Soulbound auf der „sYn Tour 2026“ am 26.03.2026 im Knust, Hamburg

Gelungener Tourauftakt im Hamburger Knust

Event: sYn Tour 2026

Support: Pinhead

Datum: 26.03.2026

Genres: Alternative Metal, Rock, Nu Metal

Besucher: ca. 300

Ort: Knust, Hamburg

Kosten: 34,25 € VVK, 40 € Abendkasse

Setlisten:

  1. Stigmatizer
  2. III
  3. Beauty In Pain
  4. Absurdist
  5. Lament Box
  6. Counterfate

  1. sYn
  2. sYnfluencer
  3. March March
  4. Addicted To Hell
  5. Insane
  6. Saint Sinner
  7. Lioness
  8. Undone
  9. No Kings For Me
  10. Devil
  11. Not Metal Enough
  12. Isolate
  13. Cutting Diamond
  14. Dark Throne
  15. Neon Battlefield
  16. Paralyzed
  17. Fuck You
  18. Forever In The Dark
  19. Chaos And Amen
  20. Alive

Der heutige Tag markiert den Tourbeginn von Soulbound im Hamburger Knust. Einlass ist erst um 20:00 Uhr, sodass sich draußen bereits viele Menschen versammeln und in der doch recht frischen Nacht warten müssen. Aber das eine oder andere Getränk hilft über die Zeit, und auch viele Gespräche werden geführt. In der Reihe vor mir sehe ich Andrea Da Silva Nolasco und Patrick Burkhardt, zwei Kollegen, die sich – wie ich – das Ereignis nicht entgehen lassen wollen. Durch eine leichte Verzögerung am Eingang ist es vor der Bühne bereits recht voll, sodass ich an den Rand ausweichen muss, was sich aber als gar nicht so schlecht entpuppt. Der Aufgang zum Balkon ist nicht geöffnet, was ungefähr auf 300 Besucher hindeutet, die am heutigen Donnerstag Soulbound und den Support Pinhead sehen wollen. Da beide Bands aus dem Hause NoCut stammen, ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass Torben Bortz da ist – und auch Carl Fornia von den Monos soll sich hierher begeben haben, um sich die Show anzusehen.

Pinhead übernehmen die bis heute Soulbound gehörende Rolle als Special Guest

Pinhead, Knust Hamburg, 26. März 2026, Bild: Kay L.

Von der ersten Band habe ich zu meiner Schande bisher noch nicht viel gehört. Aber es ist das Projekt von Ilja John Lappin, der ja als Bassist von Mono Inc. bekannt sein dürfte, aber auch als Frontmann von The Hirsch Effekt fungiert. Als Begleitung sind Musiker von Deine Cousine und The Hirsch Effekt dabei. Dann geht es um 21:00 Uhr los und es erwartet uns ein kurzweiliger Auftritt. Scheinbar ist eine nicht ganz kleine Fanbase dabei, denn Songs wie der Opener Stigmatizer oder das folgende III lassen die Begeisterung lautstark spüren. Die mitgelieferte Nebelmaschine wird bereits beim Support ordentlich getestet, was zu einer nicht ganz so üppigen Bildausbeute führt. Bisher haben Pinhead erst eine Platte herausgebracht, und mit Beauty In Pain kommt ein neuer Track daher. Der kommt gut an und darf dann später am Merch als kostenloses Goodie per QR-Code abgeholt werden. Mit Lament ist dann ein weiterer neuer Song am Start. Ilja hat nicht nur seine Stimme parat, auch ein Cello kommt zum Einsatz. Dann folgt bereits der letzte Song, der auch als der längste, gute acht Minuten, angekündigt wird. Counterfeit heißt er und gefällt mir persönlich am besten. Fast schon spacig, psychedelisch geht es durch den Track, bis ab der Mitte ungefähr die elektrische Fraktion einsetzt und Ilja zur zweiten Gitarre greift. Gut gemacht, klasse Track, der von Spannung und Einfallsreichtum lebt. Um 21:45 Uhr ist dann der Auftritt zu Ende. Es folgt der Umbau, der ein wenig länger dauert, da das Schlagzeug von Pinhead komplett abgebaut werden muss. Es ist ja auch der erste Tag, da sitzen die Handgriffe noch nicht alle perfekt. Trotzdem ist nach gut 20 Minuten der Umbau abgeschlossen.

Soulbound werden ihrer Rolle als Headliner mehr als nur gerecht

Soulbound, Knust Hamburg, 26. März 2026, Bild: Kay L.

Nun darf noch etwas gewartet werden, bis als Intro Abbadon vom Band die Band ankündigt. Daraus wird dann schnell der Titeltrack des aktuellen Albums sYn, das am 16. Januar erschien (Review hier). Das geht schon mal gut nach vorne, aber wie auch bei Pinhead wird die Nebelmaschine ordentlich genutzt. Das ist eigentlich nicht so schlimm, aber im Knust ziehen die Schwaden nicht so gut ab. Dadurch ist nach einer Weile ein ständiger Dunstschleier in der Luft. Mit Synfluencer kommt ein weiterer Song der aktuellen Platte, bevor March March von Addicted To Hell die erste Sprechpause einläutet. Johnny freut sich sichtlich und ist nach der Begrüßung merklich sehr stolz, dass Soulbound nicht mehr als Special Guest auftreten, sondern der Headliner einer Tour sind. Das haben sie sich sicherlich verdient, und stetige, fleißige Arbeit sowie eine authentische Band und eben klasse Musik bringen Erfolg. Soulbound stehen nur zu viert auf der Bühne, denn Keyboarder (er mag lieber Synthesizer als Keyboard) Patrick „Pat“ Winzler wird auf der Tour durch entsprechende Samples ersetzt. Was jetzt folgt, ist eine kurzweilige Show, die von spannenden Songs und dem Aushängeschild Johnny geprägt ist. Seine Ansagen zwischen den Songs passen gut, und so wird zum Beispiel beim Track Not Metal Enough auch ein Kostümwechsel mit eingebaut. Aber das Genre festzulegen, fällt schwer, denn Soulbound lassen sich nicht wirklich in eine Schublade stecken, denn sie haben mehrere Genres im Angebot. Mal rockig, mal Metal, mal etwas poppig aber immer authentisch und vielfältig. Ihre Mischung aus eingängigen Melodien, harten Riffs, kraftvollem Drumming (Mario Krause braucht mehr Licht da hinten) und einem fetzigen Bassspiel sorgt für eine gelungene Mischung aus Metal, Industrial und Alternative Metal. Das kommt einfach gut an. Auch als Johnny freimütig von seiner Krankheit spricht und davon, wie man damit umgehen kann, nimmt man ihm das ab. Es macht ihn menschlich und ebenso verletzlich, wie es allen gehen kann. Er ist kein abgehobener Musiker, sondern einfach einer von uns allen, der aber nun mal Sänger einer erfolgreichen Band aus Bielefeld (scheinbar existiert die Stadt doch, oder?) ist. Als Hilfe, um mit seinen Selbstzweifeln umzugehen, empfiehlt er, sich einfach an schöne Momente zu erinnern. Dazu gehört auch das Kollektiv mit den jetzt verteilten Knicklichtern, die für ein stimmungsvolles Ambiente beim Song Cutting Diamonds sorgen und eine gute Erinnerung schaffen.

Gelungener Abend mit allem, was dazugehört

Soulbound, Knust Hamburg, 26. März 2026, Bild: Kay L.

 Die Setlist ist prall gefüllt und neben acht Songs des aktuellen Albums sind vom Vorgänger ObsYdian noch sieben dabei. Auch die vorherigen Alben werden, bis auf Songs von Myllenium, bedacht, sodass auf nichts verzichtet werden muss. Eine weitere Änderung des Outfits wird dann bei einem weiteren Song eingestreut. Während Gitarrist Felix Klemisch mit Brautschleier kommt, hat Jonas Langer sich Teufelshörner aufgesetzt. Dazu kommt immer wieder sein Einsatz bei den schnelleren Tracks, also fast allen, seine Mähne zu werfen und den Bartzopf gleich mitfliegen zu lassen. So ist ständig Bewegung auf der Bühne und ein munterer Wechsel von links nach rechts und umgekehrt hinterlässt keinerlei Statik. Der Schleier passt super zu den megaweiten Ausfallschritten des Klampfers, das sorgt für Heiterkeit. Dann darf Hamburg zeigen, wie laut es sein kann. Zu Fuck You dürfen alle, aber auch alle, den Mittelfinger zeigen und so laut wie möglich die beiden Worte im Refrain schreien. Immerhin ist das die Messlatte, an der sich die folgenden Städte messen müssen. Das klappt gut. Auch der Ausflug von Johannes ins Publikum ist gelungen, und so kämpft er sich singend bis nach hinten durch und wieder zurück. Ein Sänger zum Anfassen. Das Publikum ist begeistert, und auch das macht ein Konzert aus. Nach einer kurzen Rede und einem Dank an alle Beteiligten wie Ton, Licht, Merch (seine Frau betreibt den Stand), lokale Helfer und auch an die Gäste, die das erst alles möglich machen, gewinnt man Fans. Ich hatte Soulbound das erste Mal auf dem Rockharz vor zwei, drei Jahren gesehen und war da schon angetan. Heute hat es noch einmal mehr Spaß gemacht. Gegen 23:45 Uhr endet das Konzert mit einem gemeinsamen Auftreten aller Musiker auf der Bühne und, auch das soll in jeder Stadt anders sein, darf Hamburg sich auf ein spezielles Erkennungszeichen für die Stadt einigen (es wird ein symbolischer (Leucht-)Turm), der dann beim Abschlussbild zu sehen ist. So verzichtet die Band bewusst auf eine Zugabe, sondern spielt einfach die zwanzig, ja genau, zwanzig Songs hintereinander weg. Zu dem ganzen Event gehört dann auch die nach der Show stattfindende Möglichkeit, die Band zu treffen, zu quatschen, Autogramme einzusammeln oder einfach nur am Merch zu schauen. Es hat sich gelohnt, und ich kann nur jedem empfehlen, hinzugehen, wenn die Chance besteht. Vielen Dank für die Möglichkeit, dabei gewesen sein zu dürfen.