Lord Dying mit Earth Ship am 16.10.2019 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

Sludge im Kesselhaus in Wiesbaden

Bands: Lord Dying, Earth Ship

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 16.10.2019

Kosten: 12 € VK, 15 € AK

Genre: Sludge Metal, Doom Metal

Besucher: ca. 100 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/the-obsessed.3335.html

Setlisten:

Earth Ship

1. Silver Decay
2. Noi
3. Smoke Filled Sky
4. Handful Of Flies
5. Serpent Cult
6. Resonant Su
7. Eyes In the Night
8. River Of Salt

Lord Dying

1. Frightful
2. Greed
3. Envy The end
4. Tearing
5. Curling
6. Severed Forever
7. Wound
8. Clearing
9. What Is Not
10. Dreams

Nachdem zu Beginn der Woche schon ein toller Stoner Abend mit Steak, Elephant Tree und Lo-Pan hier im Kesselhaus die Öhrchen erfreut hat, folgte heute ein erstklassiger Sludge Abend.

Eigentlich sollte heute Abend die Doomlegende The Obsessed mit von der Partie sein und ihr ausgefallenes Konzert vom Sommer nachholen. The Obsessed haben erneut abgesagt, da wohl für Wino ein Einreiseverbot in die EU besteht. Naja, kann man nichts machen. Es wird dem heutigen Abend aber keinen Abbruch tun.

Früh genug in Wiesbaden angekommen, freuen sich sogar noch ein paar Fans auf Wino und Obsessed, weil sie die Absage noch nicht mitgekommen haben. Ich kann denen jedoch erklären, dass Lord Dying und Earth Ship mindestens genauso geil sind, was sich nachher auch noch zeigen wird.

Earth Ship beginnen den heutigen Abend! Bei Earth Ship fühlt man die Macht des allmächtigen Riffs, welches den Zuhörer in Mark und Bein erfasst. Dreckiger Sludge in all seinen Facetten ist angesagt. Süffige, Laut/Leise-Dynamik, wie bei den großen Vorbildern von Kylesa oder Crowbar, mit denen man bereits schon gemeinsam getourt ist. Morbide Melodien sind zu vernehmen. Das alles schleudert uns das Berliner Trio Earth Ship um die Ohren. Das Trio Earth Ship ist das Ehepaar Jan (Gitarre, Gesang) und Sabine Oberg (Bass), auf dieser Tour begleitet von Drummer Andru Giant. Nach einem kurzen Ausflug zu Napalm Records mit dem Album Hallowed sind sie seit 2018 mit ihrem neuen Album Resonant Sun wieder bei Pelagic Records am Start, bei denen auch die anderen Alben erschienen sind.

 

Earth Ship beginnen mit dem Song Silver Decay von der gleichnamigen EP. Vom aktuellen Album Resonant Sun sind dann die meisten Songs auf der Setlist. Beim zweiten Song fällt die Gitarre aus. Das wird jedoch schnell und lässig von Jan Olberg geregelt. Dabei erzählt er uns, dass dies an genauer gleicher Stelle beim letzten Gig auch passiert ist. Toll, dem Berliner Trio hier zuzuhören, das seine Setlist mit dem Song Rivers Of Salt vom aktuellen Album Resonant Sun beendet. Vom Publikum bekommt das Trio eine sehr gute Resonanz.

Jan und Sabine Olberg haben mit Grin übrigens noch ein weiteres Sludge / Stoner Projekt am Start. An ihrem Merchstand kann man sich anschließend neben dem Material von Earth Ship auch das Album von Grin zulegen.

Weiter geht es mit den US-Amerikanern von Lord Dying, die sich momentan auf Europatour befinden und auf den meisten Terminen von Earth Ship supportet werden. Lord Dying, die Sludgeband aus Portland / Oregon, hat mit ihrem noch ganz frischen Album Mysterium Tremendum im März dieses Jahres einen Wandel vollzogen. Mysterium Tremendum ist ein Konzeptalbum geworden und mit diesem sind sie dem fetten, dreckigen und gequälten Sludge Metal ein wenig entschwunden. Laut Aussage der Band sollte Mysterium Tremendum ein Konzeptalbum um das Diesseits werden, herausgekommen ist jedoch ein Konzeptalbum über Tod und Jenseits.

Serviert werden uns heute zehn Songs von den unterschiedlichen Alben. So bekommen wir eine sehr abwechslungsreiche Kost von dem Quartett dort oben auf der Bühne. Neben starken, alten dreckigen Sludgenummern von den vorangegangenen Alben gibt es natürlich Songs vom neuen Album. Neben einem riffgewaltigen Song wie Envy The End stehen mediative, progressive Songs wie Tearing At The Fabric Of Consciousness, welche irgendwie schon in psychedelische Gefilde wandern. Geradezu technisch versiert geht es in einzelnen Songs zu. Zudem auch vertrakt, ähnlich wie die Songtitel, wenn sie vollständig ausgeschrieben sind.

Ein mächtiges Quartett bilden Lord Dying da oben. Von den Gründungsmitgliedern sind Chris Evans (Gitarre) und Erik Olson (Gitarre, Gesang) geblieben. Für diese Tour haben sie sich mit Alyssa Maucere (Glory In the Shadows) am Bass und Drummer Kevin Swartz (Tithe, Serial Hawk) verstärkt. Das passt richtig gut. Alyssa Maucere am Bass ist eine Wucht, sie darf auch beim Begleitgesang ran. Wenn ich Lord Dying wäre, würde ich die nicht mehr hergeben! Kevin Swartz an den Drums nimmt äußerst konzentriert seine Schießbude auseinander. Chris Evans kann durch technisch versiertes Gitarrenspiel glänzen, während Erik Olson zeigt, dass er in den Voices schön facettenreich ist. Schon erstaunlich, wie dieses Quartett hier agiert, sich vom Sludge entfernt und diesen auch wieder hinzufügt.

 

Die Nummer hat echt gesessen, da ist man sich hier bei den Fans einig! Nach dem Gig kommt das Quartett sofort runter zu den Fans und es werden einige Selfies gemacht. Auch Earth Ship bringen noch einiges an den Mann bzw. an die Frau! So muss man zu bestimmten Sachen schon Sold Out sagen.

Fazit: Großartiger Abend mit Sludge in verschiedenen Variationen. Earth Ship und Lord Dying haben hier vollständig überzeugt. Sludge mit progressiven und technisch versierten Anteilen.

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