Warlord am 06.07.2025 im Amadeus, Oldenburg

Tribute To William J Tsamis

Event: Warlord – To The Swords, To The Guns – Part 2 – 2025

Bands: Warlord, Ancient Curse

Ort: Amadeus, Mottenstr. 21, 26122 Oldenburg (Oldb.)

Datum: 06.07.2025

Kosten: VVK ca. 28 €, AK 30 €

Zuschauer: ca. 80

Genre: Heavy Metal, Epic Metal, Power Metal, Progressive Metal

Link: https://www.amadeus-ol.de/

Setlist Warlord:

  1. Lucifer’s Hammer
  2. Invaders
  3. Battle Of The Living Dead
  4. Kill Zone
  5. City Walls Of Troy
  6. Winds Of Thor
  7. Lost And Lonely Days
  8. Aliens
  9. Mrs. Victoria
  10. Penny For A Poor Man
  11. War In Heaven
  12. Black Mass
  13. 70,000 Sorrows
  14. Winter Tears
  15. Achilles Revenge
  16. Deliver Us From Evil
  17. Child Of The Damned

Beim Thema Warlord anno 2025 gehen die Meinungen der Metalheads stark auseinander. Ohne William J Tsamis kein Warlord. Klar ist, dass der Songschreiber und Gitarrist von Warlord nicht zu ersetzen ist. Keiner der beiden heutigen Gitarristen kann die Saiten so bedienen, wie es Tsamis tat. Darf sich deswegen keine Band an dem Liedgut versuchen? Tsamis freut sich bestimmt, wenn sein Lebenswerk weiterlebt. Es ist ohne Tsamis am Ende eine Warlord Tribute-Band. Es geht aber um die unsterblichen Melodien, die Warlord vor allem auf der EP Deliver Us 1983 erschaffen haben. Warlord waren nie eine große und erfolgreiche Band. Aber einflussreich und richtungsweisend, woran sich selbst heute noch junge Bands orientieren. Ein Beispiel ist Black Sword Thunder Attack aus Griechenland, die mit ihrem Debüt Tsamis nahezu huldigen.

Doch der Reihe nach. Es ist ein Nachmittagskonzert in Oldenburg. Oldenburg hat mit dem Platten- und Konzertladen MTS eine intakte Metalszene, sodass im Laufe des Jahres noch Größen wie Seven Sisters, Mindless Sinner und Blitzkrieg in Oldenburg aufschlagen werden. Das MTS bessert zurzeit die Infrastruktur nach, sodass die Konzerte entweder im Cadillac oder im Amadeus stattfinden. Es soll um 16 Uhr losgehen. Um 16 Uhr sind die Türen noch verschlossen, da ein Teil der Vorband im Stau feststeckt. Das Wetter wird am Nachmittag eher regnerisch, sodass die Metalfans schon mal auf ein Kaltgetränk im Oberrang Platz nehmen dürfen. Der Laden ist sonst eine Diskothek und kein Metal-Schuppen. Die Bühne teilt ein Stützbalken in der Mitte. Da fühlen sich die Hamburger Metalheads wie zu Hause im altehrwürdigen Logo unweit des Bahnhofs Dammtor. Das Amadeus bietet sonst alles, was für ein gutes Konzerterlebnis benötigt wird. Gegen 16:45 Uhr sind Ancient Curse aus dem benachbarten Bremen für ihren Auftritt präpariert und die Metalheads fluten den Raum vor der Bühne.

Ancient Curse – Amadeus, Oldenburg – 2025

Sieben Nummern präsentiert das Quartett. Dabei geht es ausschließlich um die Neuzeit. Fünf Tracks vom aktuellen Werk Dimension 5, zwei Stücke steuert The New Prophecy bei. Schade, dass es das obligatorische Plastic Tears – das Ding war Nummer eins in der Hitparade Kubas – aus den 90ern nicht mehr ins Set geschafft hat. Ancient Curse sind heute Opener und wollen ihre aktuellen Scheiben promoten, was so weit nachvollziehbar ist.

Umbaupause und ein paar Worte zu der Band Warlord. An den Drums sitzt mit Marc Zonder (ehemals Fates Warning) ein langjähriger Weggefährte von William J Tsamis. Dazu gesellen sich an den Saiten das Duo Diego Pires und Eric Juris, der eventuell noch von Crystal Viper bekannt sein könnte. Den Bass bearbeitet Philip Bynoe, der mit Tsamis The Hunt For Damien und The Holy Empire aufgenommen hat. An den Keyboards agiert Jimmy Waldo, bestens bekannt von Alcatrazz und der Graham Bonnet Band. Am Mikro ist Giles Lavery zu finden, der mittlerweile ebenfalls bei Alcatrazz aktiv ist, aber auch den ehemaligen Virgin-Steele-Gitarristen Jack Starr bei dessen Soloaktivitäten unterstützt. Ein Tipp ist Dragonsclaw aus Australien. Lavery veröffentlicht als Dragonsclaw unter anderem gemeinsam mit Zonder und Waldo im August 2025 eine neue Scheibe. Warlord anno 2025 ist eine Ansammlung von hochkarätigen Musikern aus aller Welt.

Warlord – Amadeus, Oldenburg – 2025

Wenn Warlord mit Lucifer’s Hammer den Gig eröffnen, dann hat die Band schon am Anfang die Meute vor der Bühne im Griff. Der Chor erhebt sich zum Chorus „The Hammer will Fall on you!“. Der Auftakt zeigt bereits das unglaubliche Potenzial an Melodien, die Tsamis den musikalischen Enthusiasten dieser Welt hinterlassen hat. Invaders, Battle Of The Living Dead und vor allem Winds Of Thor: die Menschen, die am Nachmittag in den Club gekommen sind, bilden den perfekten Chor für Lavery und Co. Der Sänger selbst schmettert die Klassiker voller Inbrunst. Es scheint, als wenn der größte Warlord-Fan am heutigen Tag auf der Bühne steht und singt.

Highlights gibt es mehr als genug. Die großen Klassiker wie Aliens, Penny For A Poor Man und vor allem 70,000 Sorrows gehen ab wie die berühmte Katze von Schmidt. Zum Ende kommen die Must-Play-Tracks Achilles Revenge, das unkaputtbare Deliver Us From Evil sowie Child Of The Damned. Warlord spielen am heutigen Nachmittag ausschließlich Tsamis-Songs von den Klassiker-Alben, darunter die komplette EP Deliver Us. Kein Stück von der Free Spirit Soar aus dem Jahr 2024, die die Diskussionen bezüglich des Erbes von Tsamis auslöste. Ein hochklassiges Sextett verneigt sich vor William J Tsamis und bringt seine unsterblichen Melodien auf die Bühne in Oldenburg. Die Fans, die sich für einen Besuch des Konzerts am Sonntagnachmittag entschieden haben, haben ihre Anwesenheit bestimmt nicht bereut. Es ist am Ende eine Tributeband mit dem originalen Drummer und Bassisten, aber eine hochklassig aufspielende Tributeband. Das Ganze erinnert an Tribute-Shows, die zum Beispiel auf dem Keep It True für Liege Lord gespielt wurden, nur dass Warlord damit in kleinen Clubs unterwegs sind. Auch der Sound ist für ein Konzert dieser Größenordnung mehr als gut und rundet den späten Sonntagnachmittag perfekt ab. Noch ein Blick auf das Merch: CD 10 €, Vinyl 20 €, Shirt 20 €. Es geht auch anders, als 60 € für ein Tour-Shirt zu verlangen.