Ammunition – Tear Your City Down Tour 2018 – Support Xtasy und DeVicious am 31.03.2018 im Kubana, Siegburg

„Ammunition – Tear Your City Down Tour 2018 – Support Xtasy und DeVicious am 31.03.2018 im Kubana, Siegburg“

Band: Ammunition

Vorband(s): Xtasy und DeVicious

Ort: Kubana Siegburg, Zeithstraße 100, 53721 Siegburg

Datum: 31.03.2018

Kosten: 20,00 Euro zzgl. VVK Gebühr, 25 Euro AK

Genre: Hard Rock, Heavy Metal, Melodic Metal

Besucher: ca 100

Veranstalter: Kubana Live Klub http://www.kubana.de/live-club/

Link: https://www.facebook.com/events/391880411253111/

Setlisten


1. One Track Mind
2. Penthouse Floor
3. Calling Angels
4. Lullaby
5. Crying In The Rain
6. The Silence
7. Everything
8. Never Say Never


1. Intro
2. Broken Heart
3. One In A Million
4. Under The Gun
5. Said And Gone
6. Speed Of Light
7. Second Chance
8. Stronger
9. Into The Fire
10. Never Surrender
11. Revolution


1. Time
2. Tear Your City
3. Do You Like It
4. Tie Me Down
5. Road To Babylon
6. Give Me A Sign
7. Klondike
8. Take Out The Enemy
9. Gung Ho
10. Eye For An Eye
11. Wild Card
12. Innuendo
13. Silverback
14. Virtual Reality
15. Freedom Finder
16. Wrecking Crew
17. In My Dreams

Norwegischer Hard Rock / Heavy Metal ist heute in meinem Stammclub Kubana im Siegburg angesagt. Die Norweger sind ja momentan einsame Spitze im Bereich Hard Rock. Audrey Horne aus Bergen hatte ich mir im Januar in Köln angeschaut. Da war ich mächtig begeistert.

Auch heute ist bei mir die Vorfreude groß, denn mit Ammunition steht ein Hard Rock Kracher par excellence im Kubana an. Ammunition haben im Januar 2018 ihr selbst betiteltes zweites Album herausgebracht, welches in den Kritiken überaus positiv angekommen ist. Zudem haben Ammunition als Liveband einen ausgezeichneten Ruf. Ganz besonders freue ich mich auf Sänger Age Sten Nilsen. Dem bin ich bereits im Frühjahr 2017 auf der Full Metal Cruise begegnet und konnte dort mit ihm bereits ein Bier trinken. Auf der Full Metal Cruise war er der grandiose Sänger von Tony Carey’s Rainbow Projekt und hat mich total begeistert.

Beginnen soll der heutige Abend um 18:30 Uhr mit einem besonderen VIP-Event: eine Live Akustik Show und ein Meet and Greet mit Age Sten Nilsen. Etwas verspätet geht es dann auch los. Age Sten Nilsen kommt auf die Bühne, nimmt auf einem Hocker Platz. Er entpuppt sich als toller Erzähler. Er erzählt viel von Familie, einen wesentlichen Part nimmt dabei sein Großvater ein. Er erzählt heitere und auch traurige Schichten. Er erzählt, dass man ihm zum Beginn seiner Karriere sagte, dass er eigentlich zu alt dafür sei, eine Karriere als Künstler zu machen. Seine Geschichten werden immer wieder von seinen Soloeinlagen unterbrochen bzw. ergänzt. Songs seines Soloalbums Smooth Seas (Don’t Make Good Sailers) werden dargeboten und passende Storys dazu erzählt. Tolle Geschichten, tolle und umwerfende Stimme. Zwei Mädels im Publikum haben Geburtstag (woher weiß er das?). Die bekommen von ihm natürlich ein persönliches Geburtstagsständchen.

Bereits diese halbstündige Live Akustik Show ist äußerst sehens- und hörenswert! Age Sten Nilsen kommt nach seiner Soloperformance sofort von der Bühne runter und begibt sich zu seinen Fans. Er signiert und unterhält sich gerne mit ihnen. Einige Fans haben schon einige Kilometer an Anreise hinter sich. Auch ich unterhalte mich mit ihm und erzähle ihm, dass ich ihn letztes Jahr auf der Full Metal Cruise gesehen habe! Er fragt mich, wie es mir gefallen hat. Ich entgegne ihm, dass es mir sehr gut gefallen hat und ich sehr von seiner Stimme begeistert bin. Er freut sich. Er sagt, dass das eine tolle Sache gewesen sei. Heute Abend die Show sei aber was anderes. Das sei die Musik von ihnen, von Ammunition.

Dann beginnt auch schon der erste Support. Dies sind DeVicious aus Karlsruhe. DeVicious spielen einen soliden Hardrock, der auf den Achtzigern aufbaut und viel Melodien enthält. Sänger Mr. Sanders (Zoran Sadorov) bringt auffallend gute Vocals zustande. Obwohl aus Karlsruhe stammend, ist die Band recht Multikulti! Das Zusammenspiel klappt gut. Sie sind gerade erst seit 2016 unterwegs. Im März dieses Jahres, kurz vor der Tour mit Ammunition haben sie ihr erstes Album mit dem Titel Never Say Never vorgelegt. Dieses wollen sie jetzt mit der Tour promoten. So verwundert es nicht, dass ihr Gig heute Abend fast das komplette Album enthält. Lediglich zwei Songs fehlen. Die Jungs haben Spaß und machen das recht gut. Zwischendurch gibt es auch einen Song, bei dem Sänger Mr. Sanders nur von Keyboarder Denis Kunz begleitet wird. Das Set endet mit dem Titelsong vom Album Never Say Never.

Weiter geht es mit Xtasy aus Spanien. Die sind schon einiges länger unterwegs als DeVicious. Die Formation um Frontfrau Silvia Idoate ist ein recht eingespieltes Team. Das merkt man. Herausragend aus der Formation ist hier Chema Herrero, der das eine oder andere superbe Gitarrensolo zeigt und durch seine Performance das Publikum sehr gut einbindet. Bei Chema Herrero denke ich zunächst, dass da Vin Diesel auf der Bühne steht 😉 Totale Ähnlichkeit und auch tolle Action. Bis zum siebten Song (Second Chance) sind alle Songs auf der Setlist vom gleichnamigen 2017er-Album. Danach gibt es Songs vom ersten Album. Xtasy servieren uns sauberen, schnörkellosen Melodic Rock / Metal. Wie bereits erwähnt, fallen hier insbesondere die tollen Gitarrenparts von Chema Herrero neben Frontfrau Silvia Idoate ins Auge. Die ist leider nicht so gut abgemischt, wie ihr Kollege vorher bei DeVicious, sodass sie nicht allzu klar und prägnant rüber kommt. Woran dies liegt, weiß ich nicht. Mr. Sanders war vorhin wesentlich besser abgemischt.

Dann kommt auch schon der Headliner des heutigen Abends. Das ist nun natürlich eine ganz andere Nummer, wie die beiden Supports zuvor, die sich redlich bemühten das Publikum zu unterhalten, was ihnen auch ordentlich gelang. Jetzt kommt kraftvoller, authentischer Hard Rock in allerbester Manier. Die geniale Stimme von Age Sten Nilsen ist klar, kraftvoll und sehr gut abgemischt. Man versteht seine Vocals bei jedem Song kristallklar. Die Band spielt kraftvoll mit einem tollen Groove. Obwohl die Zuschauerzahl überschaubar ist, geben Ammunition wirklich alles! Man merkt Age Sten Nilsen und seinen Jungs die Spielfreude an. Da geht auf der Bühne die Post ab. Und das, obwohl die Band nicht ganz in der Originalbesetzung spielt. Denn Erik Mårtensson (Guitars) und Magnus Ulfstedt (Drums) sind heute nicht mit an Bord. Das war bereits im Vorfeld durchgesickert. Warum sie nicht dabei sind, ist nicht ganz klar: Familiäre und / oder anderweitige Verpflichtungen werden genannt. Ich muss gestehen: Das Fehlen dieser beiden hervorragenden Musiker ist am heutigen Abend nicht zu bemerken. Age Sten Nilsen greift kurzerhand selbst zur Gitarre. Die Parts der Leadgitarre übernimmt sowieso Jon Pettersen. Und der ist an der Gitarre wirklich mehr als vorzüglich. Komisch, dass man von ihm vorher noch nicht viel gehört hat. Ich frage ihn nach dem Konzert, wo er bisher gespielt hat. Er war wohl vorher Gitarrist bei einem Queen Musical. Apropos Queen: Heute Abend gibt es eine sensationelle Coverversion von Innuendo. Boah, haut das Ding rein! Wahnsinn, da gehen alle richtig mit hier im Publikum. Auch ich! Age Sten Nilsen merkt den Vibe im Publikum und ihm gefällt das richtig gut! Er und ich klatschen uns während des Songs ab! Klasse Age Sten Nilsen. Age Sten Nilsen ist ein großartiger Sänger und Tausendsassa. So ist er in Norwegen ein gefeierter Musicalstar (Queen), Solokünstler, Sänger bei der ehemaligen Glamrock Band Wig Wam, Sänger bei Ammunition ….Dies könnte unaufhörlich fortgesetzt werden. Nein, nicht nur ein großartiger Sänger, er ist ein großartiger Künstler.

Den Ausfall von Magnus Ulfstedt an den Drums kompensiert Ole Tom Torjussen, auch Drummer bei der wiederbelebten norwegischen Progrock Legende Aunt Mary, mehr als nur gleichwertig. In einem Drumsolo darf auch er zeigen, was er drauf hat. Age Sten Nilsen stellt ihn als einen seiner ältesten Freude vor. Das Zusammenspiel zeigt, dass sie sich nicht fremd sind!

Auf der Setlist stehen heute neben dem genialen Queen Cover noch sechzehn großartige Hardrock und Heavy Metal Songs vom aktuellen Album Ammunition und vom Erstling Shanghaied, die zum Mitmachen nur so einladen. Ein bisschen Glam Rock ist hier und da auch dabei. Da kann Age Sten Nilsen seine Herkunft bei Wig Wam nicht verleugnen. Das Publikum dankt es der Band, die von ihren Fans frenetisch gefeiert wird. Hier im Kubana geht eine tolle Party ab. Das hat man nicht alle Tage. Trotz kleinem Publikum ist hier eine Mega Stimmung. Wie soll man sich denn auch solchen Krachern wie zum Beispiel Take Out The Enemy und Wrecking Crew entziehen können. Von Wrecking Crew existiert übrigens ein tolles Video, als Promotion zum Album, welches ich dem Leser nicht vorenthalten möchte. Wrecking Crew nennt sich übrigens auch das Streetteam von Ammunition, dem man für einen kleinen Obolus beitreten kann und dafür eine Menge Goodies erhält. Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass die Band ihren Weg macht und die Tourneen bestreiten kann.

Das ist heute Abend ein toller Zusammenhalt. Age Sten Nilsen betont mehrmals, wie wichtig ihm die Fans sind, denn ohne sie wäre die Band nichts. Das ist eine tolle Einstellung. Da sollten sich doch einige selbsternannte Stars mal eine Scheibe von abschneiden.
Als letztes Stück covert Age Sten Nilsen mit Ammunition noch den Song In My Dreams seiner alten Band Wig Wam. Klasse! Auch hier toller Zusammenhalt. Alle Musiker der vorangegangenen Bands kommen auf die Bühne und performen den Song zusammen mit Ammunition. Toller Gig und extra tolle Performance der Band!

Age Sten Nilsen und die gesamte Band kommen unmittelbar nach dem Ende ihrer Show zu ihren Fans. Es werden Gespräche geführt, Selfies gemacht, Platten und CDs signiert. Großartige tolle Leute. Auch ich unterhalte mich nochmals mit Age Sten Nilsen. Er sagt mir, dass ich unten im Publikum toll mitgemacht hätte und er gespürt habe, dass es mir gefalle. Gerade beim Queen Cover Innuendo, als wir uns abgeklatscht haben. Ja, da hat er vollkommen recht. Ich wünsche ihm und seiner Band alles Gute und viel Erfolg auf der weiteren Tour.

Fazit: Großartiger Abend mit Ammunition, einer der besten Hardrockbands aus Norwegen, im Kubana in Siegburg. Die Band sehr publikumsnah und spielfreudig. Tolle Party vor leider kleinem Publikum. Das tat dem Ganzen jedoch keinen Abbruch. Sollte die Band ihren Stil weiter konsequent fortsetzen, gehe ich davon aus, dass sie sich demnächst in einem anderen Level bewegen wird, vor allem, wenn sie weiter so authentisch bleibt.

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