Fili Bibiano’s Fortress – Death Is Your Master

30.01.2026 – Heavy Metal, Power Metal – High Roller Records – 34:22 Minuten

Wie viele Bands gibt es mit dem Namen Fortress? Ein Blick in die entsprechenden Archive zeigt, dass die Liste sehr lang ist. Selbst in Kalifornien gibt es eine weitere Heavy-Metal-Band mit dem gleichen Namen. Bandchef Fili Bibiano (ehemals Witherfall) hat daher seinen Namen als Zusatz in den Bandnamen integriert. Aus Fortress wird Fili Bibiano’s Fortress und mit Death Is Your Master gibt es den zweiten Langdreher.

Death Is Your Master ist die zweite Platte von Fili Bibiano’s Fortress

Das kalifornische Trio zockt klassischen Stoff mit einer dunklen Attitüde bezüglich der Lyrics. Die Einflüsse dürften wie bei fast allen Bands, die sich in den vergangenen 30 Jahren gründeten, in den 80ern und bei Iron Maiden und Co. liegen. Aber auch die schwedische Welle in den 2000er Jahren mit Enforcer und Co. dürfte zu Bibianos Plattensammlung gehören. Der Auftakt Flesh And Dagger geht mit hohen Vocals und ordentlich Tempo zur Sache. Die hohen Vocals schaffen zwangsläufig Parallelen zum Power Metal, wobei nicht nur eine bekannte Band aus Hamburg in den Sinn kommt.

Das stampfende Savage Sword bewegt sich eher zur NWoBHM und dem US Metal. Sänger Juan Aguila bleibt in der hohen Tonlage und klingt gelegentlich etwas schräg. Balladesker Einstieg und eine Nummer mit einer Laufzeit von mehr als sechs Minuten. Mit Fugitive wird das Trio komplexer und vielschichtiger, ist aber niemals progressiv oder verkopft. Der Refrain sollte für gereckte Fäuste sorgen und die Saitenarbeit schreddert klassisch. Das Outro über circa eine Minute zieht sich etwas zu sehr in die Länge.

Gradliniger kommt die Metal-Ballade Night City aus den Boxen. Ähnlich wie ein Michael Kiske oder Andi Deris scheint auch Juan Aguilar sich im Midtempo wohlzufühlen, sodass die Nummer insgesamt einen starken Eindruck hinterlässt.

Eine Besonderheit auf Death Is Your Master nennt sich Blackest Night, wo der Vorgänger von Aguilar, Chris Nuñez, am Mikro agiert. Warum das Stück nicht noch mal neu eingesungen wurde, ist nicht bekannt. Zu hören gibt es eingängige Musik zwischen Hard Rock und Heavy Metal, wobei Nuñez einige Oktaven tiefer unterwegs ist und auf die hohen Töne verzichtet. Mit Aguilar und Maze setzen die Vocals ganz andere Akzente, bevor das speedige B.Y.O.D. mit einem etwas zu sehr in den Höhenlagen agierenden Gesang den Deckel auf die Platte macht.

Auf Bandcamp gibt es bereits eine Kostprobe, die jederzeit getestet werden kann.

Hier geht es für weitere Informationen zu Fili Bibiano’s FortressDeath Is Your Master in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Fili Bibiano’s Fortress – Death Is Your Master
Fazit zu Death Is Your Master
Neue Räder erfinden Fili Bibiano’s Fortress mit Death Is Your Master nicht. Es geht um klassischen Stoff, der zwischen Speed und Midtempo wabert, und vor allem auf die hohen Vocals von Sänger Aguilar setzt. Die Aufnahme mit dem alten Sänger ist eine gelungene Abwechslung, auch wenn die Nummer an sich kaum mehr als gehobener Durchschnitt ist.

Damit kommen wir zum Problem der knapp 35 Minuten Musik. Für sich betrachtet sind die Stücke nicht schlecht. Aber selbst bei der eher knappen Laufzeit werden die ständig ins Schreien driftenden Vocals irgendwann anstrengend. Etwas mehr Variabilität beim Gesang hätte der LP gutgetan. Undergroundfreaks mit einer Vorliebe für kreischenden Gesang sollten ein Ohr riskieren. Eventuell ist das eine oder andere Stück etwas für die Playlist.

Anspieltipps: Night City, Blackest Night und Maze
Jürgen F.
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