Giant Hedgehog – Die Irrealität Der Zeit (EP)

„The Giant Hedgehog In The Gadda Da Vida“

Artist: Giant Hedgehog

Herkunft: Münster / Deutschland

Album: Die Irrealität Der Zeit

Genre: Krautrock, Prog Rock, Avantgarde, Jazz Rock

Spiellänge: 13:05 Minuten

Release: 30.08.2018

Label: Eigenvertrieb

Link: http://www.onbones.de/musik/gianthedgehog/

Bandmitglieder:

Drums – Moritz Nixdorf
Guitar – Niklas Tieke
Bass – Patrick Aguilar
Saxophone, recorder – Thomas Mrosek

Tracklist:

1. Die Irrealität Der Zeit

Da durfte ich doch Anfangs des Jahres bereits die selbst betitelte EP der aus Münster stammenden Prog Rock Band Giant Hedgehog rezensieren. Die selbst betitelte EP aus dem Jahre 2016 hatte mich damals doch regelrecht geflasht. Im Sommer dieses Jahres, genauer gesagt am 30.08.2018, haben Giant Hedgehog wieder eine EP herausgebracht. Erneut ist es eine 1 Track EP. Leider hat diese EP nur etwa die Hälfte an Spielzeit der vorangegangenen EP. Damit ist es auch schon genug mit dem Leider, da die Freude ganz klar überwiegt, endlich wieder was von Giant Hedgehog zu hören.

Für alle, die Giant Hedgehog noch nicht kennen: Giant Hedgehog ist eine aus Münster stammende Prog Rock / Prog Jazz Band. Ihre Gründung geht auf das Jahr 2009 zurück. Das aktuelle Line-Up besteht seit 2011. Sie ist auch als Liveband aktiv und hat bereits mehrere Festivals / Konzerte gespielt.

Wie ich bereits erwähnt habe, handelt es sich beim aktuellen Release Die Irrealität Der Zeit von Giant Hedgehog wieder um eine 1 Track EP, verfügbar als CD und Download über die Bandcamp Seite.

Den Riesenigel (Giant Hedgehog) finden wir in seinen Gadda Da Vida, in dem er sich heimisch fühlt, vor. Sein Gadda Da Vida ist der Prog Rock, in dem die bewusstseinsverändernden Blumen des Jazz Rock, Space Rock, Psychedelic Rock und Avantgarde anzutreffen sind. Und ab und an bewegt ein eiserner Schmetterling seine metalischen Schwingen.

Der Giant Hedgehog nimmt uns mit auf eine magische Reise in seinem Garten. Aufgrund der vorhandenen Extrakte sind keine weiteren Drogen nötig, um uns in die psychedelischen Tage des Jazzrock, Krautrock und den Psychedelic Rock der Siebziger zu katapultieren.

Dies geschieht zunächst einmal auf sehr subtile, fast schon auf betäubende Art. Fast zwei Minuten lang versucht der Riesenigel uns auf die falsche Fährte zu schicken, bevor es zum ersten Ausbruch kommt. Dieser deutete sich zwar schon an, er kommt jedoch ziemlich unverhofft. Ein kleines Inferno entsteht. Den gefährlichen Klängen der Saiteninstrumente setzt sich nur das Wehklagen des Saxophons entgegen. Dieses wird schließlich nach viereinhalb Minuten erhöht und darf einige Zeit seinen Weg unbeeindruckt gehen. Dann wird diese Reise ein kleines Inferno und ist sehr spannungsgeladen. Trotz all der intensiven Spannungslage entwickelt sich ein tolles Zusammenspiel der einzelnen Instrumentalisten.

Immer wieder Tempowechsel und damit auch Spannungswechsel. Der eiserne Schmetterling will seine Schwingen erheben, wird jedoch besänftigt. Er verharrt eine Weile auf ätherisch anmutenden Blumen. Das leichte Vibrieren der Flügel nimmt man auch in den langsamen Passagen des Songs wahr. Enthemmt erhebt er sich für eine kurze Zeit. Dies bringt ihn jedoch immer nur ein Stück weiter. Er scheint zu schwer zu sein, um den Garten gänzlich zu verlassen.

Säuselnd versuchen die Instrumente ihn zum verweilen im Gadda Da Vida zu bewegen. Bei diesen säuselnden und schmeichelnden Melodien gibt es sowieso nichts Schöneres, als dort zu verweilen. Betäubt lässt sich der Schmetterling wieder nieder. So endet dann der Song, ein kurzes Aufflackern noch und dann verstummt er.

Wenn auch wesentlich kürzer als die letzte EP, treffen wir erneut auf die zeitlosen Geister und Dämonen der progressiven Siebziger, die sich King Crimson, Van Der Graaf Generator, Magma, Gentle Giant oder Embryo, Kraan und Grobschnitt nennen.

Der Song ist von der ersten bis zur letzten Minute absolut spannend. Er hält dich auf Trab, säuselt dir etwas vor und explodiert, wenn du es nicht erwartest. Die Musiker schaffen es, eine Spannung aufzubauen und diese dann ausbrechen zu lassen, bevor sie zum Grundthema wieder zurückkommen. Immer wieder schön anzuhören und faszinierend hierbei das Zusammenspiel der einzelnen Instrumentalisten.

Ich habe es leider immer noch nicht geschafft mir Giant Hedgehog live ansehen. Sollten sie Livegigs in meiner Nähe haben, werde ich das natürlich nachholen.

Fazit: Giant Hedgehog vermitteln einem mit ihrer Musik das Gefühl der Irrealität der Zeit. Irgendwie spielt Zeit und die Epoche bei ihrem Werk Die Irrealität der Zeit keine Rolle. Die zeitlosen Geister und Dämonen einer anderen Epoche vertreiben die Gegenwart. Ganz großes experimentelles und kreatives Kino für die Ohren. Der einzige Wermutstropfen ist, dass die EP nur 13 Minuten lang ist. Das können Giant Hedgehog nur dadurch entschädigen, dass sie endlich mal ein komplettes Album hinlegen und dann auch noch auf Vinyl. Es gibt natürlich nur einen Anspieltipp: Die Irrealität der Zeit.
Juergen S.9.2
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