WildRider – Rock City Escapades

Be ready for dirty eighties shit

Artist: WildRider

Herkunft: Bad Breisig / Deutschland

Album: Rock City Escapades

Genre: Sleaze Metal, Hard Rock, Sleaze Rock

Spiellänge: 51:32

Release: 24.11.2018

Label: Independent

Link: https://wildrider.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas
Gitarre, Hintergrundgesang – Marcello
Gitarre, Hintergrundgesang – Marco
Bass, Hintergrundgesang – Rob
Schlagzeug, Hintergrundgesang – Kevin

Tracklist:

  1. Int(r)o The Wild
  2. Lick It ‘N’ Love It
  3. Serpent King
  4. Revel Lords
  5. Never Too Old To Be Young
  6. Miss Dynamite
  7. Full Metal Thunder
  8. As Dirty As You Gets
  9. Dangerous Girl
  10. Burn Baby Burn
  11. Cherry Kiss
  12. Wildrider

Nach einigen fulminanten Shows in heimischen Gefilden besitzen WildRider aus Bad Breisig (zwischen Koblenz und Bonn) bereits so etwas wie einen Kultstatus. Auch ich selbst konnte das Quintett unter anderem bereits auf den Ironhammer Festival in Andernach und beim The Last Stand in Mendig bestaunen.

WildRider spielen einen heißen Achtziger orientierten Hard Rock / Sleaze Metal. Ganz im Stile ihre Helden aus den Achtzigern, ohne ein Abklatsch, Cover, Tribute oder auch sonst etwas zu sein. Sie haben ihre eigene Attitüde. Sie könnten direkt eine Hard Rock / Sleaze Metal Band aus den Achtzigern sein, wenn die Jungs nicht so jung wären. Da wo andere Bands ihre Vorbilder covern, gehen WildRider ein gehöriges Stück weiter. Sie setzen einfach die Geschichte des Achtziger Hard Rocks fort, indem sie neue Songs in diesem Stil schreiben, diese live mit ungeheurer Power umsetzen und nun ihre Songs auf einen Tonträger bannen.

Als außergewöhnlich gute Liveband verschrieben zu sein, bedeutet ja nicht unbedingt, dass man das auch auf einem Studioalbum so rüberbringt.

WildRider haben dies versucht, in dem sie Ende November letzten Jahres ihr Erstlingswerk Rock City Escapades auf CD in Eigenregie herausgebracht haben. Ich wollte eigentlich damals bei der Releaseparty dabei sein, konnte dies leider aus terminlichen Gründen nicht. Irgendwie hat es sich dann verzögert, dass ich an die CD ran gekommen bin. Jetzt ist die CD mithilfe der Band endlich in meine Hände geraten.

Was soll ich sagen, sie haben es nicht nur versucht, sie haben es sogar geschafft ihre ungeheure Live Performance auf ein Studioalbum (ihr erstes Album) in die einzelnen Songs zu transportieren.

Waren meine Erwartungen an den Fünfer aus Bad Breisig schon recht hoch angesetzt, haben sie das leicht getoppt. Das Ding in die Hand genommen – ausgepackt, das Artwork von Stephan Kugler (www.stephankugler.de) bewundert, welches toll zu diesem Album passt und rein ins Krokodilmaul (CD-Player), damit es was zu fressen hat. Die Scheibe zündet vom ersten Moment an und will nicht mehr ausgespuckt werden.

Das Intro Int(r)o The Wild ist bereits sehr kraftvoll angelegt und bereitet den Hörer auf den Einstieg in die wilde Welt von WildRider vor. Bereits mit Lick ‘N’ Love It zeigen die Jungs den Mittelfinger. Man, was gehen die einmal ab. Da muss man kein Dynamit küssen, denn in der Scheibe von WildRider ist wesentlich mehr Sprengstoff drin, wenn ihr versteht, was ich meine.

Da braucht es manchmal richtige Guns in Form von extra geilen Gitarrenläufen, um den Serpent King zu erlegen, oder auch Roses um den Revel Lords zu schmeicheln. Mein Gott, was hauen die beiden letztgenannten Songs rein. Ich kann jetzt nicht unbedingt sagen, dass ich ein Die Hard Sleaze Metal Fan bin, aber WildRider schaffen es mich mit solchen Songs dazu zu machen.

Die Platte zeichnet sich durch ausgesprochen gutes Songwriting durchgängig vom ersten bis zum letzten Song aus. Lange habe ich keinen Sänger mehr gesehen und gehört, der dieses Hardrock Feeling der Achtziger mit seiner Stimme so authentisch rüberbringt wie Thomas am Mikro! Hat man ihn vorher noch nie gesehen, kann man sich gar nicht vorstellen, was da gleich abgeht, wenn er ans Mikro geht! Die Gitarrenarbeit der beiden Männer M & M (Marcello & Marco) an den Saiteninstrumenten ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Kevin an den Drums tritt seinen Vordermännern zusammen mit Rob regelrecht in den Arsch, damit sie diese Kick Ass Music zustande bringen.

Ihr wollt auch einmal eine Ballade? So etwas finden wir auch, zumindest ansatzweise in Never Too Old To Be Young, die jedoch noch mächtig Drive hat. Mit dem Songtitel haben die Jungs genau meinen Nerv getroffen!

Weiter geht die Luzie, äh Miss Dynamite ab, bevor sich Full Metal Thunder schwer dahinschleppt mit einer ungeheuren Power. Schwer böse, wie ein Gewittergrollen schleicht sich der Song dahin.

„Mmmh, I like it dirty“, so beginnt As Dirty As Yout Gets und ist ein Sleaze Metal Song in bester Tradition mit einer gehörigen Portion Groove. Unterstützt wird das Ganze durch die Vocals von Karina.

Dangerous Girl: „She’s a killer, she’s a cat“ schleicht sich wie ein Panther daher und ist immer auf der Jagd nach Beute. Für diesen Song haben sich die Jungs von WildRider die Stimme von Nadine dazugeholt, die auch noch mal beim Titelsong am Schluss zu vernehmen ist.

Burn Baby Burn kommt mit Wucht und Power daher, bevor es den obligatorischen Cherry Kiss gibt. Den gibt es jedoch erst nach 30 Sekunden Bass- und Schlagzeug Intro.

Die Power kann sich bis zum Schluss retten, die Jungs reiten auf WildRider noch einmal wild.

Fazit
Das Bad Breisiger Quintett WildRider hat mich mit ihrem Erstling nun wirklich überrascht. Von ihren Live Performances war ich ja bereits angetan. Dass sie das auch noch so cool auf das Studioalbum hinbekommen haben, hat mich sehr erstaunt, denn bei vielen Aufnahmen geht dieses Extra verloren. Nicht jedoch bei WildRider, die mit Rock City Escapades ein aus meiner Sicht erstklassiges erstes Album hingelegt haben. Da kann ruhig mehr kommen. Be ready for more dirty eighties shit!

Anspieltipps: Serpent King, Reval Lords, Full Metal Thunder
Juergen S.9.1
Leser Bewertung16 Bewertungen8.5
9.1
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