Bullet For My Valentine & Support am 19. Juni 2018 im Tennis.Event.Center Kick, Hohenems

„Das neue Album darf kommen“

Headliner: Bullet For My Valentine

Vorbands: Sortout, Shvpes, Caliban, Asking Alexandria

Ort: Tennis.Event.Center Kick, Hohenems

Datum: 19.06.2018

Kosten: ab 42,50 € VVK ggf. Gebühren

Genre: Metalcore, Hard Rock, Metal,

Link: http://www.bulletformyvalentine.com/

Manchmal schließen sich Bands in sehr interessanten Kombinationen zusammen. Und manchmal schließen sich so viele Bands an einem Abend zusammen, dass man schon fast ein kleines Festivalfeeling bekommt. So verhält es sich zumindest am 19. Juni in Hohenems, an welchem Bullet For My Valentine eine ihrer wenigen Headliner Konzerte spielen – außerhalb der großen Festivals. Doch die Briten, die am 29. Juni ihr neues Album Gravity rausbringen, sind dabei nicht alleine in der Kleinstadt in Österreich. Als Begleiter haben sie Asking Alexandria, Caliban, Shvpes und Sortout mitgebracht – mit fünf Bands an einem Abend, die vom Stil her dann wohl doch nicht 100 % zusammenpassen, dürfte der Abend auf jeden Fall interessant werden.

In Hohenems versammeln sich kurz vor Einlass um 18 Uhr bereits einige Fans, die geduldig im schönen Wetter auf den Einlass in die event.Halle warten – und ja, hier mischen sich Österreich und Deutschland, was zumindest teilweise vom Dialekt dann doch ganz lustig sein kann. Pünktlich um 18 Uhr öffnet das Venue seine Pforten und lässt die Musikliebhaber hinein. Kaum drin, findet man bereits rechts einen leider sehr überteuerten Merchandise-Stand – 70 € für einen Hoodie ist dann doch etwas übertrieben, vor allem, wenn es sich dabei nicht einmal um den Headliner handelt. Auch nach einer Garderobe sucht man an diesem Abend vergeblich. Der Rucksack muss wohl mitgenommen werden.

Aber diese zwei Gegebenheiten nehmen einem natürlich dennoch nicht die Vorfreude auf den bevorstehenden Abend. Um 18:30 Uhr fangen dann Sortout als Opener an. Die Band, die wohl den meisten Anwesenden noch unbekannt ist, präsentiert einen Metalcore, welcher wohl alle Kriterien erfüllt und dabei noch zusätzlich durch die markanten Vocals aus der Masse hervorsticht. An der einen oder anderen Stelle würde sich da durchaus noch etwas verbessern lassen, aber Sortout gelingt es ordentlich Eindruck zu hinterlassen, was bei der Vielzahl der Bands an diesem Abend durchaus etwas heißen kann. Etwas seltsam ist es wohl noch, dass die Band bereits 2016 ihr Debütalbum herausgebracht hat, bisher aber noch recht unentdeckt blieb. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Danach geht es dann mit einem etwas bekannteren Act weiter: Shvpes betreten die Bühne, um das Publikum mal ordentlich aufzuwecken, falls dieses noch immer am Träumen sein sollte. Nachdem die verzweifelten Versuche des Frontmanns Zeit für einen Schluck Wasser zu erhaschen als Ablenkung vorbei sind, kann auch hier wieder die Musik im Vordergrund stehen. Dabei zeigen sich vor allem die neuen Songs für das kommende Album mit einer sehr interessanten Struktur und Mischung zwischen Rap und Metalcore Elementen. Hier scheint Shvpes auch richtig aufzugehen. Insgesamt bewegen sich die jungen Herren extrem lebendig über die Bühne und wissen dabei diese für sich zu nutzen. Als Vorband eignet sich diese Gruppe perfekt und hier könnte eine kleine Clubshow mit der neuen Platte durchaus das Interesse einiger erwecken.

Mit der nächsten Band dürfte wohl jeder der Anwesenden zumindest namentlich bereits etwas anfangen können: Caliban müssen wahrlich nicht weiter vorgestellt werden und genau darauf verzichten sie auch größtenteils und gehen direkt in ihr relativ kurzes Set rein. Für eine Band, die man auch sehr häufig als Headliner sieht, ist es ein seltsames Bild hier einen Klassiker nach dem anderen zu hören, ohne dass sich Caliban viel Raum und Luft lassen, um viele Worte von sich zu geben. Dennoch erscheint der Auftritt perfekt umfasst und die Menge ist definitiv mit dem Material, welches hier präsentiert wird, vertraut und unterstützt die Band entsprechend. Mit ihrem neuen Album touren Caliban momentan auch auf einigen Headlinershows, von welchen, so zumindest laut den Jungs, Ende des Jahres noch welche folgen sollen. Wir sind gespannt.

Und da waren es auch nur noch zwei. Und bevor mit BFMV der große Headliner des Abends die Bühne rockt, stehen noch Asking Alexandria bevor, die, wenn man das Geschrei beurteilt, durchaus auch als eigene Headliner an diesem Abend angesehen werden. Und was man zuletzt über die letzten Auftritte der Herren rund um Danny Worsnop am Mikro so gehört hat, war keineswegs positiv – sowohl bei Rock Am Ring als auch bei Rock Im Park hatte die Band mit schweren Problemen sowohl aus technischer Sicht als auch innerhalb der eigenen Performance zu kämpfen. Zeit also sich selbst von diesen Gegebenheiten ein Bild zu machen. An diesem Abend in Hohenems dürften sie sich dann wohl in besserer Form, wenn nicht sogar in Topform befinden, wenn man denn dieser Gerüchteküche glaubt. Sänger Danny schafft es dabei an einigen Stellen nicht ganz auf das Niveau, welches er teilweise im neuen Album Asking Alexandria vorgibt zu haben – da liegt dann wohl doch eine Portion zu viel Bearbeitung oben drauf. Dennoch weiß Danny sehr wohl mit seiner Stimme umzugehen, was vor allem bei den ruhigeren Songs sehr zur Geltung kommt. Besonders die neue Akustikversion von Someone, Somewhere weiß hier zu überzeugen. Auch die Harmonie unter den Bandmitgliedern sticht deutlich hervor, wodurch sie insgesamt sehr geschlossen und bodenständig wirken, dabei dennoch eine volle Präsenz da oben bilden. Der Auftritt scheint zumindest einen Großteil der Menge mitzunehmen, und auch wenn die Vocals definitiv hier und da nicht perfekt sitzen, so scheint die böse Gerüchteküche, zumindest an diesem Abend, unbegründet.

Der Headliner des Abends muss sich wohl eher nicht mit solchen Gerüchten rumschlagen: Bullet For My Valentine sind und bleiben live eine Wucht, die einem jedes Mal aufs Neue umhaut. Hier nun als Headliner mit überzeugender Lichtershow bewegen sich die Herren zu fast schon recht später Stunde durch ein vollgepacktes Set, bei dem auch die bisher veröffentlichten Singles aus der neuen Platte Gravity nicht fehlen dürfen. Wie gewohnt, wer mit der Band bereits vertraut ist, schwingen BFMV keine großen Reden, sondern fokussieren sich lieber auf ein starkes, durchgespieltes Set inklusive Drum solo. Dieses besagte Set bewegt sich dabei recht gleichmäßig über die verschiedenen Alben der Band, von älteren Klassikern wie Waking The Demon und Tears Don’t Fall bis hin zu den unvergesslichen Songs der noch aktuellen Platte Worthless und You Want A Battle (Here Is A War).

Insgesamt überzeugt der Sound auf ganzer Linie, obwohl das Venue für eine Band wie BFMV fast schon mickrig erscheint, aber umso größer ist die Freude, die Band auch mal in einem etwas kleineren Rahmen zu sehen. Eventuell sogar eine der letzten Gelegenheiten, so kommen Bullet For My Valentine doch im Oktober bereits wieder auf Headlinertour und bespielen da dann doch die sehr viel größeren Hallen. Bis dahin wird dann auch die neue Platte Gravity bei den Fans wohl besten bekannt sein. Das neue Album darf jetzt auf jeden Fall kommen!

Fünf starke Bands und eine dabei unterschiedlicher als die Andere, auch wenn sie alle genremäßig überlappen – so gestaltet sich wohl der perfekte Konzertabend, welcher zu einem kleinen Minifestival wurde. Die Euphorie der Zuschauer nahm natürlich bis zum Ende hin immer mehr zu, auch wenn eindeutig Asking Alexandria wohl genauso stark erwartet wurden wie der eigentliche Headliner. Bullet For My Valentine werden bereits im Oktober wieder auf eigener Headlinertour anzutreffen sein – dann mit dem neuen Album Gravity im Gepäck, welches bereits am 29. Juni das Licht dieser Welt erblickt.

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