drauf. Tiefer Gesang gesellt sich auch dazu und die Produktion ist wesentlich druckvoller als die von ihren Kollegen Turtle Rage.

Pathological Laughter startet mit einem basslastigen Part, kommt mit einem Hardcore-Groove, geht ins Grind und groovt dann wieder. Der Gesang ist hier der wichtigste Bestandteil. Kommt auch geil. Und wieder keine Minute geschafft, sehr gut.

Mit Excess Pig, einem Infest Cover, geht es weiter und hier ist man ja schon fast mit einer Ballade unterwegs. Natürlich nur ein Scherz. Selbstverständlich gibt es auch hier ein wenig Powerviolence, aber die Geschwindigkeit hält sich in Grenzen. Kleiner Exkurs: Der Bandname wird „Excess Pig“ ausgesprochen. Ob sie sich nach diesem Song benannt haben (von der Mankind EP aus dem Jahre 1991), weiß ich nicht, aber die Vermutung liegt sehr nahe.

Willkommen im Jahr des Schweins und zum längsten Song. In knappen 68 Sekunden kann man halt noch mehr Krach produzieren und ja, das ist auch gut so. Der abwechselnde Gesang und das grindige Drumming schocken. Am Ende gibt es die Möglichkeit für einen großen und wilden Moshpit. Ein Let’s go erhallt und ab geht es in den Circle Pit. Obwohl Year Of The Pig der längste Song ist, gefällt er mir mit am besten.

Am Ende gibt es noch ein Cover von Crossed Out. Ich kenne weder die Band noch das Original und kann deswegen wenig dazu sagen. Infernal klingt für mich wie ein XSPIG. Aber vielleicht sollte ich mir das Original mal reinziehen, klingt ganz geil. Powerviolence halt – kurz, knapp, direkt und voll Power.

Somit endet das tierische Vergnügen mit Punktevorsprung für die Schweine.

Turtle Rage / XSPIG – TurtlePIG (Split EP)
Fazit
Der Zusammenschluss von Schildkröten und Schweinen ist eine gute und lustige Idee, zumal man sich noch ein witziges Cover überlegt hat. Wer auf extremen Hardcore, Powerviolence oder Grindcore abfährt, ist hier genau an der richtigen Stelle. Ein kurzes, tierisches Vergnügen mit Vorteilen für die Pigs.

Anspieltipp: Turtle Rage - People Putting People Down

Anspieltipp: XSPIG - Wrong Foot
Michael E. - Turtle Rage
5.7
Michael E. - XSPIG
7.7
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8.5
6.7
Punkte