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VOJD – The Outer Ocean

โ€œNeuer Name, gesteigerte Qualitรคtโ€œ

Artist: VOJD

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: The Outer Ocean

Spiellรคnge: 42:44 Minuten

Genre: Heavy Metal, Hard Rock

Release: 23. Februar 2018

Label: High Roller Records

Link: Facebook

Bandmitglieder:

Gesang, Bass โ€“ Joseph Toll
Gitarre โ€“ Peter Stjรคrnvind
Gitarre โ€“ Linus Bjรถrklund
Schlagzeug โ€“ Anders Bentell

Tracklist:

  1. Break Out
  2. An Endless Day Of Everlasting Winter
  3. Heavy Skies
  4. Dream Machine
  5. On The Run
  6. The Outer Ocean
  7. Delusions In The Sky
  8. Secular Wire
  9. Vindicated Blues
  10. Walked Me Under
  11. To The Light


Nach der Umbenennung von Black Trip in VOJD Anfang 2017 und den damit verbunden Ankรผndigungen der Mรคnner um Enforcer-Gitarrist Joseph Toll und Ex-Entombed-Gitarrist Peter Stjรคrnvind bezรผglich eines neuen Albums, folgt, im Anschluss an die 7โ€œ-Single Behind The Frame (Dezember 2017), mit The Outer Ocean das hoch interessante erste Full-Length der Band. Der inoffizielle Nachfolger von Shadowline (2015) und Goinโ€™ Under (2013) erscheint im Februar 2018 auf High Roller Records.

Musikalisch hat sich seit dem Namenswechsel einiges geรคndert, die Grundidee von Black Trip bleibt aber in VOJD bestehen. Der Sound der vier Schweden hat nach wie vor ein Fundament aus schnellem Heavy Metal mit Hard Rock-Einflรผssen. Als Begrรผndung fรผr den Namenswechsel gibt die Band selbst an, in Zukunft mehr experimentieren zu wollen.

โ€žI take inspiration from anything that has good melodies, whether itโ€™s Swedish pop or German thrash metal doesnโ€™t matter.โ€œ (Jospeh Tholl)

Diese Experimente finden sich vor Allem in Form von Classic Rock auf The Outer Ocean wieder. Dazu gesellen sich aber auch Elemente aus Blues, Psychedelic oder Rock โ€™nโ€™ Roll. Das Ergebnis sind 11 abwechslungsreiche Songs von denen โ€“ wenig รผberraschend โ€“ die Songs beim Hรถrer hรคngen bleiben, die eher zum Black Trip-Sound gravitieren. Den Anfang macht mit Break Out ein solches Stรผck, das nach gut einer halben Minute bereits das offenbart, was der etwas zurรผckhaltende Sound von VOJD auf dieser Platte hervorbringt: die unglaubliche Stimme von Bassist und Sรคnger Joseph Tholl. Die oft angezerrten Vocals entfalten vor Allem in Kombination mit den sanfteren Harmonie-Stimmen ihre volle Wirkung – Gรคnsehaut und Ohrwurm vorprogrammiert. Allgemein hat man durch den neuen Sound das Gefรผhl, dass die Stรผcke um die Vocals herum geschrieben sind, ohne, dass die anderen Instrumente dabei untergehen. Daraus resultieren ein stimmiges Songwriting und eine gelungene Gesamtkomposition.

On An Endless Day Of Everlasting Winter macht im Anschluss einen kurzen Abstecher zum Rock โ€™nโ€™ Roll mit Steppenwolf-Anleihe, ehe Heavy Skies seinem Namen alle Ehre macht und den Hรถrer ein Riff mit einer ordentlichen Portion Heavyness um die Ohren haut. Richtig experimentell wird es dann zum ersten Mal bei Dream Machine, einem etwas ruhigeren Track, der von Frauen-Chor รผber Klavier bis hin zu sehr Blues-lastigem Gitarrensound viele originelle Einflรผsse aufweist. Trotz allem wirkt der Song dabei nicht fehl am Platz. Obwohl Dream Machine nicht enttรคuscht, lรถst die singende Intro-Melodie von On The Run, indem ebenfalls die Vocals wieder voll zur Entfaltung kommen, ein erlรถsendes Gefรผhl aus. Straightforward klingt bei VOJD dann doch am besten. The Outer Ocean greift zwar wieder ein ruhigeres Tempo auf, mimt aber eher Ballade als virtuoses Experiment und tanzt damit weniger aus der Reihe als sein Vorgรคnger.

Danach folgt mit Delusions In The Sky und Secular Wire die Sternstunde der Platte. Tholl lรคuft gerade in den Refrains zur Hรถchstform auf und die Songs bieten songdienliche Akkordfolgen und Gitarren-Harmonien dort, wo sie hingehรถren. Der Chorus zu Delusions In The Sky klingt zwar mehr wie der Build-Up einer Bridge und endet dann abrupt wieder, macht aber trotzdem sรผchtig. Entgegen dem bisherigen Verlauf des Albums hรคlt die Band das Tempo und das Feeling im achten Song Secular Wire oben und liefert das nรคchste Feuerwerk ab. Hatte Black Trip Songs, die alleinstehend so stark sind?

Vindicated Blues wird zwar nicht im gleichen Atemzug wie seine Vorgรคnger-Titel genannt, ist aber trotzdem einer der stรคrksten Songs einer starken Platte – gleiches gilt fรผr Walked Me Under. Vor Allem die Backing Vocals werden hier wieder exzellent eingesetzt und setzen die Lead-Vocals wunderbar in Szene. Nach fรผnf oder sechs wirklich starken und kraftvollen Songs treffen VOJD zum Abschluss die richtige Entscheidung und geben The Outer Ocean mit Into The Light einen ruhigen Abschluss, der jeden Tropfen SchweiรŸ und Herzblut spรผrbar macht und deshalb auf ganzer Linie รผberzeugt.

Fazit: Ohne die Hinterlassenschaft von Black Trip schmรคlern zu wollen, war der Namens- und Besetzungswechsel eine gute Entscheidung fรผr die Band. Die besten Zutaten des alten Rezepts bleiben erhalten und werden um ein paar dezente, aber erfrischende Neuerung ergรคnzt. Daraus entstanden Songs, die vielschichtig und zugรคnglich, abwechslungsreich und eingรคngig und vor Allem gefรผhlvoll und energiegeladen sind. VOJD legen ein feuriges Debรผt hin, das gleich zu Beginn von 2018 die Messlatte fรผr andere Verรถffentlichungen sehr weit hoch legt.

Anspieltipps: Delusions In The Sky, Secular Wire, Vindicated Blues, On The Run, Walked Me Under
Carsten B.
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