Artist: Antiheld
Herkunft: Stuttgart, Deutschland
Album: Disturbia
Spiellänge: 51:20 Minuten
Genre: Rock, Deutschrock, Pop Rock
Release: 09.04.2020
Label: Arising Empire / Edel Records
Link: https://www.antiheldmusik.com/
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarre – Luca Opifanti
Gitarre – André Zweifel
Keyboard – Henry Kasper
Bassgitarre – Matze Brendle
Schlagzeug – Sven Fischer
Tracklist:
- Sommer Unseres Lebens
- Motten Um Licht
- My Only Friend
- Ingendwo Stirbt Gerade Ein Kind
- Himmelblau
- Standing In Line
- Chaos Intro
- Chaos
- Alles Gute Für Den Winter
- Oh Bitte Mach Mich Ein Letztes Mal Kaputt
- Alles Nichts
- Wiegenlied
- Von Schmerz & Apotheken
Antiheld, ja Antiheld, das ist eben diese eine Rocktruppe aus Stuttgart, die ich mit dem Song Belin Am Meer 2017 kennenlernen durfte. Genau mit dem Song (bessergesagt mit dem ersten Album 2017 Keine Legenden) schafften es die Herren mit ihrem zweiten Release Goldener Schuss und jetzt erneut beim Label Arising Empire unterzukommen. Von den Erfolgen her ist man durchweg auf einem guten Weg. So erreichte Disturbia bis heute Platz 21 der deutschen Charts (als Peak). Doch warum das so ist, wird mit Sicherheit nicht nur daran liegen, dass ein Charterfolg heute nicht mehr so schwer ist wie noch zu den letzten Veröffentlichungen – denn dafür kommt genug auf den Markt, was Anklang findet.
Also ziehe ich meine Kopfhörer auf, stelle meinen Schreibtischstuhl auf „Wippen“ und lehne mich zurück. Den Anfang machen Sommer Unseres Lebens und Motten Um Licht – die Songs, die bereits 2020 als Single erscheinen sollten. Eingängige Riffs, kluge, aber nicht zu komplexe Texte und eine Stimmung, die Hoffnung verkauft, scheinen das Rezept zu sein, was hinter Antihelds Disturbia steckt. Dass man sich mit so einer Konstellation perfekt in einem Jahr positioniert, welches sicher nicht als das Hoffnungsvollste in die Geschichte eingehen wird, war sicher kein Zufall. Denn ich gehe davon aus, dass Songs wie Himmelblau, Oh Bitte Mach Mich Ein Letztes Mal Kaputt oder Irgendwo Stirbt Grad Ein Kind in oder gerade wegen der Pandemie so entstanden sind. Beim eben erwähnten Himmelblau sehne ich mich nach einer Kieler Bar, in der ich mit meinen Freunden bei einem Bier verweile und einfach eine gute Zeit habe. Entspannt und fast schon virtuos macht der Track einfach Spaß. Sozial kritisch und als Mitsinghymne konzipiert, sticht Standing In Line heraus – ein Song, der das Kirchensystem kritisiert, trifft erneut perfekt den Zahn der Zeit (aus meiner Sicht auch prädestiniert für eine Singleauskopplung).
Luca Optifanti ist gesanglich gerade genug rau, dass die Songs nicht zu sehr in den Pop Rock abdriften und doch bleibt man massentauglich genug, um mehr als nur in dunklen Kellerspelunken spielen zu dürfen. Die Produktion ist durchweg fett und macht Spaß, laut zu hören und dem Text zu lauschen.




