Rising Insane – Porcelain

Der Weg vom Dachboden zur Konzertbühne – Rising Insane im Aufwind

Artist: Rising Insane

Herkunft: Bremen, Deutschland

Album: Porcelain

Spiellänge: 46:08 Minuten

Genre: Post Hardcore, Metalcore

Release: 01.11.2019

Label: Long Branch Records

Link: https://www.facebook.com/risinginsaneband, https://www.instagram.com/rising_insane

Bandmitglieder:

Gesang – Aaron Steineker
Gitarre – Florian Köchy
Gitarre – Sven Polizuk
Bass – Ulf Hedenkamp
Schlagzeug – Robert Küchling

Tracklist:

  1. The Marks You Left
  2. Porcelain
  3. Helpless
  4. Neurotic
  5. Half Life
  6. The Lost Kids
  7. Silent Screaming
  8. Ignite
  9. Last Fragments
  10. Awakening
  11. Born To Live
  12. The Summary

Der Weg von Rising Insane begann im Jahr 2012 auf dem Dachboden von Robert Küchling, dem Schlagzeuger der Band. Rund ein Jahr bedurfte es noch, bis die Metalcore-Formation komplett war. Die fünf Musiker stammen aus Bremen und Umgebung. Sie starteten mit diversen kleineren Auftritten an den Wochenenden, sogenannten „Weekendern“, die jeweils am Freitag und Samstag stattfanden. Rising Insane schnupperten erstmals Tour-Luft, als sie die amerikanische Band Fight The Fade auf ihrer 3-tägigen Tour begleiteten. Im Juni 2017 veröffentlichten sie ihr Debütalbum Nation. Weiter ging es 2018 mit Annisokay auf eine 14-tägige Deutschlandtour. Den Terminkalender konnte man bereits als gut gefüllt betrachten, dies hat sich auch 2019 fortgesetzt. Das junge Metalcore-Quintett war dieses Jahr auf zahlreichen Festivals zu Gast, unter anderem auf dem Impericon Festival sowie dem Dong Open Air. Am 1. November ist es nun soweit. Rising Insane präsentieren ihr neues Langeisen Porcelain, welches über das Label Long Branch Records veröffentlicht wird, bei dem sie seit August unter Vertrag stehen. Den feierlichen Rahmen bekommt das Ganze durch eine Release Show auf dem Springsane Festival 2019 in Oldenburg.

Der Sound von Rising Insane setzt sich aus genretypischen schroffen Metalcore-Elementen, düsteren Breakdowns, ruhigen Cleanvocals und wutgeladenem Shouting zusammen. Ihre melancholische Hingabe versetzt dem Ganzen einen intensiven emotionalen Touch. Das investierte Herzblut wird hör- und fühlbar. Sänger Aron Steineker beherrscht den Wechsel vom Shouting hinüber zu den Cleanvocals wie Anders Friden (In Flames) in seinen besten Phasen. Einflüsse von In Flames und Linkin Park lassen sich nicht von der Hand weisen. Die Lyrics von Porcelain drehen sich um Themen wie Gebrochenheit, Hilflosigkeit und innere Leere.

The Marks You Left macht den Anfang. Klagende Shouts wechseln sich mit emotionalen Cleanvoices ab. Die Rhythmik lädt gleich zum Mitwippen ein. Der Titeltrack Porcelain geht voll auf die Emo-Schiene. Aron brüllt sich den ganzen Frust von der Seele. Wuchtige Breakdowns verleihen zusätzlichen Nachdruck. Helpless schließt sich dem nahtlos an, setzt mit aggressivem Gebrüll und Knüppelpassagen noch eins obendrauf. Bei Neurotic und Half Life treten melodische Leads stärker in den Vordergrund, die ansonsten sparsam dosiert eingesetzt werden. The Lost Kids weist deutliche Linkin Park-Anleihen auf. Das Ding zielt voll auf die Nackenmuskulatur ab, man kann sich dem Headbanging nicht wirklich entziehen. Silent Screaming kommt verdammt laut daher, auch dieser Song ist sehr druckvoll. Ignite ballert dann so richtig ins Gehirn, die üppigen Breakdowns schrauben sich unaufhaltsam durch die Eingeweide. Diese drei Brecher haben es hammerhart in sich! Last Fragments kann das Level danach nicht mehr so ganz halten, setzt dafür mehr auf Shouting und emotionalere Passagen. Awakening und Born To Live setzen diesen Mix fort. Wer einen weiteren Brecher zum Ausklang erwartet, wird von The Summary dann doch etwas enttäuscht sein.

Alle 12 Songs von Porcelain haben eine durchschnittliche Spieldauer zwischen drei und vier Minuten. Ein bis zwei Tracks mit etwas längerer Spielzeit wären von Vorteil gewesen. Die Gesamtspielzeit von gut einer Dreiviertelstunde ist dennoch absolut im Rahmen. Das gewählte Artwork ist schlicht und stilvoll, es passt sehr gut zum Album. Die Metalcore-Formation aus Bremen hat unbestreitbar Potenzial. Der Weg nach oben steht ihnen offen.

Formate: CD / Digital Album

Tourdaten: hier

Rising Insane – Porcelain
Fazit
Die Gitarrenarbeit von Porcelain ist durchweg solide, bietet allerdings auch keine größeren Überraschungen. Mit Breakdowns wird nicht gegeizt, was sehr positiv ins Gewicht fällt. Der Gesang hat den dominantesten Part, von dem dieses Langeisen klar profitiert. Das Songwriting steht auf einer stabilen Grundlage, es ist allerdings noch deutlich Luft nach oben. Vom Drumming her hätte es bei einigen Songs gerne etwas druckvoller sein dürfen. Der Gesamtsound übertönt dies streckenweise etwas. Porcelain ist ein gutes Basisalbum, was man insbesondere für Genre-Neueinsteiger empfehlen kann. Auch langjährige Metalcore-Hörer dürften auf ihre Kosten kommen.

Anspieltipps: The Lost Kids, Silent Screaming und Ignite
Sandra R.
7.5
Leserwertung1 Bewertung
9.5
Pro
Contra
7.5
Punkte
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