Torian – The Lost Legion Rising

08.05.2026 – Power Metal, Heavy Metal – Massacre Records - 60:10 Minuten

Aus Paderborn kommen Torian und existieren bereits seit mehr als 20 Jahren. Zwischen 2005 und 2012 veröffentlichte die Truppe drei Platten. Anschließend verlängerte sich der Rhythmus. Auf God Of Storms 2018 folgt The Lost Legion Rising 2026.

The Lost Legion Rising bestätigt Torian als konstante Größe

Torian sind ansonsten aber konstant. Vor allem die Bandbesetzung ist seit 2005 unverändert und hat alle Torian-LPs eingespielt. Diese Routine kommt auch dem neuen Release zugute. Power Metal mit klassischen Einflüssen ist das Augenmerk der Band. Wer bei dem Genre eher an Helloween oder ältere Orden Ogan denkt, ist grob richtig unterwegs. Ohne Kitschfaktor und Zuckerguss geht es selbstverständlich nicht. Dafür gibt es aber auch einiges an Ohrwürmern.

Der Auftakt Soul Vampires vermischt klassische Einflüsse, Melodie und den Power Metal des neuen Jahrtausends, der aber ohne größeren Kitschfaktor daherkommt und beim Refrain bereits Ohrwurmqualität im Gepäck hat. Silver Demons und Flame Of Resistance legen den Hebel noch ein Stück mehr in Richtung klassisches Metall, ohne den Fokus auf Melodie und Eingängigkeit zu verlieren. Wer es etwas moderner und runder mag, bekommt beim Warpriest entsprechendes Material, wo das Keyboard in den Vordergrund rutscht und vor allem der Refrain mit ordentlich Zucker überzogen wird.

Mit Seeb Levermann im Orden-Ogan-Fahrwasser?

Spätestens beim epischen Power-Metaller Iron Hammer lässt sich die Handschrift von Produzenten und Orden-Ogan-Chef Seeb Levermann kaum leugnen und Torian schwimmen im Fahrwasser der sauerländischen Power-Metaller. Auch das nachfolgende Sons Of The Damned schlägt in die gleiche Kerbe, Lost Legion kommt anfänglich mit Klavier um die Ecke, entpuppt sich im weiteren Verlauf aber als Standardmaterial, das sich hinter den beiden Vorgängernummern einreiht.

Zum Finale ziehen Torian das Tempo nochmals an (Sent To Hell), bevor das von Keyboard und Interlude überlastete Stand As One mit mehr als sieben Minuten Laufzeit die Hörerschaft in Richtung Plattenende begleitet. Hatten Torian bisher unnötige Längen vermieden, gibt es diese Längen zum guten Schluss der Platte, wo der Schunkelfaktor mit ordentlich Zuckerguss als Halbballade geliefert wird. Der Abschluss Katharsis legt mit acht Minuten Laufzeit direkt nach und lässt einen Zuckerschock befürchten. Der bleibt zum Glück aus und entschädigt für den langatmigen Vorgänger, bleibt aber hinter anderen Nummern auf der Platte und ist nicht der große Abschlussepos. Wer die CD besitzt, bekommt mit Devilon noch einen Bonus-Track.

Hier geht es für weitere Informationen zu Torian – The Lost Legion Rising in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Torian – The Lost Legion Rising
Fazit The Lost Legion Rising
Torian mit ihrer neuen LP The Lost Legion Rising erfinden keine neuen Power-Metal-Räder, sondern schwimmen im Fahrwasser der frühen bis mittleren 2000er-Power-Metal-Welle, wo vor allem Orden Ogan als ein Haupteinfluss auszumachen ist. Mit den beiden Langläufern am Ende der Platte verpatzt die Truppe die Kür. Eigentlich erzählen Torian in guten 40 Minuten alles, was ein gutes und knackiges Power-Metal-Album benötigt.

Das überambitioniert wirkende Finale trübt die Sicht auf The Lost Legion Rising. Trotzdem ist unterm Strich ein gutklassiges Power-Metal-Album zu notieren, das bestimmt nicht zur Speerspitze des Genres zählt, aber circa 40 Minuten gute Unterhaltung bietet.

Anspieltipps: Silver Demons, Iron Hammer und Sons Of The Damned
Jürgen F.
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