Versus Goliath: neue Single ‚Zehn‘

Versus Goliath, das Movement, das sich Songwriter und Frontman Florian Mäteling in 2 Jahren selbst gewählter Isolation im Studio erdachte, ist definitiv auf der Landkarte harter deutschsprachiger Musik angekommen. Die erste Single Friss Oder Stirb war ein word of mouth – Club Banger, und erreichte souverän die Spitze der Native 25, und der deutschen Alternativecharts. Auch auf YouTube fand Friss Oder Stirb ausnahmslos nur euphorische Resonanz.

Und dabei ist Mätelings Soundtrack einer nihilstischen Konsumgesellschaft durchaus am ganz anderen Ende des Spektrums von Heile-Welt-Pop anzusiedeln. Vielmehr erinnert Versus Goliath an eine Art Joker in seiner jüngsten filmischen Interpretation, die Galionsfigur einer wachsenden Armee an ausgestoßenen Einzelgängern. #Dubistnichtallein gibt Versus Goliath seinen von der Welt irritierten Hörern zu verstehen, und legt mit seinem introspektiven Sprechgesang konsequent, ja beinahe genüsslich, den Finger tief in die Wunden unserer ach so empathischen, vermeintlichen Gemeinschaft. Bei aller schwarz-grau Malerei seines Kunstwerks verfolgt Mäteling dabei aber durchaus eine humanistische Programmatik, ihm geht es darum Stigmata abzubauen, und vermeintlichen Tabuthemen auf den Grund zu gehen. Das kann zwar hässlich werden, weghören kann aber man trotzdem nicht.

Die zweite Single Zehn entstand als Kunst im Studio, ohne einen konkreten Bezug auf ein konkretes Ereignis. Inspiration kam sicher vom katastrophalen Amoklauf im Münchener OEZ 2016, aber der Ansatz war nicht, eine Chronologie dieser einen – oder einer anderen – Bluttat wiederzugeben, das soll an dieser Stelle nachdrücklich betont werden. Es ging vielmehr um die Psychologie einer solchen Tat, die Kausalketten, die dahinterstecken.

Der 19.02.2020 sah eine weitere Katastrophe, als ein rassistisch motivierter Täter zehn Unschuldige und sich selbst hinrichtete, nachdem er online ausreichend krude Theoreme zusammengetragen hatte, die seine Tat motivisch für ihn legitimierten. Muss man in einer derart erhitzten und gespaltenen Allgemeinstimmung im Land zwar inzwischen eigentlich immer mit solchen Taten rechnen, dieser Undertow der Beklemmung ist ein anderer Teilaspekt dessen was Versus Goliath mit Zehn ausdrücken möchte. Angesichts des Anschlags von Hanau erschien eine Veröffentlichung allerdings jenseits des guten Geschmacks, der Empathie, und schlicht der Menschlichkeit. Zunächst zog man die Single zurück, entschloss sich dann aber schließlich, diese am vergangenen Freitag zu veröffentlichen.

Die Tragödie in Hanau ist beinahe gänzlich aus den Nachrichten verschwunden, und führte im Versus Goliath-Camp zu einem Paradigmenwechsel in der Motivation um Zehn. Es ist zu einer Frage des Respekts vor den Opfern geworden. Auch ist es zu einer Verpflichtung der Sensibilisierung geworden, die die Kunst innehat, damit alle die Augen aufmachen, bevor es eben wieder einmal zu spät ist.

Frontmann Florian Mäteling: „Wir möchten mit dem Song aufzeigen, wie sehr psychische Störungen, Mobbing, Hass und Gewalt gegenüber Kindern in unserer Gesellschaft immer noch als Tabuthemen gelten und was für schreckliche Ereignisse sich daraus entwickeln können, wenn wir in Zukunft nicht lernen, genauer hinzuschauen, aufeinander zuzugehen, das Gespräch zu suchen und Hilfe anzubieten. Dies ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern von jedem einzelnen von uns. Es ist an der Zeit die Augen aufzumachen! Es ist an der Zeit zu handeln, bevor es mal wieder zu spät ist…“

Das Video wurde mit dem Hashtag #dubistnichtallein und einer Seelsorge-Hotline veröffentlicht.

Die EP Der Sechste Tag erscheint am 10. April via wirwirwir/Sony Music.

https://www.facebook.com/versus.goliath.music/

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