„Schmutzige Bastards aus Hamburg”

Artist: Warpath

Herkunft: Hamburg / Deutschland

Album: Filthy Bastard Culture

Genre: Thrash Metal, Death Metal, Doom Metal

Spiellänge: 62:15 Minuten (inkl. Bonus Songs)

Release: 23.11.2018

Label: Massacre Records

Link: http://www.facebook.com/WarpathHamburg

Bandmitglieder:

Vocals – Dirk „Digger“ Weiss
Guitars – Flint Razorhead
Bass – Sören Meyer
Drums – Norman Rieck

Tracklist:

  1. The World Beyond (Intro)
  2. Unbroken Soul
  3. Back To Zero
  4. Filthy Bastard Culture
  5. Believe In Me
  6. Into The Dark
  7. Killing Fields
  8. Below The Surface
  9. F.U.
  10. Violent Starr
  11. Slow Motion Violence
  12. St. Nihil
  13. Nebelkrähe (Digipak Bonus)
  14. For The First Time (Digipak Bonus)

Nachdem Warpath, das Hamburger Metal Urgestein, es schafften, sich letztes Jahr mit ihrem Album Bullets For A Desert Session erfolgreich zurückzumelden, legen sie bereits ein Jahr später das nächste Werk mit Filthy Bastard Culture vor. Das ist schon verwunderlich, dies in so kurzer Zeit zu machen. Ich glaube, die Jungs wollen es jetzt einfach noch mal wissen. Daher muss ich kurz ein wenig zur Bandhistorie ausholen. 1991 gegründet und bis 1998 aktiv, schafften Warpath es, vier Alben herauszugeben und auch live eine Nummer zu sein. Nach internen Bandproblemen und dem Tod des damaligen Sängers Arnie wurde die Band auf Eis gelegt. 2015 meldeten sich Warpath dann wieder mit Liveshows und neuen Songs zurück. Zu Beginn noch mit Gründungsmitgliedern der Band. Von denen blieb dann bis zum Albumrelease von Bullets For A Desert Session 2017 nur noch Dirk „Dicker“ Weiss übrig.

Davon, dass Warpath auch live wieder eine Hausnummer sind, durfte ich mich persönlich dieses Jahr im Juni beim Metal Frenzy Open Air in Gardelegen überzeugen (hier geht es zum Bericht). Einmalig dort auch der gemeinsame Act von Dirk „Digger“ Weiss zusammen mit Sabina Classen und Holy Moses auf der Bühne. Dort konnte ich mich auch lange und vorzüglich mit den Jungs von Warpath und ihrem Anhang unterhalten. Dirk „Digger“ Weiss sagte mir dort schon, dass ein neuer Longplayer in der Mache sei. Um so mehr freue ich mich, ihn jetzt in der Hand zu halten (obwohl Dirk „Digger“ Weiss mir den ja persönlich versprochen hatte, das hat er wohl vergessen. Dirk es sei dir verziehen :-)). Da ich ihnen dort erzählt habe, dass ich für den Vorgänger bereits ein Review gemacht hatte und dies beim neuen Werk auch machen werde, fühle ich mich zudem auch zu diesem Review hier verpflichtet. Hier schon mal eine kurze Bemerkung: Ich bereue es nicht!

Erschienen ist Filthy Bastard Culture, wie das Vorgängeralbum, erneut bei Massacre Records. Erhältlich ist Filthy Bastard Culture als Digipak mit zwei zusätzlichen Bonus Tracks und als limitierte Vinylausgabe. Ganz toll von Massacre Records den Jungs auch eine Vinylausgabe zu spendieren. Das hat das Album auch unbedingt verdient. Zeitgleich mit dem Releasedatum der neuen Platte veröffentlicht Massacre Records noch die beiden Alben Against Everyone und Massive von Warpath als Rerelease auf CD.

Wie beim Vorgängeralbum spielen Warpath auf Filthy Bastard Culture keinen Thrash Metal in Reinkultur, eher eine starke Mixtur aus Thrash Metal, Death Metal und auch Doom / Sludge. Gerade dieser Mix fixt mich besonders an, da ich alle diese Metalgenres sehr gerne mag und spannend finde. Bei den doomlastigen Songs gerate ich nahezu in Verzückung. Da treten Warpath beinahe wie eine Doom Metal Band in Reinkultur auf. Passend dazu möchte ich den Song Slow Motion Violence erwähnen. Jungs, genau das ist es, was mich begeistert.

So, wie ich es verstanden habe, ist das Album in DIY Manier im Proberaum der Band entstanden damit es laut und dreckig klingen soll! Das ist der Band äußerst gut gelungen. Auch, wenn der eine oder andere Hörer bestimmt ein paar Umdrehungen braucht, bis das Album bei ihm zündet, mein Tipp: Hört es euch unbedingt an, denn es wird in euren Ohren explodieren.

Filthy Bastard Culture beginnt mit dem Intro The World Beyond, welches kaum erahnen lässt, was die nächste Stunde auf uns zukommt. Langsame doomige Klänge, die sich dann gegen Ende anhören, als ob ein Sprung in der Platte wäre. Dadurch setzt er deinen Ohren doch erschreckend zu und du freust dich, dass endlich mit Unbroken Soul der zweite Song erklingt. Der ist dann ein kräftiger Death Thrasher, sehr rau und ungefiltert gespielt. Beim erstmaligen Hören denke ich mir noch, naja die Stimme von Dirk „Digger“ Weiss könnte / müsste doch etwas klarer rüberkommen. Jetzt bin ich mir sicher, wenn das so wäre, dann würde das den Song kaputtmachen. Genau so, wie er ist, sollte es sein. Jungs, da muss ich gestehen, da brauchte ich doch ein paar Akkorde, bis sich das durch meine Gehirnwindungen gefressen hat und ich es begriffen habe. Genau so muss es klingen. Dieser Song macht bereits dem Albumtitel absolute Ehre.

Back To Zero beginnt mit einem kurzen Intro, bis er zu einer krachenden Groovelawine wird. Kein Gedanke daran, zurück auf null zu gehen. Toller Song, der auch mal das Tempo wechselt.

Der Titelsong Filthy Bastard Culture ist wirklich dreckig und auch recht schnell, und ein wenig Lemmy ist irgendwie auch dabei. Irgendwie ist der Motör hier richtig an.

Aber glaubt mir, es tritt auch noch was ganz anders bei Warpath zutage. Believe Me, so der Titel des Songs, ist sehr stark doomlastig und von Doom werden wir auf dem Album noch mehr hören. Zuerst gehen wir nach Believe Me jedoch mal wieder Into The Dark mit Death und Trash Metal im Midtempo. Da kracht es erneut richtig, genauso wie in den Killing Fields.

Below The Surface treibt richtig, ohne dass er wirklich zu schnell wird. Gelegentlich schaffen es die Gitarren einmal auszubrechen, halten sich jedoch immer auf Augenhöhe mit der Stimme von Dirk „Digger“ Weiss, der hier fast flehende Voices einsetzt. Eine ganz starke Nummer ist dieser Song für mich. Er treibt uns dann in den nächsten Song F.U. Fuck You wie geil!

Geradezu wie ein Meteorit schlägt Violent Starr ein, der einige Doom / Sludge Elemente neben Death Metal enthält, bevor dann die bereits weiter oben beschriebene Doom / Sludge Nummer Slow Motion Violence mich regelrecht erschlägt. Ich vermute mal, die Jungs von Warpath kennen Kirk Windstein und Crowbar. Der Song flasht! Im gleichen Fahrwasser schwimmt noch St. Nihil, obwohl etwas schneller von der Rhythmusgruppe angetrieben, ebenfalls noch sehr doomig. Dirk „Digger“ Weiss kann hier mit seiner wechselseitigen Stimme, ebenso wie die gesamte Band in ihrem Können, richtig überzeugen.

Mit St. Nihil erhält das Album einen absolut würdigen Abschluss. Ein Song, der das Album glanzvoll enden lässt.

Als Digipak Bonus gibt es noch zwei weitere Songs. Mit Nebelkrähe noch ein Doomer, sogar in Deutsch gesungen. Da muss jeder selbst für sich entscheiden, ob ihm das gefällt.

Warpath - Filthy Bastard Culture
Fazit: Warpath haben mit Filthy Bastard Culture nach nur über einem Jahr zum Vorgänger Bullet For A Desert Session noch einmal einen draufgesetzt. Roh, rau, dreckig und ein angenehm derber Sound. So muss Metal eigentlich klingen. Ein gewollt dreckiger Schliff. Düster und schwerfällig und wieder mit sehr viel Verstand arrangiert. Die für mich zu Warpath unbedingt gehörende Mischung aus Thrash Metal, Death Metal und Doom / Sludge geht auf diesem Album voll auf. Also weiter so Jungs!

Anspieltipps: Filthy Bastard Culture, Violent Starr, Slow Motion Violence
Juergen S.9.2
9.2Gesamtwertung
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