WolveSpirit – Fire And Ice

„Rock n‘ Roll Spirit“

Artist: WolveSpirit

Herkunft: Würzburg (Deutschland)

Album: Fire And Ice

Genre: Blues Rock, Classic Rock, Stoner Rock, Space Rock

Spiellänge: 35:35 Minuten

Release: 12.10.2018

Label: Spirit Stone / Cargo Records

Link: https://www.wolvespirit.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Debbie Craft
Gitarre – Richard „Rio“ Eberlein
Orgel – Oliver Eberlein
Bass – Sam Wonderful
Schlagzeug – Daniel Erich Scholz

Tracklist:

  1. Tell Me Why
  2. Fire And Ice
  3. Break The Chain
  4. Wheel Of Life
  5. Feather In The Wind
  6. Like A Wolf In The Night
  7. At The End
  8. Rock n‘ Roll Gipsy
  9. No More

Die Würzburger Truppe WolveSpirit um die US-amerikanische Sängerin Debbie Craft (amerikanischer Vater und deutsche Mutter) und dem Brüderpaar Richard und Oliver Eberlein kommt nur knapp anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung von Blue Eyes mit ihrem nächsten, insgesamt fünften Longplayer daher. Seit 2009 existent, erfährt die Rhythmussektion immer wieder eine Neubesetzung. So ist Sam Wonderful am Bass jetzt neues Bandmember.

Das Album Fire And Ice wurde erneut in Nashville / Tennessee aufgenommen. Da hat man bei der Produktion nicht gekleckert, sondern einiges investiert. Sängerin Debbie Craft zeichnet sich wieder für das Artwork verantwortlich. Erscheinen wird es am 12.10.2018 auf dem bandeigenen Spirit Stone Label.

Den Longplayer Fire And Ice wird es als CD und Download geben. Daneben wird es, wie bisher bei WolveSpirit üblich, verschiedene Vinylversionen geben. So sind zum Beispiel ein mintfarbenes und ein Splatter Vinyl (Auflage jeweils 500 Stück) erhältlich. Zusätzlich gibt es ein limitiertes Package mit dem Album im farbigen Doppel Vinyl Format (clear) und einem T-Shirt, inklusive Kunstdruck und zwei Gutscheinen für eine WolveSpirit Show nach Wahl im Herbst/Winter 2018. Marketingtechnisch will man wohl so während der Tour die Venues füllen. Da bin ich mal gespannt, ob das aufgeht.

Musikalisch macht die Band im Grunde da weiter, wo sie mit den bisherigen Alben schon war. Classic / Stoner Rock mit leichten Einflüssen von Blues und Psychedelic Rock. Irgendwo zwischen Uriah Heep (die sie auch bereits passenderweise supportet haben) und Deep Purple.

Also gibt es wieder den Sound der frühen 70er mit wabernden fuzzigen Gitarren und dröhnender Hammondorgel. Schöner alter Sound, bis auf wenige Ausnahmen auch recht rockig. Irgendwie ist der Sound voller geworden. Das hat aus meiner Sicht Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen natürlich darin, dass sich einzelne Songs etwas bombastischer und fülliger anhören. Der Nachteil liegt eindeutig darin, dass es auch mal poppig und damit kitschig werden kann.

Sind der Opener Tell Me Why und auch der Titelsong Fire And Eyes noch recht rockig gehalten, empfinde ich persönlich Brake The Chain nun doch wirklich sehr eingängig und poppig. Dieser Song irritiert mich dann doch tatsächlich. Ketten sprengt / bricht man nicht mit weichem Pop, sondern eher mit hartem Rock. Sorry WolveSpirit, das musste jetzt sein. Das WolveSpirit es auch anders können, zeigen sie dann umgehend mit dem groovenden Wheel Of Life, auch wenn der einen sehr gängigen Refrain hat.

Feather In The Wind zeigt, dass WolveSpirit auch bluesige Wurzeln haben und diese noch lange nicht vergessen haben.

Like A Wolf In The Night täuscht mit seinem Titel genauso wie Brake The Chain. Ein Wolf in der Nacht schleicht sich nicht so poppig daher wie der Song. Das ist sehr schade, da der Song doch einige soundtechnische Elemente hat und den Wolf auf Trab hätte bringen können.

Bei End Of The Day war ich mir zunächst nicht sicher, wie ich diesen einzuordnen habe. Bei mehrmaligem Hören gefiel er mir immer besser. Ein klasse Song, der sich im Songwriting von den anderen Songs komplett abhebt und psychedelisch verspielt rüber kommt. Obwohl im Tempo doch stark gedrosselt, knistert er richtig.

Das Tempo wird mit Rock n‘ Roll Gipsy wieder aufgenommen. Genügend Groove kommt in den Song hinein und du fängst mit der Hüfte an zu wackeln. Yes baby whip your hips. Ein tanzbarer Song, der kein Cover des bekannten Helen Schneider Songs ist, wie man vermuten könnte.

No More nennt sich der Rausschmeißer dieses Albums. Auch dieser Titel täuscht nun schon wieder. Gerade von solchen Songs will ich mehr. Ein stampfender Song mit geiler Orgelbegleitung. Der sollte wohl eigentlich I want more heißen. Dieser Song ist für mich eines der Highlights der Platte.

Ab November wird das neue Album durch eine Tour promotet. Hier die Tourdaten:

Fire And Ice Tour 2018 

01.11. – Bastard Club, Osnabrück
02.11. – Kulturfabrik, Hannover
03.11 .- Bambi – Hamburg
09.11. – 7er Club, Mannheim
10.11. – Emma 23, Heilbronn
17.11. – Kellerperle, Würzburg
23.11. – Dont Panic, Essen
24.11. – Blue Shell , Köln
29.11. – Musik & Frieden, Berlin
01.12. – Paunchy Cats – Lichtenfels
07.12. – Barfly, Sonthofen
08.12. – Studio 30, Saarbrücken
19,12 – Meisenfrei, Bremen
20.12. – Ponyhof, Frankfurt
21.12. – Matrix, Nürnberg

Fazit: WolveSpirit schwimmen mit ihrem neuen Album Fire And Ice weiter im Teich des Retro Rocks. Dass sie auch mit ihrem nunmehr fünften Album dort schwimmen, ist schon eine Leistung, denn dort tummeln sich eine Menge größerer Fische. Schöner Orgelsound, der den Longplayer aufwertet. Das Album wurde gut produziert, wobei man jedoch aufpassen muss, dass es in Zukunft nicht zu glatt und zu poppig wird. Der Platte würde es gut tun, wenn sie noch ein wenig ungestümer daher käme.

Anspieltipps: Tell Me Why, End Of The Day, No More
Juergen S.
7.8
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