Bands: Tommy And The Teleboys, Schallbrücke
Ort: Kreativfabrik Wiesbaden, Murnaustraße 2, 65189 Wiesbaden
Datum: 21.03.2026
Kosten: 15,00 € VVK, 18 € AK
Genre: Psychedelic Fuzz Rock, Garage Rock, Alternativ Rock
Veranstalter: Kreativfabrik Wiesbaden
Link: https://kreativfabrik-wiesbaden.de/veranstaltung/tommy-and-the-teleboys/
Reduzierte Energie und ehrlicher Auftakt
Beim heutigen Konzertabend eröffnen Schallbrücke aus Wiesbaden als Support für Tommy And The Teleboys – allerdings unter leicht erschwerten Bedingungen, denn die Band ist heute ein Duo. Gleich zu Beginn weist Frontmann Hendrik darauf hin, dass die Band heute nur 2/3 von Schallbrücke ist: Ihr Bassist ist kurzfristig ausgefallen. Zudem hat sich der Frontmann beim Transport des Schlagzeugs am Finger verletzt, was im Laufe des Abends auch kurz thematisiert wird. Ein kleiner Running Gag des Abends ist damit direkt geboren: „Ich werde wohl kein Schlagzeug mehr schleppen“, kommentiert er trocken.

Trotz dieser Einschränkungen präsentiert sich das Duo heute konzentriert und spielfreudig. Musikalisch bewegen sich Schallbrücke im Bereich eines groovigen, modernen Rocksounds, der durch rhythmische Elemente und eingängige Strukturen geprägt ist. Die Songs zeigen sich insgesamt dynamisch und stilistisch zeitgemäß. Der reduzierte Sound wirkt sich zwar auf die Klangfülle aus, dennoch gelingt es den beiden Musikern, eine solide Bühnenpräsenz aufzubauen. In den Ansagen bleibt die Band nahbar und unaufgeregt.
Den Abschluss bildet der Song Feuer, der mit einer Sirene eingeleitet wird und als klar strukturierter, energiegeladener Schlusspunkt dient. Insgesamt liefern Schallbrücke einen ordentlichen Support-Auftritt ab, der trotz der personellen Situation zeigt, dass die Band auch in reduzierter Besetzung funktioniert und einen guten Eindruck ihres aktuellen Materials vermittelt.
Unbeschwerter Stilmix mit explosiver Live-Dynamik
Bereits kurz vor dem Auftritt ergibt sich für mich ein Gespräch mit der Band, das diese Lockerheit bestätigt. Ihr Plattenboss Arne vom Label Noisolution hatte sie im Vorfeld darüber informiert, dass ich vor Ort sein werde. Schnell kommen wir ins Gespräch und dann geht es auf der Bühne regelrecht ab.
Nach nicht allzu langer Umbauphase liefern hier in der Kreativfabrik in Wiesbaden Tommy And The Teleboys ein Live-Set ab, das vom ersten Moment an die anwesenden Fans mitnimmt. Was hier auf der Bühne passiert, wirkt bemerkenswert selbstbewusst: Die vier Musiker – Simon, Fabian, Gregor und Tommy – agieren mit einer spürbaren Unbeschwertheit, die es ihnen erlaubt, ihren vielschichtigen Sound frei zu entfalten.

Ihr Song Gib Mir, der für mich persönlich den Einstieg in die Welt der Band markiert, ist auch auf der heutigen Setliste. Als Arne mich damals fragte, ob ich ein Review zum Album Gods. Used. In Great Condition schreiben wolle, war meine spontane Antwort genau diese zwei Wörter des Songtitels. Daraus entwickelte sich mehr: ein Review, ein Interview – und nun die erste Liveshow mit den vier sympathischen Musikern aus der Region zwischen Halle und Berlin.
Die Band kombiniert einen wilden Stilmix, der sich nicht eindeutig festlegen lässt. Rock bildet die Basis, wird aber immer wieder durchbrochen von verspielten, experimentellen und teils überraschenden Elementen. Das Ergebnis ist ein Sound, der gleichermaßen fordernd wie zugänglich ist – und vor allem live eine besondere Dynamik entfaltet. Tommy, im Hintergrund am Schlagzeug, treibt seine Teleboys und auch Rickenbacker Gregor mit seinem druckvollen Schlagzeugspiel konsequent voran.
Auffällig ist, wie selbstverständlich die Band zwischen kontrollierten Passagen und bewusstem Ausbrechen pendelt. Es kracht, es wird laut, dann wieder zurückgenommen – ohne dabei beliebig zu wirken. Unterstützt wird das durch eine stimmige Lichtinszenierung, die die Atmosphäre visuell ergänzt.

Im Laufe des Abends wird zudem deutlich, dass die Band bereits nach vorne blickt: Im Gespräch haben die Musiker mir bereits verraten, dass ein neues Album in den Startlöchern steht. Neben Songs aus Gods. Used. In Great Condition finden sich deshalb auch neue Stücke auf der Setlist, die einen ersten Eindruck davon vermitteln, wohin die Reise als Nächstes geht. Da bin ich natürlich gespannt und erwarte, dass mich mein Promo-Pitbull bald wieder anbellt!
Nach dem regulären Set fordert das Publikum schließlich lautstark eine Zugabe und bekommt sie auch. Gregor kündigt diese als Cover „der besten Band, die Kassel je hervorgebracht hat“ an. Es folgt Flaschenpfand von den Bachratten – ein passender, leicht augenzwinkernder Abschluss eines insgesamt energiegeladenen und abwechslungsreichen Abends.
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