When Our Time Comes – When Our Time Comes

“Ein gut gemachtes aber unspektakuläres Debütalbum“

Artist: When Our Time Comes

Herkunft: London, England

Album: When Our Time Comes

Spiellänge: 47:34 Minuten

Genre: Alternative Metal, Progressive Metal, Djent

Release: 15.04.2016

Label: Lifeforce Records

Link: https://www.facebook.com/whenourtimecomes

Produktion: von Justin Hill

Bandmitglieder:

Gesang – Joe Carter-Hawkins
Gitarre – Alexander Blair
Gitarre – Jack Gibson
Bassgitarre – Ross Collier
Schlagzeug – Dom Hope

Tracklist:

  1. Home Truths
  2. Beyond Limits
  3. Port To Call
  4. Breathe Again
  5. 50 Years From Now
  6. We’re Here For A Reason
  7. The Devil You Know
  8. Interlude
  9. Impending
  10. End Of An Era
  11. Following The Footsteps

When Our Time Comes - When Our Time Comes

 

Nachdem die im Jahr 2011 gegründete Band When Our Time Comes im April 2012 die erste EP Test The Waters veröffentlichte, erscheint nun am 15.04.2016 über Lifeforce Records das elf Songs umfassende selbstbetitelte Debütalbum. Ob die Einflüsse, die von When Our Time Comes genannt werden, in den Songs hörbar sind, wird sich zeigen. Mit Lifeforce Records hat man aber wohl den richtigen Partner, das Künstlerportfolio ist schön gemischt und sehr beeindruckend. Genau das Gleiche könnte man über Produzent Justin Hill sagen, der schon bei Alben von Malefice, Rise To Remain, SikTh und Yashin Hand anlegen durfte und im Moment gerade in der Produktion für das neue Album von Betraying The Martyrs steckt. Der Mann sollte also wissen, wie das Album When Our Time Comes klingen muss.

Der erste Song Home Truths erinnert mich ein wenig an die mittlerweile ziemlich soft gewordenen We Came As Romans, wobei das nicht negativ gemeint sein soll, denn ich mag die Band. Aber genauso, wie auch der zweite Song Beyond Limits, zieht Home Truths ein wenig an mir vorbei, da ist nichts, was wirklich meine Aufmerksamkeit erwecken könnte. Anders wird das dann mit Port To Call und Breathe Again, die sehr in die Progressive-/Djent-Ecke schielen, aus der auch SikTh oder Periphery kommen, wobei When Our Time Comes definitiv die Härte abgeht, mit der Periphery und SikTh stellenweise punkten können. Im Grunde also auch nichts Neues, aber gut gemacht und sehr unterhaltsam.

Der Song 50 Years From Now, zu dem auch ein Video veröffentlicht wurde, hat mich im Grunde dazu veranlasst, mir dieses Album zum Review zu nehmen. Ebenfalls sehr progressiv, sehr djentig, aber zum einen mit mehr Tempo versehen und zum anderen in den Strophen fast schon mit der rotzigen Attitüde, die Bands wie Blink182 oder +44 mal ausgemacht haben.

Ab hier „schwächelt“ das Album dann ein wenig, wobei ich das extra in Anführungszeichen setze, denn es ist definitiv nicht so, dass die Qualität der Songs nachlässt. Das ist nach wie vor feiner Progressive bzw. Alternative Metal, teilweise ein wenig zu verspielt, wie bei We’re Here For A Reason, und technisch kann man den Jungs von When Our Time Comes ja sowieso nichts Negatives unterstellen. Sowohl die Saitenfraktion als auch Dom Hope am Schlagzeug sind richtig gut unterwegs, und der Stimme von Sänger Joe Carter-Hawkins hört man gern zu. Aber da ist, wie schon bei den ersten beiden Songs, nichts, was mich mal aufhorchen lässt und meine Aufmerksamkeit ergattern kann. Das tut dann das kurze und ruhige, mit waberndem Frauengesang versehene, Interlude, aber der tiefere Sinn und Zweck dieses Zwischenstücks erschließt sich mir nicht.

Der Kontrast zum folgenden Impending ist allerdings beträchtlich. Der Stil ist wieder ähnlich dem von 50 Years From Now, da gibt es einerseits sehr schöne Djent-artige Gitarrenläufe, zum anderen auch ein wenig Punkrock à la Blink182, bei dem man einfach nur wie blöd herumhüpfen möchte (was bei Konzerten wahrscheinlich auch passieren wird). Mein absolutes Highlight des Albums kommt dann aber spät mit End Of An Era. Endlich mal stellenweise was härter mit einer sehr geilen Mischung aus dem Groove von Uneven Structure, teilweise dann wieder an TesseracT erinnernd.

Fazit: Bei Periphery, die von When Our Time Comes als eine der beeinflussenden Bands genannt wurden, geht es mir zugegebenermaßen so, dass ich die Jungs live erleben muss, um das, was sie da liefern, richtig genießen zu können. So geht es mir auch mit When Our Time Comes. Allein das Video zu 50 Years From Now hat die Stimmung gleich noch mal richtig gut transportiert, aber jetzt nur hier zu sitzen und das Album zu hören, war eine ziemlich unspektakuläre Angelegenheit. Ich habe ja in vielen Gesprächen, insbesondere mit Musikern aus dem Progressive-Sektor, immer wieder gehört, dass man gerade in diesem Genre noch was Neues erfinden könnte, was die Grenzen wieder ein Stückchen weiter steckt. Na gut, da sind die Musiker eher die Fachleute bzw. die kreativen Köpfe, sollen sie mal machen, ich bin da eher skeptisch. Der Band When Our Time Comes ist es allerdings nicht gelungen, etwas auf das Debütalbum zu bringen, das ich vorher noch nicht gehört hätte. Das ist natürlich nicht grundsätzlich negativ zu bewerten, aber dieses Debütalbum ist dann doch größtenteils mehr oder weniger an mir vorbeigezogen.

Anspieltipps: Port To Call, 50 Years From Now, Impending und End Of An Era
Heike L.
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