Event: Ol‘ Black Eyes Is Back Tour
Artist: Alice Cooper
Vorband: Black Stone Cherry
Datum: 23.09.2019
Genre: Hard Rock, Rock
Besucher: ca. 4.300
Ort: Barclaycard Arena, Hamburg
Kosten: ab 60 €
Links: https://alicecooper.com/
http://www.blackstonecherry.com/
https://www.barclaycard-arena.de/
Setlisten:
Black Stone Cherry:
- Burnin‘
- Me And Mary Jane
- Blind Man
- In My Blood
- Blame It On The Boom Boom
- White Trash Millionaire
- Lonely Train
- Cheaper To Drink Alone
- Family Tree
Alice Cooper:
- Years Ago (Tape)
- Nightmare Castle (Tape)
- Feed My Frankenstein
- No More Mr. Nice Guy
- Bed Of Nails
- Raped And Freezin‘
- Fallen In Love
- Muscle Of Love
- He’s Back (The Man Behind The Mask)
- I’m Eighteen
- Billion Dollar Babies
- Poison
- Guitar Solo (Nita Strass)
- Roses On White Lace
- My Stars
- Devil’s Food (Band Jam)
- Black Widow (With ‚Black Juju‘ Drum Solo)
- Steven
- Dead Babies
- I Love The Dead (Band Vocals)
- Escape
- Teenage Frankenstein
Zugabe:
- Under My Wheels
- School‘s Out
Nach den Hamburger Metal Dayz am Wochenende, gibt es in der neuen Woche gleich ein kleines Highlight. Heute ist Alice Cooper in der Barclaycard Arena und wird uns im Rahmen seiner Ol‘ Black Eyes Is Back Tour mit seinen Hits einheizen. Der inzwischen bereits 71-Jährige kann auf eine bewegte und lange Zeit als Musiker zurückblicken. In seiner Karriere hat er bereits 27 Studioalben und diverse Livemitschnitte produziert. Seine Horrorshows sorgten in der Vergangenheit für wohlige Schauer und das soll sich heute wiederholen. Klappt das? Mal schauen. Im Vorprogramm sind Black Stone Cherry, die mit Burning‘ noch immer weit oben in den Charts stehen.

Um 21:15 Uhr beginnt Alice Cooper seine Show. Mit einem Welcome To My Castle vom Tape abgespielt, betreten die Musiker die Bühne, die einer mittelalterlichen Burg nachempfunden ist. Davor ist das monumentale Drum Kit von Glen Sobel aufgebaut, der auch bei den Hollywood Vampires hinter der Schießbude sitzt. Es geht los mit Feed My Frankenstein. Alice, mit dunklem Frack, Zylinder und den typisch schwarz bemalten Augen, stolziert über die Bühne. Neben ihm stehen die männlichen Gitarristen Ryan Roxxie, Tommy Henriksen und Bassist Chuck Garric. Mit blonder Mähne ist Gitarristin Nita Strauss der absolute Hingucker. Aber sie sieht nicht nur gut aus, sie spielt auch exzellent ihre Gitarre, was sie bis 2014 bei den The Iron Maidens bewiesen hat. Sie gilt als die derzeit beste weibliche Gitarristin.

Auffällig ist, dass es keine Kommunikation mit dem Publikum gibt. Keine Ansagen, es wird einfach das Programm abgespielt. Nun gut, die meisten Songs sind eh bekannt und sobald die ersten Töne erklingen, jubeln die Zuschauer. I’m Eighteen, Billion Dollar Babies, mit Einsatz einer im Totenkopfstil gehaltenen Kanone, die Konfetti verschießt, und natürlich Poison werden sofort erkannt und gefeiert. Bei Letzterem singt das Hamburger Publikum erstmals lauthals den Refrain mit. Die Musiker haben auf der Bühne ausreichend Platz und sprinten oftmals von links nach rechts oder stehen auf der Burgmauer. Allerdings überlässt Alice die meisten Showeinlagen den Komparsen oder seiner Tochter, denn so beweglich ist der 71-Jährige nicht mehr. Von den eingesetzten Requisiten wie Rapier, Stock oder Zylinder trennt sich der Altmeister oftmals durch einen gezielten Wurf ins Publikum. Da freuen sich einige, die hier eins der begehrten Gegenstände ergattern können.

Mit Teenage Frankenstein beschließt der Altmeister das Konzert. Natürlich fehlt noch der Überhit School’s Out und der wird dann auch in der Zugabe gebracht. Hier wird nochmals alles gegeben und auch das Publikum kennt nun kein Halten mehr. Lautstark wird gesungen und der Song aus dem Jahre 1972 hat nichts von seiner Popularität eingebüßt. Und plötzlich ist das Spektakel nach 90 Minuten vorbei. Es wird sich noch ordentlich bedankt und dann wird das Hamburger Publikum mit glücklichen Gesichtern nach Haus geschickt.
Fazit: Die langjährige Karriere von Alice Cooper wird hier musikalisch aufgearbeitet obwohl es hier mehr eine Rock-Revue als ein Konzert ist. Es gibt kaum Überraschungen, aber das will auch keiner. So ist das hier eine Best Of Show, die funktioniert und dem Zuschauer genau das gibt, was er will. Die Show ist ebenfalls nicht überraschend, aber wird dankend mitgenommen. Da weiß man, was man hat. Da ja auch die Zahl der aktiven Musiker aus den 70ern und 80ern stetig abnimmt, freuen wir uns über die Künstler, mit denen wir groß geworden sind und uns für eine gewisse Zeit dies zurückgeben. Da wird auch gern der Zahn der Zeit ignoriert, der an den Musikern oder uns nagt. Mir hat es gefallen.















