Artist: Bloodrunner
Herkunft: Elmhurst, USA
Album: Total Annihilation (Re-Release)
Spiellänge: 53:25 Minuten (Originalalbum + Bonustrack)
Genre: Thrash Metal, Speed Metal
Release: 20.06.2025
Label: Golden Core/Zyx Music
Link: https://www.facebook.com/officialbloodrunner
Bandmitglieder:
Gesang, Gitarre – Neal Rodriguez
Gitarre – Yair Vera
Bassgitarre – Irving Masvidal
Schlagzeug – Jeff A
Tracklist:
- Fears – Sentence Of Death
- Bloodrunner
- Overload
- Total Annihilation
- The Deadly Pass
- Last Breath
- Metal Assault
- Too Late To Escape
- Thrash-Cans
- Unstoppable Force
- Bloodrunner (Live 2007 – nur auf der CD-Version)
Wer tief genug im Wust der massenhaft erschienenen Metalplatten gräbt, hat die Chance, die eine oder andere Perle hervorzufischen. Denn unter der Oberfläche der etablierten Veröffentlichungen und Premium-Kommerzprodukte lagert das undergroundige Fundament der Szene. Und so haben auch Golden Core Records ihre Fühler in den metallischen Sumpf gesteckt und sind dabei auf Bloodrunner aus dem Bundesstaat Illinois gestoßen. Diese waren bereits seit Mitte der 2000er unterwegs und knüppelten sich durch die Clubs ihrer Heimatgegend. Diese Bemühungen gipfelten – nach einem Demo – im Debütalbum Total Annihilation, das im Jahr 2008 in Eigenregie entstand und veröffentlicht wurde. Direkt im Anschluss löste man sich auf und verschwand in der Versenkung.
Ob es pandemiebedingte Langeweile oder ein zweiter Frühling war, ist nicht ganz geklärt – jedenfalls tauchten sie zu Beginn der 2020er wieder auf und hauten ein paar Singles und eine EP raus. Zeit also, den neuen Schwung zu nutzen und das Debütalbum – wenn auch mit 17 Jahren Verzögerung – endlich zu Label-Ehren zu führen. Und so liegt Total Annihilation nun neu gemastert im CD- und Vinylformat vor.
Die Band huldigt dem schnellen, leicht melodischen Thrash Metal, wie er zu ihrer Gründungszeit eigentlich nicht mehr in Mode war. Man hat also damals schon die alten Helden geehrt – darunter Bands wie Flotsam And Jetsam, Sacred Reich oder – wie etwa beim Track Unstoppable Force – Metallica zu Kill ’Em All-Zeiten. Die Songs sind sauber arrangiert, insbesondere die Leadgitarre macht einen ordentlichen Job. Hin und wieder wechselt man ins Hektische, wie es seinerzeit durchaus üblich war. Gerade dann blitzen als Referenz auch schon mal die altehrwürdigen Rigor Mortis durch. Die Tracks werden oft von einem verspielten, melodisch anmutenden Hauptthema getragen, sind meist schnell und auch etwas corig angehaucht. Dazu kommen all die anderen Zutaten, die den Achtziger-Thrash Metal damals so erfolgreich machten: Gangshouts, Soli, treibende Riffs, knüppelnde Snare. Macht Spaß, das Ganze – auch wenn sicher nicht alles perfekt ist. Aber genau das macht hier den Reiz aus. Die Songs atmen, sind dynamisch und widersetzen sich somit jeglichem Hang zu abtörnender Sterilität. Dies gilt gleichermaßen für den Sound. Fans und Puristen dieses Genres erwarten eh nichts anderes, und so werden Bloodrunner damit sicher keine neuen Maßstäbe setzen – aber sie erweitern den Fundus guter Thrash-Platten um eine neue Facette. Enthalten sind alle Tracks der Originalveröffentlichung; die CD-Version kommt zusätzlich noch mit einem alten Live-Bonustrack aus dem Jahr 2007 daher.




