Illdisposed – Reveal Your Soul For The Dead

Ein wuchtiger Nackenschlag

Artist: Illdisposed

Herkunft: Aarhus, Dänemark

Album: Reveal Your Soul For The Dead

Spiellänge: 42:48 Minuten

Genre: Death Metal, Melodic Death Metal

Release: 23.08.2019

Label: Massacre Records

Link: https://www.facebook.com/illdisposed1/

Bandmitglieder:

Gesang – Bo Summer
Gitarre – Jakob Batten
Bassgitarre – Kussen
Schlagzeug – Rasmus Schmidt

Tracklist:

  1. Reveal Your Soul…
  2. …For The Dead
  3. With Hate
  4. This Is Our Calling For The End
  5. What Will I Become?
  6. We Must Endure
  7. To Sail You Away
  8. We Are One
  9. Drink It All
  10. She’s Not In Our Way
  11. All Is Sworn

Die ganz wilden verrückten Jahre von Bo Summer sind vorbei, das tut der Musik von Illdisposed jedoch keinen Abbruch. Die Dänen stehen für kompromisslosen Melodic Death Metal, der modern ausufern darf und einen fetten Groove setzt. Grey Sky Over Black Town wurde 2016 veröffentlicht, danach beackerten die vier Musiker aus Aarhus fleißig die Bühnen in Europa. Kein Weg ist dem Tross zu weit und auch für kleine Events zieht es sie nicht nur nach Deutschland. Wo packt man die Formation jedoch nach fast 30 Jahren hin? Als Undergroundperle definitiv zu dick im Geschäft, als Kassenschlager zu unbequem und in den Mainstream Bereich schielen sie eh nicht herein. Als reinen Death Metal kann man die Riffs ebenfalls nicht anbieten. Das Songwriting lässt zu feine Gitarrenarbeit zu, auf der anderen Seite agieren die kernigen Passagen am Limit, um den Melodic Death Metal Sektor aufzuwühlen. Große Atmosphären fehlen ganz, dafür muss die Hüfte einen Grund Groove abkönnen. Was bleibt, ist ein Cocktail, der eben für Illdisposed steht.

Die Double Base empfängt uns mit Reveal Your Soul… das Intro ergibt mit dem eigentlichen ersten Song …For The Dead den Albumtitel. Eine coole Idee, wie ich finde, die zudem den Nagel auf den Kopf trifft. Stimmungsvoll eröffnet Bo die Lyricwand. Die Entwicklung beim Frontmann geht immer noch weiter. Vom zugedröhnten Pöbel ist er, wie er selber sagt, erwachsen geworden. Nüchtern betrachtet ein Gewinn für das gesamte Produkt, das weiter an Qualität gewinnen konnte. Das Konzept bleibt im Grundsatz seit Jahren dasselbe, feine Details werden angepasst, große Umbrüche nicht vollzogen. Made in Dänemark ist für Illdisposed ein Markenzeichen und so endet der schwungvolle Anfang in einem lauten Knall. Eine Findungsphase braucht man nicht – With Hate zeigt zum zweiten Mal auf, welche Wut die Skandinavier beflügelt. Jakob Batten an der Gitarre gefällt besonders gut, seine Power Parts gleichen einem Massaker. Seit Jahren gehören sie der Massacre Records Familie an, in der die Entwicklung Stück für Stück verfeinert wurde. Ein gutes Elternhaus kann noch jeden Deather auf den rechten Weg bringen. Stücke wie This Is Our Calling For The End oder To Sail You Away haben Hitpotenzial. Das Kesseln aus dem Schlagzeug von Rasmus Schmidt und dem Bass von Kussen bringt Tiefschläge bis in die Magengrube. Die Stücke agieren alle um die vier Minutenmarke, das Ergebnis sind schnelle Eruptionen, die tödliche Lava offenlegen, welche glühend heiß über das karge Land fließt. Mit What Will I Become? treffen sie die deutlichste Kerbe zum klassischen niederländischen Aspyhx Death Metal und modernem emotionalem Todesblei. We Must Endure kommt sogar an die Klangkunst unserer deutschen Schmiede von Disbelief heran. Umfangreich, breit aufgestellt und ohne jegliche Spannungsverluste groovt das Quintett die Platte in 42 Minuten durch. Kleine Auszeiten gewähren höchstens die Auslaufflächen einzelner Titel.

Fazit
Da haben Illdisposed ein vernichtendes Geschoss mit ordentlich Schießpulver gefüllt. Reveal Your Soul For The Dead wirkt tonnenschwer. Als unbeweglicher Panzer quellen sie die trabenden Parts durch den tiefen Wüstensand. Wie ein Artilleriefeuer holen sie erbarmungslos feindliche Flieger vom Himmel. Bo Summer macht den wohl besten Job seines Lebens - in allen Belangen eine gelungene Machtdemonstration an unserer nördlichsten Landesgrenze.

Anspieltipps: This Is Our Calling For The End oder To Sail You Away
René W.9
Leser Bewertung8 Bewertungen9
9
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