Bexy Sitch – Hot (EP)

Scheiß' auf Konventionen!

Artist: Bexy Sitch

Herkunft: Marl, Deutschland

Album: Hot (EP)

Spiellänge: 20:09 Minuten

Genre: Alternative Rock

Release: 22.09.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/BexySitch-1421696704612158/?epa=SEARCH_BOX

Bandmitglieder:

Gesang – Lisa Heitkamp
Leadgitarre – Ben Kruse
Rhythmusgitarre – Saskia Wohllebe
Bassgitarre – Cedrik Lehmann
Schlagzeug – Frederik Schultz

Tracklist:

  1. Eat You Alive
  2. Fuck
  3. Speaking In Cataplexy
  4. Bleeding Edge

 

Wer meine Kolumne Time For Metal Goes Underground verfolgt hat, der hat den Namen Bexy Sitch zumindest schon mal gelesen und vielleicht auch schon mal ein wenig gestöbert, was es mit dem Quintett aus zwei Mädels und drei Jungen so auf sich hat. Viel gibt es eigentlich nicht zu erzählen, denn die fünf sind erst seit dem Jahr 2018 in dieser Besetzung in der Szene unterwegs und haben neben den Arbeiten an dieser EP auch schon auf diversen Bühnen gestanden. Dass ihnen beides Spaß macht, kann ich aus eigener Anschauung bestätigen.

In der sehr großen Genreschublade Alternative Rock haben Bexy Sitch es sich in allen vier Ecken sehr nett eingerichtet und zapfen die verschiedensten Inspirationsquellen an. Dabei stammen die vier Songs auf dieser EP aus verschiedenen Schaffensphasen. Die beiden älteren Songs werden eingerahmt von den neueren, und mit dem letzten Song Bleeding Edge, der auch tatsächlich als letzter entstanden ist, haben Bexy Sitch die Segel gehisst, auf das der Wind auch weiterhin aus dieser Richtung wehen möge.

Kurzweilig gehen diese 20 Minuten Spielzeit vorbei. Sei es der rotzfreche Opener Eat You Alive, durch den sich Lisa katzengleich schlängelt, oder auch Fuck. Das ist ja einer der älteren Songs, und er klingt tatsächlich ein wenig nach Findungsphase. Da werden nicht nur Rhythmus und Tempo gewechselt, sondern gleich ganze Genresprünge vollführt. Das meistert die Instrumentalfraktion natürlich, und auch Lisa darf mal was aus sich rausgehen und auch mal ordentlich böse singen. Tja, wie der Name Fuck schon sagt. 😀

Bei Speaking In Cataplexity könnte man fast sagen, der Name ist Programm. Ein Symptom dieser Erkrankung ist ja Muskelschwäche, und an Muskeln, die diesen Song zusammenhalten, fehlt es. Er treibt so ein wenig unentschlossen vor sich hin, taumelt von Indie zu Alternative Rock, und diese Ziellosigkeit macht den längsten Song des Albums noch länger, als er tatsächlich ist. Diesen kleinen „Fehltritt“ gleichen Bexy Sitch aber mit Bleeding Edge mehr als nur aus. Das Teil rockt derbe, und wenn Lisa schon bei Fuck mal kurz zeigen durfte, dass sie auch böse kann, dann treibt mir die Gesangsvorstellung hier tatsächlich ein breites Grinsen ins Gesicht.

Jetzt habe ich sehr oft Lisa erwähnt, ihr Gesangsstil ist allerdings tatsächlich sehr markant. Live ist sie die personifizierte Rampensau, da hält sich selbst Leadgitarrist Ben, der tolle Soli spielen kann, lieber außerhalb der Scheinwerferkegel auf. Zusammen mit Saskia, Cedrik und Frederik bilden die fünf aber wirklich eine solide Einheit. Das sieht man nicht nur auf der Bühne, sondern kann man auch auf dieser EP hören.

Auf den bekannten Plattformen gibt es die komplette EP zu hören, hier kommt einer meiner Anspieltipps, nämlich Bleeding Edge:

Bexy Sitch – Hot (EP)
Fazit
Der Begleittext, den Bexy Sitch zur EP dazu liefern, ist einer der wenigen, den ich problemlos zu 100% übernehmen könnte. Da haben sich die fünf bei den Formulierungen nicht verbogen, sondern das niedergeschrieben, was sie leben. Ich könnte hier ganze Passagen zitieren, weil sie mir so aus der Seele sprechen, aber das würde den Rahmen sprengen. Darum hier nur den letzten Satz, den ich einfach mal unkommentiert stehen lasse: "… Und auch wenn man unsere Musik vielleicht nicht in eine bestimmte Genre Schublade stecken kann, auch wenn fehlende T-Shirts, Kimonos, Hawaiihemden oder ‘ne Speckrolle zu viel nicht als Augenweide gelten – was soll’s?". Da ich von den fünfen nichts anderes erwarte, als dass sie das auch weiterhin durchziehen, bin ich sehr gespannt, was da musikalisch noch kommen mag.

Anspieltipps: Eat You Alive und Bleeding Edge
Heike L.
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