Alestorm – No Grave But The Sea

“Piraten-Rock!“

Artist: Alestorm

Herkunft: Perth, Schottland

Album: No Grave But The Sea

Spiellänge: 47:08 Minuten

Genre: Power Metal, Folk Metal

Release: 26.05.2017

Label: Napalm Records

Link: http://www.alestorm.net

Produktion: Lasse Lammert

Bandmitglieder:

Gesang und Keytar: Christopher Bowes
Gitarre: Máté Bodor
Bass: Gareth Murdock
Schlagzeug: Peter Alcorn
Keyboard: Elliot Vernon

Tracklist:

  1. No Grave But The Sea
  2. Mexico
  3. To The End Of The World
  4. Alestorm
  5. Bar Und Imbiss
  6. Fucked With An Anchor
  7. Pegleg Potion
  8. Man The Pumps
  9. Rage Of The Pentahooks
  10. Treasure Island

Vorab schon mal, Alestorm’s fünfte Langrille bietet keine wirkliche Überraschung. Sie spielen Partymucke, die man am besten morgens auf einem Festival, umnebelt von Bier und Rum mitgrölen kann.

Der Titeltrack No Grave But The Sea gefällt zunächst recht gut. Ordentliche Losgehmucke, bei der man sich gleich auf die Black Pearl zu Jack Sparrow versetzt fühlt. Der Refrain geht ins Ohr und ungewollt wippt man mit. Guter Opener. Song Nummer zwei heißt Mexico und fängt an wie ein Computerspiel der frühen Achtziger. Textlich recht einfach gehalten We drink and steal and kill“ und dazu werden reichlich Genussmittel eingeworfen. Tequila, Tacos und Kaktus…, das reicht einfach nicht für tiefgreifende Lyric, zu flach der Track. Weiter geht es mit To The End Of The World. Etwas hymnischer, zumindest im Chorus, gefällt dieser Song mehr. Da sind musikalische Passagen drin, die gut ankommen. Elliot Vernon steuert gute Parts auf seinem Keyboard bei. Auch von der Gitarrenarbeit kann man angetan sein. Allerdings auch hier manchmal etwas zu viel des Guten. Schnell kann das ins Kitschige übergehen.

Alestorm– der Song heißt wirklich wie die Band – besticht mit einem guten Gesang. Christopher Bowes überzeugt hier mit einer guten Leistung. Textlich wird wieder dem Konsum von betäubenden Getränken gehuldigt. Alles in allem aber ganz ok. Der Titel Bar Und Imbiss lässt vermuten, dass hier ein deutsches Lied kommt. Weit gefehlt. Das einzig deutsche im Text ist das Dutzend Schnitzel, das für alle zum Essen gedacht ist. Ansonsten ist der Song durchschnittlich. Nichts Bestechendes. Ganz komisch wird es dann in Fucked With An Anchor. Das ist nur erträglich mit zwei Promille. Da die aber im normalen Leben nicht immer erreicht sind, kommt das Liedgut nicht so zum Tragen. Musikalisch sind auch kaum neue Höhepunkte auszumachen. Ich vermute, das soll auch nicht sein.

Pegleg Potion biete auch nichts Neues. Allein der leicht folkige Einschlag ändert hier etwas die Grundstimmung. Auch eine gelungene Keyboardeinlage lässt an dieser Stelle etwas mehr Freude aufkommen. Das letzte Drittel wird eingeläutet durch Man The Pumps. Dieser Track gefällt wieder gut. Er scheint nicht ganz so die Spaßmusik zu sein, wie die anderen Nummern. Die Mid Tempo Nummer weiß durch gutes Songwriting und einen klasse Einsatz des Gitarristen Maté Bodor zu überzeugen. Davon mehr Songs und eventuell verliert sich der typische Piratencharakter von Alestorm und die Richtung, die sie mal einschlagen haben. Rage Of The Pentahooks ist wieder etwas schneller, aber auch das ist nicht schlecht. Die etwas aggressivere Herangehensweise lässt den Track gewinnen. Abschluss der normalen CD-Ausgabe ist Treasure Island. Als letzter Song hinterlässt er noch mal einen positiven Eindruck. So bleibt die CD in besserer Erinnerung.

Fazit: Ich tue mich zunächst etwas schwer mit der CD. Zu viele reine Feiersongs. Bestimmt gut, wenn ich auf dem Camp Ground sitze nach einem Tag im Infield und das Pils reichlich genossen habe. Aber das ist wohl auch der Anspruch, den diese Platte hat. Hier wird keine tiefgründige Musik gespielt, sondern einzig und allein der Partycharakter in den Vordergrund gehoben. Es geht auch anders, das beweisen einige Songs auf dem Langeisen. Wer Alestorm bisher gut fand, wird diese CD ebenfalls mögen. Sie ist mindestens so gut wie das Vorgängeralbum, wenn nicht sogar die beste Platte bis jetzt. Das ebenfalls erhältliche Doppel CD Mediabook bietet zudem noch alle Songs in rein instrumentalen Versionen. Oftmals hört es sich an, als wenn der Gesang durch Hundebellen ersetzt wurde. Kann man hören, muss aber nicht.

Anspieltipps: No Grave But The Sea , Man The Pumps
kay l.
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