“ Man würde sich hier eine fast schon aggressivere Wirkung wünschen!“
Artist: Betontod
Herkunft: Rheinberg, Deutschland
Album: Revolution
Spiellänge: 39:57 Minuten
Genre: Punkrock
Release: 13.01.2017
Label: Arising Empire / Nuclear Blast Records
Link: http://www.betontod.de/
Bandmitglieder:
Gesang – Oliver Meister
Gitarre – Frank Vohwinkel
Gitarre – Mario Schmelz
Bassgitarre – Adam Dera
Schlagzeug – Maik Feldmann
Tracklist:
- Intro
- Revolution
- Küss mich
- Welt in Flammen
- Ich nehme dich mit
- Herz an Herz
- Verdammt schwer
- Freiheit oder Tod
- Bambule & Randale
- Freunde
- Es lebe die Freiheit
- Mann über Bord
Manch einer würde behaupten, der Punkrock innerhalb Deutschlands ist eher schlecht als recht vertreten. Mit Revolution bringt die Gruppe Betontod nun ihre neue Scheibe auf den Markt – noch wie früher punkiger Rock oder auch hier eher nur in Maßen?
Das Album beginnt zunächst ruhig mit einer gewissen Anspannung und dennoch einem auffahrenden Intro. Passend zum Thema Revolution, so der Titel des Albums, scheint auch dieser kleine Vorgeschmack wie das Einlaufen in einen Kampf oder das Erwachen von etwas Großem. Direkt danach, ohne lange noch zu zögern, folgt schließlich auch schon der Titeltrack. Insgesamt erscheint dieser recht leicht, hat er doch ein schönes mittelmäßiges Tempo und auch der Gesang von Meister ist klar und verständlich – wenn man denn auf deutschen, puren Gesang steht, welcher fast schon ein wenig zu sanft wirkt, wenn man den Titel und die Thematik miteinbezieht. Manch einer würde sich hier eine fast schon aggressivere Wirkung wünschen
Der zweite Song Küss Mich geht ähnlich locker ins Ohr wie auch sein Vorgänger, wobei hier die Art der Musik viel besser zum Inhalt zu passen scheint. Ein Lied, welches an gute, alte Zeiten erinnert und einen fröhlich aber auch melancholisch machen kann. In der zweiten Hälfte legt der Song eine schöne passende Ruhepause an, was ihm noch ein wenig mehr Charakter verlangt. Denn dieser ist leider auch nur musikalisch gegeben, so scheint der Text aus wenigen Zeilen zu bestehen und nur so vor sich hinzublättern. Welt In Flammen beginnt um einiges ruhiger und ernster, und allein der Titel und das Aufbrausen nach dem kurzen Intro lassen die Erwartungen höher schlagen. Hier legt Betontod nun endlich etwas mehr Härte in den Song hinein, die man sich bei einem Album mit dem Namen Revolution auch vorstellen würde.
Ich Nehme Dich Mit ändert wieder den Grundton und scheint zum eher fröhlichen Gesang über alte Zeiten zurückzukehren. Alte Fans und Hörer von Betontod werden sich hier aufgehoben fühlen, dennoch scheint der Song etwas an eine raue Version von Sportfreunde Stiller zu erinnern, und so richtig scheint das Wort Punk nicht mehr zu passen. Überraschen kann jedoch der elektronische Zwischenpart, der zwar ungewohnt wirkt, jedoch eigentlich ziemlich gut sich in die musikalische Richtung der Band einspielen lässt. Sehr ruhig und fast schon traurig wird es mit Verdammt Schwer, welches hier fast nur von der Gitarre begleitet wird. Bei einem Konzert würden die Menschen wohl nun ihre Handys bzw. Feuerzeuge zücken. Ein wenig kann man sich auch eine schöne Situation am Lagerfeuer vorstellen. Nur der Gesang, der nun sehr stark im Fokus steht, schwächelt leider etwas, wodurch man eher das Bedürfnis zum Weiterklicken bemerkt.
Freiheit Oder Tod bringt wieder die volle Instrumentalität zurück, was dem Album wieder etwas mehr Schwung gibt, auch wenn noch immer die nostalgische Fröhlichkeit währt, welches inzwischen nach nun der Hälfte der Songs ein wenig eintönig wirkt. Noch ein wenig überraschen kann der Song Freunde, dessen Instrumentalität mal zumindest etwas mehr Abwechslung zu bieten scheint, wobei auch hier wieder die raue Stimme Meisters einen leichten negativen Beigeschmack hinterlässt. Sicherlich ein Erkennungszeichen der Band, dennoch beweist Meister in anderen Passagen, dass diese raue Grundhaltung auch mal positiv wirken kann bzw. gar nicht vorkommt. Vielleicht ein bewusst gewählter Stil, dennoch für das Ohr auf Dauer leider etwas anstrengend.
Auch die letzten zwei Songs, Es Lebe Die Freiheit und Mann Über Bord, können noch einmal durch ihren leicht ernsthafteren Ton überzeugen, da sie eher zum Stil Meisters und auch zur Band allgemein zu passen scheinen. Weniger Nostalgie und Freude, dafür mehr etwas, was nach Revolution klingt.



