Alcatrazz – Born Innocent

Große Namen der 80er mit neuer Scheibe

Artist: Alcatrazz

Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA

Album: Born Innocent

Spiellänge: 57:57 Minuten

Genre: Hard Rock, Heavy Metal

Release: 31.07.2020

Label: Silver Lining Music

Links: https://www.facebook.com/Alcatrazzband/
https://www.alcatrazzofficial.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Graham Bonnet
Gitarre – Joe Stump
Bassgitarre – Gary Shea
Keyboard – Jimmy Waldo
Schlagzeug – Mark Benquechea

Gastmusiker:

Gitarre – Chris Impellitteri (Born Innocent)
Gitarre – Bob Kulick (I Am The King)
Gitarre – Nozomu Wakai (Finn McCool)
Gitarre – Dario Mollo (Warth Lane)
Gitarre – Jeff Waters (Paper Flags)
Bassgitarre – Don Van Stavern (Born Innocent, Polar Bear, Finn McCool, London 1666, Dirty Like The City und Paper Flags)

Tracklist:

  1. Born Innocent
  2. Polar Bear
  3. Finn McCool
  4. We Still Remember
  5. London 1666
  6. Dirty Like The City
  7. I Am The King
  8. Something That I Am Missing
  9. Paper Flags
  10. The Wound Is Open
  11. Body Beautiful
  12. Warth Lane
  13. For Tony

Alcatrazz werden viele wahrscheinlich eher mit einem Knast auf einer Insel in Verbindung bringen, als mit einer Band, welche zwischen Hardrock und Heavy Metal unterwegs war bzw. wieder ist. Gegründet wurden Alcatrazz 1983. Gründer war der ehemalige Rainbow und Michael Schenker Group Sänger Graham Bonnet. Er fand mit dem schwedischen Gitarristen Yngwie Malmsteen, Bassisten Gary Shea, Schlagwerker Jan Uvena (ex-Alice Cooper) sowie Jimmy Waldo seine Besetzung für die erste eigene Band. Es erschienen drei Studioalben mit No Parole From Rock n’ Roll (1983), Disturbing The Peace (1985) und Dangerous Games (1986) sowie 1984 noch die Livescheibe Live Sentence. Yngwie verließ die Band nach dem ersten Album und für ihn übernahm ex-Frank Zappa Gitarrist Steve Vai die Klampfe. Auch das Intermezzo von Steve dauerte nur eine Scheibe, Dangerous Games wurde von Danny Johnson (u.a. ex-Rick Derrigner, Alice Cooper, Blackfoot) eingespielt. Allerdings war auch hier das Intermezzo kurz. Dieses Mal ging nicht nur der Gitarrist, sondern die gesamte Band löste sich auf. Seit 2007 spielen Alcatrazz wieder Livekonzerte und man kündigte auch einen neuen Longplayer an. 13 Jahre später gibt es nun tatsächlich ein neues Studiowerk von Alcatrazz. Drei der Gründungsmitglieder sind wieder dabei, die Gitarre hält nun Joe Stump und die Felle bearbeitet Mark Benquechea. Man muss allerdings dazu sagen, dass Mastermind Graham Bonnet mit seiner Band seit 2016 einige Releases auf den Markt brachte und hier u.a. auch Jimmy Waldo und Mark Benquechea aktiv sind. Mit der neuen Scheibe sollte eigentlich auch eine Tour stattfinden, diese ist jedoch bereits auf den August 2021 verschoben worden.

Soweit mal zu der Geschichte von Alcatrazz. Was gibt es zu hören? Born Innocent legt einen vielversprechenden Start hin, dreht dann aber in ein durchschnittlichen melodischen Hardrock Track mit überzeugender Gitarrenarbeit. Polar Bear hat etwas mehr Speed, bleibt trotzdem melodisch und liegt irgendwo zwischen Hardrock und NWoTHM, das Teil kann durchaus bei mir punkten. Finn McCool knüpft an seinen Vorgänger an und liefert einen Refrain, der zum Mitgrölen einlädt. We Still Remember wird mit dem Keyboard eröffnet, dreht in einen melodischen Rocker, welcher gut hörbar ist, aber sich nicht in meinem Gehörgang festsetzt. London 1666 drückt das Gaspedal wieder mehr durch und liefert eine solide Hardrocknummer inkl. Gitarrensoli im 80er-Jahre Style. Dirty Like The City bleibt beim Hardrock mit Tempovariationen und einem Spannungsbogen in Richtung Refrain, gut hörbar, aber der letzte Funke springt dann doch nicht über. I Am The King kommt mit melodischem Hardrock im Old School Style aus den Boxen, gefolgt von Something That I Am Missing. Der variiert erst mal das Tempo und die bisherigen Songstrukturen – etwas sperriger Hardrock, der durchaus interessant klingt. Paper Flags liefert keyboardlastigen melodischen Rock im üblichen Schema, während The Wound Is Open wieder mit einer etwas anderen Eröffnung aufhorchen lässt. Body Beautiful wird mit einem Gitarrensolo an den Start gebracht, gefolgt von einem galoppierenden Rhythmus, der im Refrain allerdings seine Power einbüßt. Schade eigentlich, ansonsten kann der Track durchaus überzeugen. Warth Lane ist mit mehr als sechs Minuten der Longplayer auf der Scheibe und liefert die noch fehlende Rockballade. For Tony schließt das Werk ab, eine Akustiknummer mit Saxophon und Trompete begleitet den Hörer aus dem Longplayer.

Alcatrazz – Born Innocent
Fazit
Viele bekannte Namen aus den 80ern tummeln sich auf dem neuen Werk von Alcatrazz, das schürt natürlich Erwartungen. Im Vergleich dazu ist der Output dann doch weniger überzeugend. Es sind ein paar ganze nette Sachen drauf, aber auch ein ganzer Schwung Füllstoff, welcher mehr oder weniger nebenbei mitläuft. Dass die Herren das Rad neu erfinden erwartet keiner, aber der Longplayer bietet kaum Tracks, welche sich länger in meinem Gehörgang festsetzten. Technisch ist das alles gut gemacht und die Herren sind allesamt top Musiker, nur der berühmte Funke will nicht überspringen. Da bevorzuge ich dann doch lieber die drei alten Langeisen aus den 80ern.

Anspieltipps: Polar Bear, Finn McCool und Something That I Am Missing
Jürgen F.
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6.5
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