Festivalname: Walpurgisnacht 2025
Bands: Der Weg Einer Freiheit, Heretoir, …And Oceans, Fen, Décembre Noir, Grift, Los Males Del Mundo, Shores Of Null, Asphagor, Afraid Of Destiny, Angstkrig, Deitus, Gateway To Selfdestruction, In This Hell, Infestus, Spere
Ort: ORWOHaus Berlin
Datum: 02.05.2025 – 03.05.2025
Kosten: Festivalticket 120 Euro (Abendkasse); Tagesticket 65 Euro (Abendkasse)
Genre: Black Metal, Extreme Metal
Veranstalter: De Mortem Et Diabolum
Link: https://demortemetdiabolum.de/de/
Zum vierten Mal stehen wir nun schon auch im Frühling vor dem bekannten ORWOHaus, um in ein Festivalwochenende über die sagenumwobene Walpurgisnacht zu starten. Auch 2025 geben sich die Veranstalter vom De Mortem Et Diabolum, das jährlich im Dezember die Halle in Berlin-Lichtenberg nutzt, wieder die Ehre und laden zu einer zweiten Zusammenkunft im Zeichen des Black Metals ein. Gewohnt gut ist das Line-Up, das zwar zugegeben dieses Jahr etwas schwächer scheint, jedoch durchaus das eine oder andere Highlight bereithält. Der Vorverkauf lief leider nicht ganz so gut, konnte sich laut einem Crewmitglied aber im Laufe des Wochenendes noch ein wenig steigern. So konnte auch schon das Datum für 2026 bekannt geben werden, leider bisher ohne Bands. Dafür finden wir den aktualisierten Festivalflyer mit Bandankündigungen für das De Mortem Et Diabolum auf den Tischen und trauen unseren Augen kaum. Hier beweisen die Veranstalter mal wieder ihr Händchen mit einem großartigen Billing. Erst zum wenige Wochen vorher stattgefundenen Dark Easter Metal Meeting haben wir Austere bewundern können und nun stehen sie im Dezember im ORWOHaus auf der Bühne. Das Wochenende beginnt schon einmal hervorragend. Doch bleiben wir erst einmal bei der Walpurgisnacht.
Wir kommen am Freitag zur zweiten Band an. Auf dem Plan stehen Gateway To Selfdestruction, die mit ordentlich düsteren Klängen loslegen. Sängerin Mara, die wir von anderen Bands kennen (z.B. Abglanz, Krater) und die sonst als Bassistin in Erscheinung tritt, gibt ordentlich Gas auf der Bühne. Wir haben uns Gateway To Selfdestruction auch bereits in Vorbereitung auf das Festival angehört und waren schon begeistert. Live kommen die Melodien, Gesangsvarianten und die tolle DSBM-Atmosphäre aber noch besser zur Geltung. Das ist schon einmal ein guter Einstieg.
Weiter geht es dann mit Afraid Of Destiny, die im Vergleich eher sanftere Töne anschlagen. Der Auftritt lädt zum gefühlvollen Eintauchen ein. Die Italiener schaffen so eine schöne Verschnaufpause zwischen den eher harten Bands. Das gefällt mir persönlich auch immer sehr gut an der Walpurgisnacht und auch am De Mortem Et Diabolum. Es wird durch ein wenig Abwechslung nicht langweilig. Afraid Of Destiny sind hier perfekt platziert.
Asphagor machen schon mit beeindruckender Mikroständer-Dekoration klar, was gleich zu erwarten ist. Sänger Morgoth macht aber grundsätzlich keine Gefangenen und reißt von der ersten Sekunde an die Bühne ab. Ein erstes Highlight heute, das wir so gar nicht erwartet haben. 50 Minuten Show gehen viel zu schnell vorbei. Asphagor muss man unbedingt einmal live sehen. Da die Herren aus dem schönen Tirol kommen, wird es hoffentlich auch bald wieder Gelegenheit dazu geben.

Mit Shores Of Null wird es wieder ein bisschen ruhiger, was der aufgeheizten Stimmung im ORWOHaus aber keinen Abbruch tut. Die melodischen Klänge, die mit einer ordentlichen Portion Doom daherkommen, werden vom Publikum ausgiebig bejubelt und gefeiert. Shores Of Null sind aktuell zusammen mit Décembre Noir auf Tour, die auch schon als Nächstes auf der Bühne des Festivals stehen. Auf diesen Auftritt haben wir uns heute am meisten gefreut. Auch hier paart sich wieder ordentlich Death Metal mit Doom und die Spielfreude und Bühnenpräsenz der Thüringer springt sofort über. Die Stimmung ist wunderbar und Décembre Noir wird für uns ganz persönlich der heimliche Headliner des Freitags.
… And Oceans werfen dann einen temporeichen Black Metal auf die Bühne, der sich einige Keyboard- und Elektroelemente mit eingepackt hat. Melodien tönen auch noch durch die Location und Sänger Mathias Lillmåns lässt seine Stimme kreischend über das Publikum wallen. Die Finnen wissen halt, wie man ordentlichen Black Metal abliefert. Wir haben wie bereits erwähnt mit Décembre Noir unseren Headliner schon gesehen und begeben uns nach ein paar Liedern bei …And Oceans an die frische Luft.
Mit Heretoir wird es wieder etwas ruhiger. Frontmann Eklatanz weiß seine gefühlvolle Stimme einzusetzen und beschert mit seinem Gesang und den großartigen Melodien Gänsehautmomente. Die Dankesworte von Heretoir kommen gut an und werden vom Publikum bejubelt. Ein großartiger erster Festivaltag endet und wir machen uns auf den Heimweg.
Zurück im ORWOHaus, bauen Spere gerade die Technik auf. Niklas und Tempestas, bekannt von Bands wie Horn und Halphas, sind ein Duo, das sich vor noch nicht allzu langer Zeit gegründet hat. Dass man auch zu zweit ordentlich abliefern kann, stellen sie direkt unter Beweis. Leider ist die Halle aber noch ein wenig überschaubar mit Besuchern gefüllt. Gleiches Schicksal trift auch Infestus. Im Laufe der Show füllt sich das ORWOHaus dann doch langsam und die Anwesenden bejubeln den durchaus starken Auftritt zum Ende hin doch entsprechend.
Deitus aus London starten an dritter Stelle und hier haben wir es auch gleich mit einem richtigen Highlight zu tun. Old schooliger Black Metal, der auch noch irgendwie richtig britisch klingt, tönt über die Köpfe der Besucher. Dazu eine Spielfreude, die ansteckt und eine fantastische Atmosphäre schafft. Sympathische und hochtalentierte Musiker haben wir hier vor uns. Eine Show, die mitreißt und Lust auf mehr macht.
In der Pausenzeit bis zur nächsten Band ist ein Überraschungs-Akustik-Set angekündigt worden. Grift-Sänger Erik Gärdefors hat sich seine Gitarre geschnappt und schlägt damit ruhige Töne mit Lagerfeueratmosphäre an. Die Gäste und auch wir genießen die kleine Auszeit bei bestem Wetter. Eine schöne Idee, die Außenanlage des ORWOHaus zu nutzen.
Innen bereiten sich Angstskríg aus Kopenhagen vor. Optisch in Hut und Masken verhüllt, sind auch die zwei Monitore auf der Bühne ein Hingucker. Hier werden Filmsequenzen passend zum jeweiligen Song abgespielt. So bekommt der Auftritt der Dänen etwas mehr Tiefe. Unser Fall ist das Ganze allerdings nicht so wirklich und wir legen eine wohlverdiente Pause ein.

Umso mehr freuen wir uns auf die Argentinier von Los Males Del Mundo. Wir werden nicht enttäuscht und sogleich schallt harter, dunkler Black Metal in den Wänden. Gefolgt von starken Melodien und hervorragend dargebotene Vocals von Sänger Dany Tee schaffen ein großartiges Konzerterlebnis. Dabei sind Los Males Del Mundo nicht nur bescheiden und auf dem Boden geblieben, sie überzeugen mit einer Sympathie, die man gerne miterlebt. Sie bedanken sich, dass sie mit so tollen Kollegen die Bühne teilen dürfen und ernten nicht nur für ihre fantastische musikalische Darbietung viel Applaus.
Nun betritt Erik Gärdefors für seinen zweiten Auftritt die Walpurgisnacht-Bühne. Grift zeigen hier eine melancholische Atmosphäre, die mal wieder eine schöne Abwechslung im Line-Up bietet. Vom Publikum auch wieder bejubelt aufgenommen, liefern die Schweden einen tollen Auftritt ab.
Fen sind auch schon die vorletzte Band des diesjährigen Walpurgisnacht-Festivals. Die Herren aus UK überzeugen mit etwas Härte, etwas Melodie und dazu ganz viel Spielfreude und Bühnenpräsenz und lassen das Publikum ordentlich mitgehen. Die Show endet schnell und schon steht nur noch ein Headliner auf dem Programm.
Der Weg Einer Freiheit werden schon sehnlichst erwartet. Nokturn soll heute überwiegend auf der Setlist stehen. Das zeigt sich auch an der Fülle in der Halle. So voll war es sonst zum Festival nicht. Doch auch Songs wie Immortal und Aufbruch aus dem Album Finisterre haben den Weg ins ORWOHaus gefunden und zu guter Letzt kredenzen Der Weg Einer Freiheit noch einen ganz neuen Song des kommenden Albums. Besser kann die vierte Walpurgisnacht in Berlin nicht zu Ende gehen. Es war mal wieder ein wahres Fest. Großartig organisiert, mit einem tollen, stets freundlichen Team und der bekannt angenehmen Atmosphäre, lässt das Veranstalterteam keine Wünsche offen. Wir freuen uns schon aufs De Mortem Et Diabolum, dass mittlerweile ein komplettes Line-Up hat. Freut euch unter anderen auf Tsjuder, Austere, Ellende und Thy Light.












