Waste A Saint – Hypercarnivore

Geiles Debüt der Norweger

Artist: Waste A Saint

Herkunft: Trondheim, Norwegen

Album: Hypercarnivore

Genre: Alternativ Rock, Stoner Rock, Psychedelic Rock

Spiellänge:  37:42 Minuten

Release: 22.04.2022

Label: All Good Clean Records

Link: https://www.facebook.com/pg/WasteAsaint/

Bandmitglieder:

Gesang – Bogey Stefansdottir
Schlagzeug – Vebjørn Svanberg
Bass – Ole Nogva
Gitarre – Alexander Skomakerstuen

Tracklist:

  1. Shoot Your Way Out
  2. The Healer
  3. Textbook People Pleaser
  4. I See You Disappear
  5. We = Me
  6. Superego
  7. By Proxy
  8. Breaking Through
  9. Feet To The Fire

Mal wieder so eine Empfehlung, die einen richtig umhaut. Da gibt es doch tatsächlich Leute, die wissen, was ich gerne höre und womit man mich begeistern kann. Einer davon kommt aus Berlin, selbst Labelchef und er weiß genau, auf was ich stehe. Von ihm habe ich schon die eine oder andere Empfehlung bekommen, mal reinzuhören und das nicht nur bei den labeleigenen Bands.

In diesem Fall sind es die Norweger Waste A Saint, die mit Hypercarnivore ihr Debütalbum vorlegen. Erscheinen wird es am 24.04.2022 über das Label All Good Clean Records.

Die Band wurde Ende 2015 von Sängerin Bogey Stefansdottir, Bassist Ole Nogva und Gitarrist Alexander Skomakerstuen gegründet und hat in Skandinavien bereits einige Singles und eine EP veröffentlicht. Nun soll mit dem Album Hypercarnivore die nächste Entwicklungsstufe erreicht werden. Und die wird es sicherlich. Seit den Aufnahmen zu Hypercarnivore ist Schlagzeuger Vebjørn Svanberg festes Bandmember.

Ein Hypercarnivore ist aus dem Englischen übersetzt ein Tier, dessen Nahrung zu mehr als 70 % aus Fleisch besteht. Neun Songs sind es auf dem Album, die sich Waste A Saint wie ein Predator für die Fleischeslust zurechtgelegt haben.

Die Energie und Ausdauer eines Raubtieres versprüht das Quartett auf dem Album Hypercarnivore. Einen tollen rockigen Sound schlägt uns das Quartett um die Ohren. Direkt beim ersten Durchlauf kommen mir die Songs schon ungemein bekannt vor. Kein Wunder, denn es sind Einflüsse der Sixties und Seventies, die die Band mit einem schweren Stoner-Einschlag vereint.

Da gibt es einen prägenden, fuzzigen Gitarrensound. Waste A Saint machen sich mit Hypercarnivore ihren Weg frei, das wird bereits mit dem Opener Shoot Your Way Out klar. Neben dem fuzzigen Sound steht besonders Sängerin Bogey Stefansdottir im Vordergrund und prägt die Songs ungemein. Wer solch einen Namen hat, der kann einfach nur geil singen, würde ich hier fast schon sagen. Gerade diese Stimme ist es, die sich bei den flirrenden Gitarren auf dem folgenden Song The Healer eindeutig absetzt.

Fast lasziv lässig verhält sich Bogey in Textbook People Teaser. Wie sie dieses Textbook People Teaser zunächst hinhaucht und es im weiteren Verlauf regelrecht raushämmert. Die Frau ist einfach nur klasse. Aber nicht nur die Frau, auch ihre Mitstreiter. Hart und dennoch psychedelisch verspielt ist I See You Disappear. Leute, was macht ihr da? Bereits jetzt ist das Ding schon ein Must-have für jeden (Alternativ) Rocker / Stoner. We = Me ist für mich der Überrocker himself.  Da heulen die Gitarren auf und Bogey macht das mal wieder cool und lässig.

Zunächst We = Me und dann den Superego spielen!? Ja, das geht bei Waste A Saint. Waste A Time können machen, was sie wollen, die haben es einfach drauf. Mächtig kommt es noch einmal mit By Proxy daher. Für wen Waste A Saint da den Stellvertreter machen, kann ich nicht sagen, vielleicht für all die ungenannten Sixties- und Seventies-Bands, die uns mit ihrer großartigen Mucke erfreut haben!?

Was ist denn Breaking Through für ein Song!? Zunächst geht es glatt, mit vollem Gedonner / voller Power durch die Wand, dann ein Breake und der Song wird zu einem verzerrten psychedelic Part mit einer entrückten Bogey Stefansdottir! Wow!!! Zum Schluss gibt es noch einen saustarken Stoner / Rock Song. Mit Feet To The Fire lassen Waste A Saint noch einmal die Funken springen.

So, ich glaube, ich muss jetzt einmal ein paar (Blues) Pills nehmen, um von diesem Album noch einmal herunterzukommen. 😉

Nach der Veröffentlichung des Albums werden Waste A Saint auf eine kleine Norwegen-Tour gehen, bevor es in der Festivalsaison auf Festivals in südlichere Gefilde Europas geht. Hier erwarte ich von meinem Tippgeber Arne unverzüglich Meldung, wenn sie in meiner Nähe sind.

Waste A Saint – Hypercarnivore
Fazit
Die Norweger Waste A Saint legen mit Hypercarnivore ein geradezu sensationelles Debüt hin. Wie ein Hypercarnivore schleichen sie sich gleichsam eines Predators in die Rock / Stoner / Psychedelic Szene ein. Da müssen einige Bands aufpassen, dass sie von den jungen Norwegern nicht direkt gefressen werden. Wenn Waste A Saint dies auch noch entsprechend live umsetzen, werden sie aus der Szene nicht mehr wegzudenken sein!

Anspieltipps: Shoot Your Way Out, Textbook People Pleaser und We = Me
Juergen S.
9.6
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