Actions Speak Louder Than Words Tour 2019 am 07.10.2019 im Backstage in München

Master – ein wahrlich meisterlicher Abend

Eventname: Actions Speak Louder Than Words Tour 2019

Headliner: Master (US)

Vorbands: Lefutray (CHL) Cemetery (GER), Apsara (USA), Sunlord (USA)

Ort: Backstage Club, München

Datum: 07.10.2019

Kosten: 15,00 €

Genre: Groove Metal, Thrash Metal, Death Metal

Besucher: ca. 30 – 50 Besucher

Link: https://www.backstage.info/
https://www.facebook.com/events/600127253793701/

Kaum ist der letzte Tusch von Ein Prosit Der Gemütlichkeit und Oans, Zwoa, G’suffa verstummt, der letzte Schluck Bier getrunken, das Licht in den Bierzelten und Fahrgeschäften erloschen und die letzten Oktoberfestbesucher auf dem Weg in Richtung Heimat, kündigt sich einen Tag später ein meisterliches Ereignis an. Master laden auf einen Abend ins Backstage in München ein, quasi eine After Wiesn Party,

Master kommen aber nicht alleine, sondern in Begleitung von vier befreundeten Bands. Das sind Lefutray aus Chile und Cemetery, zum Teil aus dem Allgäu und zum Teil aus den USA. Ihr fragt euch, wie Allgäu und USA zusammenpassen? Dazu später etwas mehr. Dann noch Apsara und Sunlord, beide ebenfalls aus den USA. Schade nur für die Bands, dass an diesem Montagabend der Club des Backstage mit 30 – 50 Leuten eher schlecht besucht ist.

Lefutray, eine chilenische Groove Thrash Band, betritt an diesem Abend als erster Act die Bühne und gibt direkt Vollgas. Der Sänger ist sehr publikumsbezogen und sucht ständig den Kontakt. Das gefällt dem Münchner Publikum gut, das ja sonst eher für seine vornehme Zurückhaltung bekannt ist und immer etwas braucht, bis es auftaut. Das ist aber an diesem Abend anders. Das Publikum geht direkt mit und feiert die Chilenen, die mit einer Mischung aus älteren Songs wie Silent Inferno, The Waiting und den Tracks The Mist und Labyrinth aus ihrem aktuellen Album Human Delusions überzeugen. So, wie die Band ihren Spaß auf der Bühne hat, kann man echt den Eindruck gewinnen, dass sie vor 30.000 und nicht vor 30 Leuten spielt. Leider ist der Auftritt dann nach gut einer halben Stunde vorbei, es waren aber sehr energiegeladene, tolle 30 Minuten.

Nach einer kurzen Umbaupause kommen dann auch schon gleich Cemetery auf die Bühne. Anfangs haben sie noch mit kleineren technischen Problemen beim Soundcheck zu kämpfen, die können aber schnell behoben werden. Dann legen die Deathmetaller, die zum Teil extra für die  Europatour mit Master aus Amerika angereist sind, los. Durch die anfänglichen technischen Querelen lassen sie sich aber nicht aus der Ruhe bringen. An Stimmung, wie auf einem Friedhof, ist hier sicherlich nicht zu denken. Sie heizen dem Publikum so richtig mit Songs wie The Last Day On Earth, Book Of Lies und Wings Of Hate in ihrem 33-minütigen Set ein. Musikalisch erinnern sie an eine gelungene Mischung aus Obituary, Death und einer kleinen Prise Paradise Lost. Die anfänglichen technischen Probleme wirkten sich aber nicht auf die Spielfreude der vier aus. Sie geben richtig Gas und bringen den Club zum Kochen.

Apsara legen als dritte Band des Abends einen eher trägen, lustlosen Auftritt hin, bei dem auch das Publikum nicht mitgeht und eher gelangweilt rumsteht. Ein paar haben doch ihren Spaß und versuchen mit Tanzeinlagen das Beste daraus zu machen. Das gelingt aber eher nicht so.

Sunlord wecken das Publikum wieder auf, nach dem etwas einschläfernden Auftritt von Apsara. Der eiskalte Eimer Wasser, der dem Publikum sprichwörtlich ins Gesicht gekippt wird, zeigt die gewünschte Wirkung. Da kommt dann sogar das Publikum aus sich raus und macht einen Miniatur Moshpit. Das animiert die Band dann dazu, eine Zugabe zu spielen, inklusive einer spontanen Fitnesseinlage in Form von Liegestützen, die von Mitgliedern der anderen Bands absolviert werden. Die sportliche Aktivität, ein kurzes Dankeschön an das Publikum und eine positive Anmerkung zu meinem Slayer T-Shirt, welches ich an diesem Abend trage, ist dann das Ende eines großartigen Auftritts.

Jetzt ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Nach einer kurzen Pause betreten Master die Bühne und legen einen wahrlich meisterlichen Auftritt hin. Sie zerlegen das Backstage sprichwörtlich in seine Einzelteile. Alex Nejezchleba, der Gitarrist, hat so viel Spaß und Freude mit dem gut gelaunten und feiernden Publikum, dass er von der Bühne springt und mit dem Publikum mosht. Einfach nur mega. Auch nach 36 Jahren, die Master nun im Musikgeschäft aktiv sind, haben sie kein bisschen an der Spielfreude verloren.

So endet ein unvergesslicher toller Abend mit klasse Bands, die ich neu entdeckt habe und einem grandiosen Headliner, der auch nach vielen Jahren im Musikbusiness immer noch seinen Spaß auf der Bühne und kein bisschen an Glanz verloren hat. Zwei neue Bands habe ich kennen und schätzen gelernt. Ein rundum toller Abend. Nur schade für die Bands, dass so wenig los und sie vor so einem kleinen Publikum spielen mussten.

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