Autumn Blast V am 07.12.2019 in der Kieler Räucherei

Headliner Illdisposed heizen die Kieler Räucherei beim fünften Autumn Blast ordentlich durch

Event: Autumn Blast V

Bands: Dreamscore, Dust Race, Hydrophobic, Shadowbane, Ildisposed, Paraphilia

Datum: 07.12.2019

Genre: Symphonic Metal, Hard Rock, Death Metal, Progressive Death Metal, Slamming Deathcore, Post Apocalyptic Power Metal

Besucher: ca. 200 – 250

Ort: Räucherei in Kiel

Kosten:  VVK 13,90 €, AK 15 €

Links: https://www.facebook.com/Autumn-Blast-Kiel-1039265349502691/, https://www.facebook.com/DreamscoreOfficial/, https://www.facebook.com/Dustrace/, https://www.facebook.com/HydrophobicBand/, https://www.facebook.com/SHADOWBANEmetal/, https://www.facebook.com/illdisposed1/, https://www.facebook.com/Paraphilia-257346151636837/

Veranstalter: Autumn Blast

Setlisten:

Dreamscore:

  1. Pages Of Nostalgia
  2. Everlasting Earth
  3. Lock The Door
  4. The Bloom & The Envy
  5. At The Moonlake

Dust Race:

  1. Bend & Obey
  2. Holding Breath
  3. New City
  4. Fighting For
  5. Dust Race
  6. Let´s Go

Hydrophobic:

  1. Intro Pay With Blood
  2. Pay With Blood
  3. Doctrine Of Retribution
  4. Ad Infinitum
  5. Main O Tower
  6. Intro Break Out
  7. H2 CO3
  8. Under Water
  9. Schlechter Hecht
  10. The Swarm Will Evolve
  11. Human Waste

Shadowbane:

  1. Intro
  2. Beyond The Winds Of War
  3. Traitor
  4. Dystopia
  5. Forsaken
  6. After The Fallout
  7. King
  8. Under Bleeding Skies
  9. Tear Down The Wall

Illdisposed:

  1. Reveal Your Soul For The Death
  2. This Is Our Calling For The End
  3. To Sail You Away
  4. I Believe In Me
  5. Dark
  6. Throw Your Bolts
  7. Weak Is Your God
  8. Drink It All
  9. A Child Is Missing
  10. Near The Gates
  11. Days On The Floor
  12. Submit
  13. Purity Of Sadness
  14. Sense The Darkness
  15. Now We´re History

Heute zieht es uns zum Autumn Blast V in die Kieler Räucherei. Ich bin gespannt, für mich ist es das erste heimische Indoor-Festival. Ab 18:00 Uhr ist Einlass, wir sind eine gute halbe Stunde später vor Ort. Ruck zuck werden wir ohne langes Anstehen persönlich begrüßt. Das geht verdammt flott und wir machen uns sogleich in Richtung Bühne auf. Die ersten Metalheads haben sich bereits in dieser Location eingefunden, es allerdings noch recht übersichtlich. Wir nehmen uns daher die Zeit, die Merch-Stände erstmalig zu inspizieren. So langsam füllt sich der Saal und uns begegnen Fans, die nicht in eine Schublade passen oder auch einem festen Genre zugeordnet werden können. Es sind Metaller aller Altersgruppen vertreten, sodass man von einem generationsübergreifenden Publikum sprechen kann. Bevor es losgeht, führen wir uns noch ein Getränk zu Gemüte. Um 18:55 Uhr positionieren wir uns im Bühnenbereich. Die erste Gruppe steht bereits in den Startlöchern.

Tanja Kaulen – Dreamscore

Punkt 19:00 Uhr eröffnet die Hamburger Band Dreamscore diesen Festival-Abend. Die Sängerin begrüßt das Publikum, gleich danach legt die Hamburger Symphonic Power Metal Band auch schon los. Sie spielen heute ein Set von fünf Stücken, hierunter Pages Of Nostalgia, Everlasting Earth und The Bloom & The Envy ihrer 2019er-EP Away. Dass Dreamscores musikalischer Stil durch die Wishmaster/Century Child Ära der frühen 2000er Jahre von Nightwish geprägt ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Band besteht aus Tanja Kaulen (Gesang), Heiko Domeier (Gitarre), Malte Beck (Keybord) und Wanja NechtanGröger (Schlagzeug). Ein Bassmann fehlt zurzeit noch, um die Formation zu komplettieren. Nach einer halben Stunde Spielzeit endet ihr Set um 19:30 Uhr mit sanften und sphärischen Klängen von At The Moonlake, danach setzt sofort der Umbau für die nächste Band ein. Es wird fleißig gewerkelt auf der Bühne, wir vertreten uns kurz die Beine.

Jan – Dust Race

Nach 15 Minuten Bühnenumbau ist es dann soweit. Um 19:45 Uhr stehen die Kieler Lokalmatadoren Dust Race in den Startlöchern. Jan (Gesang), Christoph (Gitarre), Reiner (Gitarre) und Hahni (Schlagzeug) haben sechs Songs im Gepäck. Motto lautet: If you wanna feel alright – take some Dust ’n‘ Roll tonight! Mit Bend & Obey eröffnen sie ihr heutiges Set. Schon gleich darauf füllt sich der Platz vor der Bühne. Die Jungs sind in bester Form und man merkt ihnen deutlich an, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. Die Band verbindet dreckigen Hard Rock mit dezenten Hard ’n Heavy-Elementen. Sie schaffen es, in kürzester Zeit die Fans zu begeistern. Der Opener stammt von ihrer 2018er-EP Fat And Famous, davon folgen auch noch New City und Dust Race. Sänger Jan haut zwischendrin immer wieder flotte Sprüche raus. Er kündigt vollmundig an, dass er nachher das mitgebrachte Promo-Material unters Volk bringt, zur Not auch bis ins „Stille Örtchen“. Dust Race gehen mit Let´s Go noch einmal in die Vollen, bevor ihr Auftritt um 20:15 Uhr endet. Direkt danach taucht Jan tatsächlich mit seinem Bauchlädchen zwischen den Fans auf und bietet die mitgebrachten CDs sowie weitere Gimmicks an. Dabei darf jeder einen freiwilligen Obolus nach eigenem Ermessen zahlen. Ob er tatsächlich in jeden Winkel der Räucherei vorgedrungen ist, haben wir nicht mehr erfahren.

Niklas – Hydrophobic

Um 20:30 Uhr geht es dann mit der Slamming Deathcore-Formation Hydrophobic aus Ülzen (Lüneburg) weiter. Ihr Line-Up setzt sich aus Niklas (Gesang), Steffen (Gitarre), Jonas (Gitarre), Set (Bass) und Gero (Schlagzeug) zusammen. Sie sind seit drei Jahren bei diversen Festivals, wie dem Holsteiner Death Fest vertreten und geben in regionalen Klubs Konzerte. Aber auch in angesagten Szene-Locations wie die Berliner Rock & Metal Bar Blackland (2017) waren sie präsent. Hydrophobics heutige Setlist besteht aus den Songs ihrer zwei Studioalben Ad Infinitum (2015) und The Swarm Will Evolve (2019). Kaum sind sie mit dem Opener Pay With Blood durchgestartet, gibt es ein technisches Problem – eine Gitarrensaite hat sich verabschiedet. Die Schar vor der Bühne stört es nicht und singt einfach weiter. Drummer Gero steigt mit ein und begleitet das Treiben vor der Bühne. So ist das Malheur nach knapp zehn Minuten behoben, die Show kann weitergehen. So ganz haut es mit dem Ton noch nicht hin, der Gesang von Niklas geht etwas unter bei dem wuchtigen und ballernden Sound. Das gibt sich jedoch schnell und die Jungs ziehen dann endlich volles Brett durch. Mit Circle Pits und kräftigem Mattenschütteln geht es ordentlich zur Sache. Die Jungs aus Ülzen haben ihre Fans im Griff. Zum Abschluss gibt es noch einen Schnappschuss mit Smartphone und ein „Danke schön Kiel!“, bevor die fünf die Bühne nach ihrem letzten Song Human Waste um 21:15 Uhr verlassen. Für uns wird es jetzt erst mal wieder Zeit für ein Kaltgetränk.

Stefan – Shadowbane

Punkt 21:30 Uhr ist es soweit – die Hamburger Power Metaller Shadowbane sind bereit, als Nächstes die Hütte abzureißen. Sie bezeichnen ihren Musikstil selbst als Post Apocalyptic Power Metal. Shadowbane sind Stefan (Gesang), Lukas (Gitarre), Markus (Gitarre), Moritz (Bass) und Chris (Schlagzeug). Ihre Show beginnt mit einem Gasmaskenmann, der in voller Schutzmontur die Bühne inspiziert, bevor es mit dem Opener Beyond in die Vollen geht. Tracks wie Traitor, Dystopia und Forsaken folgen. Vor der Bühne ist es etwas ruhiger als beim vorherigen Gig. Die Meute ist offensichtlich noch etwas ausgepowert und erholt sich jetzt etwas. Richtig schräg wird es, als der Maskenmann mit einer Palette Laborröhrchen, die mit einer grünen Flüssigkeit gefüllt sind, die Bühne betritt und den Bandmitgliedern per „Direktabfüllung“ in die Kehlen kippt. Auch das Publikum wird animiert, bei diesem Szenario mitzumachen. Kollege Norbert C. „opfert“ sich tapfer und schüttet sich den Likör in seine trockene Kehle. Gut „geölt“ geht das muntere Treiben auf der Bühne weiter. Sänger Stefan macht schnell noch Werbung für das aktuelle Video After The Fallout. Mit King, Under Bleeding Skies und Tear Down The Wall geben die Hamburger Jungs noch einmal Gas, die Fans gehen jetzt wieder mehr mit. Der Maskenmann erscheint zum Schluss noch einmal, eine Fahne schwenkend, auf der Bühne. Damit zelebriert er eindrucksvoll das Ende dieses Auftritts. Begeisterte Shadowbane-Rufe hallen durch die Räucherei. Wer sich das Spektakel noch einmal zu Gemüte führen möchte, hat dazu noch zwei Termine in diesem Jahr zur Auswahl: Laser Night Vol VI in Hamburg am 20.12.2019 oder am 21.12.2019 in Braunschweig.

Bis zum Headliner ist eine gute halbe Stunde Zeit, wir nutzen die Gelegenheit, um noch einmal unseren Flüssigkeitsbedarf zu decken und den Merch-Stand genauer unter die Lupe zu nehmen. Um 22:40 Uhr positionieren wir uns wieder vor der Bühne, da schon einige Besucher die gleiche Idee haben – rechtzeitiges Erscheinen sichert die guten Plätze …

Bo Summer – Illdisposed

Um 22:45 Uhr ist es dann soweit, Illdisposed aus Aarhus (Dänemark) sind am Start. Sänger Bo Summer begrüßt die Fans mit teils witzigen als auch rotzfrechen Sprüchen. Diese Death Metal-Formation ist schon seit 1991 unterwegs und hat 15 Studioalben veröffentlicht, darunter auch ihr aktuelles Werk Reveal Your Soul For The Dead (2019). Ihr massiver Sound wird von Klangschmied Dan Swanö gemischt, der schon für Szenegrößen wie Katatonia oder Dark Funeral hinter dem Mischpult stand. Illdisposed performen eine eigene Form von Death Metal mit groovigen Rhythmen, melodischen, aber dennoch hart schlagenden Riffs. Für die Gitarrenarbeit sind Jakob Batten und Rasmus Henriksen zuständig. Der Tieftöner wird von Kussen bedient, an der Schießbude rotiert Rasmus Schmidt mit den Drumsticks und Pedalen. Sie starten mit Reveal Your Soul For The Death, der Opener vom 2019er-Album. Sie spielen heute eine üppige Setlist mit 15 Tracks aus den Jahren 1997 bis 2019. Im Gepäck sind Songs von Alben wie Submit (1995), Burn Me Wicked (2006), The Prestige (2008), Sense The Darkness (2012) und noch einigen mehr. Die Fans moshen zu allem kräftig mit, Crowdsurfer werden im Schwebeflug zur Bühne transportiert – es geht zur Sache!

Jakob Batten- Illdisposed

Die Boxen verschieben sich unter dem Druck, der nach vorne moshenden Meute, immer weiter ins Bühneninnere. Es wird langsam eng für die Bandmitglieder und nicht nur das, es schwappt auch das eine oder andere Getränk auf den Bühnenboden. Die Bierpfützen, die sich schon zu einer Seelandschaft verwandeln, werden von umsichtigen Helferlein bestmöglich beseitigt, um die Sicherheit für die fünf Death Metaller und des Equipments aufrecht zu erhalten. Unermüdlich heizen die Jungs von Illdposed die Stimmung im Saal mit ihrem ballernden Sound und den provokanten Sprüchen von Bo Summer auf. Für die neue CD (hier das Review von Time For Metal) macht er fleißig Werbung. Mit dem Song Now We´re History aus dem 2004er-Album 1-800 Vindication beenden die Aarhuser Death Metaller um 23:50 Uhr unter Zugaberufen ihren fulminanten Gig – was für ein Abriss! Jetzt brauchen wir erst mal etwas Pause und gönnen uns ein kühles Getränk. In der Zwischenzeit beginnen die Umbauarbeiten für den Rausschmeißer des Abends. Auf der Bühne wird scheinbar ewig gebastelt und gefrickelt. Wir haben uns derweil mit einem Sicherheitsmann unterhalten, als sich nach rund 40 Minuten endlich etwas auf der Bühne tut.

Paraphilia

Um 0:35 Uhr scheint es so, als ob das Progressive Death Metal-Duo Paraphilia aus Kiel endlich zu spielen beginnt, allerdings läuft der Sound noch nicht richtig rund. Sie haben mit deftiger Soundkakofonie zu kämpfen. Das Finetuning am aufgebauten Equipment sowie das Stimmen der achtsaitigen Gitarre gestaltet sich zu einem Endlos-Soundcheck. Trotz Kabelproblemen und gegenseitigem Nichthören, geben Paraphilia nicht auf und liefern dann doch noch. Ein Videomitschnitt (siehe Facebook-Profil) von ihrem Auftritt am 20. Juli 2019 in der Metalkneipe Fellfresse (Wismar) beweist, dass ihr Sound verdammt gut sein kann, wenn die Technik optimal eingestellt ist. Der Platz vor der Bühne lichtet sich mittlerweile auffällig. Als dann auch noch das Mikro vom Sänger ausfällt, lacht sich der Drummer scheckig. Wir nehmen das ebenfalls mit einer guten Portion Humor hin. Fotograf Norbert C. macht schnell noch ein paar Schnappschüsse, bevor wir den Heimweg antreten – ein gelungener Abend geht zu Ende.

Fazit: Das diesjährige Autumn Blast ist wieder einmal wohl geraten. Das Level der Besucher ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Die Organisatoren haben gezeigt, dass auch ein kleines Indoor-Festival durchaus professionell durchgeplant sein kann. Besonders hat sich hierbei bewährt, dass alle Bands das gleiche Schlagzeug verwendet haben. Es wurden einfach individuelle Anpassungen für den jeweiligen Drummer vorgenommen, das hat die Umbauzeit um einiges vereinfacht und überschaubar gemacht. Wir gehen zufrieden nach Hause.

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