Godsnake „Release The Noise“ Record-Release-Show am 18.04.2026 in der Bambi Galore

Gelungene Release-Party in der ausverkauften Bambi Galore

Event: Godsnake, Album-Release-Show

Support: Night Laser

Abschlussband: Iron Priest

Datum: 18.04.2026

Genres: Melodic Thrash, NWOBHM, Heavy Glam Metal

Besucher: ca. 180

Ort: Bambi Galore, Hamburg

Kosten: 22 € VVK, 22 € Abendkasse Sold Out

Setlisten:

  1. Laserhead
  2. Bittersweet Dreams
  3. Street King
  4. SAA
  5. Chaos Crew
  6. Way To The Thrill
  7. Defenders
  8. Don’t Call Me Hero
  9. Fiddler
  10. Blueberry Gin
  11. Laser Train

  1. Urge To Kill
  2. Apocalypse For Free
  3. Lost Forgotten
  4. Scream For A Bullet
  5. Poison Thorn
  6. Blood Brotherhood
  7. Story Of A Ghost
  8. The Sickening
  9. Inhale The Noise
  10. Rotten To The Core
  11. Stone The Crow
  12. This Is The End + Slay
  13. Hellbound Ride

  1. Wrathchild (Iron Maiden Cover)
  2. Under Jolly Roger (Running Wild Cover)
  3. Seek And Destroy (Metallica Cover)
  4. Princess Of The Dawn (Saxon Cover)
  5. Electric Eye (Judas Priest Cover)
  6. The Trooper (Iron Maiden Cover)
  7. Breaking The Law (Saxon Cover)
  8. Hallowed Be Thy Name (Iron Maiden Cover)
  9. Run To The Hills (Iron Maiden Cover)
  10. Warriors Of The World (Manowar Cover)
  11. Number Of The Beast (Iron Maiden Cover)

Nachdem gestern das neue Godsnake-Album Inhale The Noise (Review hier) erschienen ist, soll dieses Ereignis in der Bambi Galore nun gebührend gefeiert werden. Es steht also eine Release-Show an, und damit die Jungs auch ein wenig mit ihren Fans feiern können, haben sie zwei weitere Acts geladen. Zum einen Night Laser, die den Abend eröffnen werden, und als Abschlussact ist dann die Coverband Iron Priest am Start. Der Headliner, Godsnake, hat den Slot in der Mitte richtig gewählt, wie der Abend zeigen soll. Zunächst treffen wir bereits vor Einlass Sidney Vice, den Drummer der Band, und können ein paar Worte wechseln. Pünktlich um 19:30 Uhr ist dann Einlass und es geht in den Untergrund. Die Bambi Galore hat für heute Abend „Sold out“ gemeldet, und so dürfte es in den Katakomben voll werden. Aber das ist auch gut so, denn damit wird dem Anlass ein gebührender Rahmen geboten. Wir treffen auch noch unseren Kollegen Lars Thoke, der bereits mit der Band im Vorfeld eine Fotosession gemacht hat. Es gibt einiges zu reden, und nach Elektroautos, neuem Job und persönlichem Wohlbefinden ist die Zeit so weit fortgeschritten, dass der Beginn von Night Lasers Auftritt uns schon fast überraschend trifft.

Night Laser zelebrieren mit Erfolg den 80er-Jahre-Glam-Metal

Night Laser, Bambi Galore, 18.04.2026, Bild: Kay L.

Die Glam-Metal-Band aus Hamburg versteht es, diverse Fans anzulocken, und so ist es gut gefüllt vor der Bühne. Hardcore-Fans stehen in der ersten Reihe und meist wird Sänger Benno Hankers angehimmelt, der es aber auch versteht, den Damen zu gefallen. In typischer Glam-Rock-Manier schaffen es die Hamburger gleich, ordentlich Stimmung zu verbreiten. Mit Laserhead geht es los. Schnell ist Stimmung vor und auf der Bühne. Bittersweet Dreams und Street King schließen sich an. Stimmlich unterstützt Robert Hankers, der auch am Bass und mit Stirnband eine gute Figur macht. Gitarrist Felipe Zapata Martinez, auch mal am Mikro, sorgt für coole Riffs, und nicht selten steht er weit vorgebeugt und lässt die Saiten glühen. Es gibt eine kurze Ansage, dass sich die Band mega freut, als Support agieren zu dürfen. Dass sie eine eingeschworene Fangemeinde hat, lässt sich nicht verleugnen, und da ich sie bereits einige Male gesehen habe, kann ich es auch ein Stück weit verstehen. Sie machen einfach Spaß und es geht musikalisch nach vorn. Die Band hat eine knappe Stunde, 55 Minuten, Zeit, und die nutzt sie gut. Dazu gibt’s auch immer mal wieder Nebel und auch Licht, sodass es ganz gute Bilder gibt. Der Sound ist okay, auch wenn schon arg laut, aber das gehört dazu. Benno Hankers versteht es, das Publikum einzubeziehen, und sorgt dann mit der Ankündigung eines neuen Albums im September und einer Release-Party in der Markthalle für Begeisterung. Mit nacktem Oberkörper, Kunstblut und den letzten Songs Fiddler und Blueberry Gin sowie Laser Train beschließen die Hamburger ihr Set. Eine Zugabe ist nicht vorgesehen. Und so kommt noch das Abschlussbild, das von der Kollegin Andrea Da Silva Nalasco sicher und vor allem ausdrucksstark umgesetzt wird.

Godsnakes neuer Gitarrist Mark Pöhner besteht die Feuertaufe

Nach einem kurzen Umbau – das Schlagzeug bekommt nur andere Becken und Einstellungen – fangen Godsnake eigentlich unspektakulär an. Kein großes Intro, sie kommen einfach unter Beifall auf die Bühne und es geht los. Urge To Kill ist der erste Song, bei dem es dann aber scheinbar Mikroprobleme gibt. Tontechniker Malte von der Bambi Galore versucht, das zu richten, aber erst mal muss Torger sich mit dem Mikro von Gitarrist Stevo begnügen. Das tut dem aber keinen Abbruch. Apocalypse For Free vom letzten Album Eye For An Eye schließt sich an, bevor Torger das erste Mal das Wort ergreift. Dabei fällt auf, wie locker er auch mit Zwischenrufen umgeht und schlagfertig antwortet. Es wird auch der neue Gitarrist ausgiebig vorgestellt. Mark Pöhner heißt der gute Mann und hat vorher bei Venatic und Welcome Dystopia in die Saiten gegriffen. Dass der eine Bereicherung ist, wird ab der ersten Minute klar. Godsnake waren ja bis zu diesem Album immer mit zwei Gitarristen unterwegs. Nachdem Pepe letztes Jahr ausgeschieden ist, wurde auch die neue Platte mit einigen Gastgitarristen, u. a. Jean Bormann von Rage, eingespielt – die neuen Songs schrien einfach nach einem weiteren Axeman. Der ist nun gefunden und macht einen klasse Job. Sich innerhalb kürzester Zeit die Songs anzueignen und dazustehen, als wäre er nie woanders gewesen, verdient Respekt.

Godsnake, Bambi Galore, 18.04.2026, Bild: Kay L.

Mit Lost And Forgotten kommt der erste Track des neuen Albums. Der fetzt erwartungsgemäß noch mehr als auf Scheibe: fett, mächtig Druck und ordentlich Wumms knallen in die Menge. Da bleibt keiner ruhig stehen. Hardcore-Fans der ersten Stunde stehen vorne und Luftgitarre, Headbanging und ekstatisches Abhotten sind angesagt. Das setzt sich bei Scream For A Bullet noch intensiver fort. Godsnake beweisen hier, dass sie eine ernstzunehmende Thrash-Metal-Combo sind, die nicht nur einfach draufloshämmert, sondern auch Melodie und passenden Gesang liefert. Die Rhythmustruppe Sidney und The Walt, der meist weiter hinten steht und gut mit Kurzen versorgt wird, erzeugt einen stabilen Untergrund, der für Stevo und Mark den Boden für Riffs und Soli bildet. Der nächste Block besteht dann aus Poison Thorn, Blood Brotherhood und Story Of A Ghost. Die Setlist ist homogen und bietet aus allen drei Alben einen guten Querschnitt, wobei sich die neueren Tracks nahtlos einfügen, aber auch die Entwicklung zeigen. So vergeht die Zeit wie im Fluge und das volle Bambi Galore schwitzt fast so sehr wie die Fünf auf der Bühne. Geruchsmäßig scheint es oben auch anzukommen, bemerkt zumindest Torger süffisant. Vom neuen Album kommen dann noch Inhale The Noise und Rotten To The Core. Leider wird auf Enemy Of The State verzichtet, was aber in Anbetracht der Spielzeit verständlich ist. Außerdem dürfte der Song auch den Schwung rausnehmen, was hier und heute nicht gut wäre. Es soll gemosht und getanzt werden, was sich dann bei Stone The Crow und This Is The End inklusive kurzer Slayer-Einlage zeigt. Der Pit ist willig und so wird auch schnell mal ein Unbeteiligter mit reingezogen. Hellbound Ride macht noch mal schnell klar, weshalb Godsnake in den Thrash gehören – schnell und dreckig beschließt der Song den Abend für Godsnake. Die sind dann später noch oben anzutreffen, um ihre Platten zu signieren oder auch, um zu schnacken und das Release zu feiern. Zwischendurch wird dann noch eine Gitarre versteigert. Signiert und mit Bandnamen versehen hat die Auktion bereits online begonnen und der Erlös soll Hot Shot Records in Bremen zugutekommen, die ja einen immensen Wasserschaden hatten. Da es noch keine Einigung mit der Versicherung gibt, ist eine große Hilfswelle angelaufen, zu der auch eben diese Versteigerung gehört. Schnell werden die anfänglichen 250 € überboten und es entwickelt sich ein munteres Bieten. Bei 520 € fällt der Hammer und die Gitarre wechselt den Besitzer. Schöne solidarische Aktion von Godsnake.

Iron Priest – Metalcöver aus dem Rotenburger Raum

Natürlich wollen wir die letzte Band Iron Priest nicht untergehen lassen. Das Bambi Galore hat sich merklich geleert, aber trotzdem sind viele Fans dieser Truppe da, wie sich an den T-Shirts ablesen lässt. Erneut muss etwas umgebaut werden, bis sich die Sechs gesammelt haben und mit Wrathchild anfangen. Es werden Iron-Maiden-, Judas-Priest-, aber auch Manowar-, RunningWild– oder Saxon-Songs gecovert. Das machen die Musiker eindrucksvoll, und nicht selten wechseln sich die Sänger ab. So ist mal Drummer Timo am Mikro, wenn seine Stimme dem Original näherkommt, aber auch Gitarrist Stefan Otte oder Lennart Medebach übernehmen die Gesangsparts. Ich hätte ihnen eine etwas vollere Hütte gewünscht, aber auch so scheinen alle sechs richtig Spaß zu haben und die vor der Bühne ebenfalls. Für uns ist aber auch schon bei Seek And Destroy von Metallica Schluss, da noch ein kurzer Plausch mit Sidney und Torger ansteht und wir auch zurückmüssen.

Insgesamt ein guter Abend, bei dem natürlich Godsnake mal wieder gezeigt haben, was sie können, und auch Night Laser und Iron Priest zum Gelingen beigetragen haben.