Wedge – Like No Tomorrow

Wedge spielen, als wenn es kein Morgen mehr gäbe

Artist: Wedge

Herkunft: Berlin, Deutschland

Album: Like No Tomorrow

Genre: Stoner Rock, Heavy Rock, Psychedelic Rock, Classic Rock

Release: 15.01.2021

Label: Heavy Psych Sounds

Link: https://www.wedgeband.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Harmonica – Kiryk Drewinski
Schlagzeug, Percussion – Holger ‘The Holg’ Grosser
Bass. Orgel, Electric Piano, Mellotron – David Götz

Tracklist:

  1. Computer
  2. Playing A Role
  3. Blood Red Wine
  4. Across The Water
  5. Queen Of The Night
  6. U’n’I
  7. At The Speed Of Life
  8. Soldier

So, heute mein erstes Review für eine Veröffentlichung des Jahres 2021. Da habe ich direkt eine Band und ein Label erwischt, zu denen ich mich besonders verbunden fühle. Die Berliner Stoner Wedge bringen mit Like No Tomorrow ihr drittes Album heraus.

Das Trio, welches sich 2014 gründete und seitdem in gleicher Besetzung mit Gitarrist/Sänger Kiryk Drewinski (ex-Liquid Visions & ex-The Magnificent Brotherhood), Schlagzeuger Holger “The Holg” Grosser und Bassist/Organist David Götz unterwegs ist, ist in der Szene mittlerweile zu einer festen Größe gewachsen. Schnell nahm das renommierte italienische Stoner Label Heavy Psych Sounds die Band unter Vertrag und veröffentlichte bereits im Gründungsjahr des Trios das erste (selbst betitelte) Album der Band. 2018 folgte mit Killing Tongue das zweite Album. Nun also der dritte Streich von Wedge mit dem Titel Like No Tomorrow, welches natürlich wieder bei Heavy Psych Sounds erscheinen wird. Release Day wird der 15.01.2021 sein. Das Label feiert ihre Bands gewöhnlich mit wunderschönen physischen Ausgaben der Alben. So ist das aktuelle Werk von Wedge als CD und in den Vinylvarianten Ultra Ltd Test Press (15 Stück), Half Half Black-Red Vinyl (200 Stück), Yellow Solid Vinyl (450 Stück) und Black erhältlich.

Live zu Buche schlagen bei Wedge mittlerweile gemeinsame Touren/Konzerte mit solchen Bands wie zum Beispiel Fu Manchu, Kadavar, Blues Pills, Orchid, The Flying Eyes, Lucifer, Pontiac, Simo und weitere. Festivalauftritte gab es unter anderem bei folgenden Veranstaltungen: Bukta Open Air, Desert Fest, Stoned From The Underground, Duna Jam, Burg Herzberg Festival, dem labeleigenen Heavy Psych Sounds Fest und anderen. Kiryk Drewinski ist in der Szene zudem als Künstler bekannt, der wunderbare Plattencover und Eventposter erschafft.

Mein erster Kontakt mit Wedge war vor Jahren bei ihrer Tour mit den Blues Pills. Dort traf ich die Band, die im gleichen Jahr gerade ihr erstes Album herausgebracht hatte, das erste Mal und war von diesem Power Trio total beeindruckt. Das letzte Mal habe ich die Band beim Heavy Psych Sounds Fest im Dezember 2019 in Berlin getroffen und mit ihnen ausgiebig geplaudert. Umso  mehr freue natürlich, jetzt ein Review zum neuen Album machen zu dürfen.

Manchmal stellt es ein Problem dar, wenn eine ausgezeichnete Liveband (und ja, das sind Wedge auf jeden Fall) ein Studioalbum herausbringt. So viel schon mal vorweg: Wedge wirken auf Like No Tomorrow absolut authentisch, da wird nicht an den Steckern gespielt. Wedge haben sich ihren Livecharakter auch auf Platte bewahrt! Der Titel des Albums sagt bereits alles. Auf Like No Tomorrow wird gerockt, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Wedge servieren auf Like No Tomorrow ein Feuerwerk zwischen progressivem Garagenrock, Heavy Rock und Psychedelic Rock. Classic Rock Fans der Sechziger/Siebziger werden dieses Album lieben. Ich weiß gar nicht, wie Wedge über den Zeittunnel in die Gegenwart hineingeschleudert wurden. Die müssten da eigentlich in Rock eingemauert sein. Vielleicht sind sie ja auch über die Stairways To Heaven im Leslie geschwängerten Hammond Sound mit Fuzz Gitarren gelangt. Jedenfalls ist es kaum zu fassen, was das Power Trio hier in den Songs zwischen drei und neun Minuten veranstaltet. Aufgrund des vergangenen (Corona) Jahres ist der Titel Like No Tomorrow doppelt bedeutungsvoll und wir hoffen natürlich, dass es ein Morgen geben wird …. und man Wedge wieder live erleben kann.

Bereits der Opener Computer ist der Hammer pur. Vergleiche mache ich ja eigentlich nur ungern. Aber hier muss ich es auf jeden Fall mal so verklausulieren: Computer ist so eine Art Strange Kind Of W …. David Götz so etwas wie der junge Lord und Kiryk Drewinski ist einfach nur more Black. Holger ‘The Holg’ Grosser treibt das Ding natürlich in Paice Manier richtig an. Ich glaube, ihr wisst was ich meine! Ich bin noch ganz aus dem Häuschen. Der Song ist sowas von Vintage, ich könnte mich fast überschlagen. Man könnte ihn auch als Strange Kind Of Wedge bezeichnen.

Spielt das eigentlich eine Rolle, was das Power Trio hier macht? Yes!!! Playing A Role ist der nächste Song und spielt auf dem vorliegenden Album auch eine gewichtige Rolle. Vielleicht nicht mehr mit dem gleichen Druck wie der vorangegangene Song, aber noch sehr mächtig mit einigen Psychedelica angereichert. Kiryk Drewinski lässt die Gitarre hier eine besondere Sprache sprechen. Babe, I get you higher.

In Blood Red Wine schaut die Orgel tief ins Glas und wir erleben unseren eigenen psychedelisch rockigen Rausch. Jungs, das, was ihr hier fabriziert, macht süchtig. Vielleicht solltet ihr eure eigene Blood Red Wine Sorte auf den Markt bringen und es „Rotes Rauschen“ nennen 😉

Klar, haben wir einmal diesen lieblichen Wein genossen, können wir natürlich übers Wasser gehen. Across The Water lädt förmlich dazu ein, die Jesusschlappen anzuziehen und im Psychedelic Gedudel zu schwimmen.

Speed & Roll veranstalten Wedge mit der Queen Of The Night und huldigen der Königin der Nacht würdevoll. Hier wird mal wieder richtig Dampf abgelassen. Nach U’n’I, welcher ein Klassiker der späten Sixties sein könnte, nähern wir uns At The Speed Of Live. Dabei täuscht der Titel, denn wir haben hier keinen Titel mit viel Speed, sondern einen eher melodischen, nachdenklichen Song mit wunderbarem Sound!

Der letzte Song Soldier, mit über neun Minuten Länge, ist dann zum eigentlichen Abschluss der Platte so etwas wie das Kernstück der Platte. Auf dem gleichzeitig längsten Song wird hier die Mucke der Sixties/Seventies regelrecht zelebriert. Soldier wird richtig erarbeitet. Er ist sensibel und heavy zugleich. Ausufernde Gitarrensoli und das Leslie der Orgel dreht seine Runden. Das Ganze schön rhythmisch durch das Schlagzeug eingepackt.

Wedge – Like No Tomorrow
Fazit
Wedge aus Berlin legen gleich zu Beginn des Jahres mit Like No Tomorrow ein fulminantes Album hin. Sie spielen, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Wie durch einen Zeittunnel schleudern sie uns Heavy Rock, Psychedelic Rock und Classic Rock nur so um die Ohren. Beim Hören dieser Platte kann man eigentlich nur mit der Zunge schnalzen.

Anspieltipps: Computer, Blood Red Wine und Queen Of The Night
Juergen S.
9.8
Leser Bewertung4 Bewertungen
9.9
9.8
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