Crematory – Monument

“Auf weitere 25 Jahre!“

Artist: Crematory

Herkunft: Westhofen, Deutschland

Album: Monument

Spiellänge: 49:56 Minuten

Genre: Gothic Metal

Release: 15.04.2016

Label: SPV / Steamhammer

Link: https://www.facebook.com/CREMATORY und http://www.crematory.de/

Produktion: Kohlekeller Studio, Seeheim von Kristian „Kohle“ Bonifer und Markus Jüllich

Bandmitglieder:

Gesang – Felix Stass
Gitarre – Rolf Munkes
Gitarre und Gesang – Tosse Basler
Bassgitarre – Harald Heine
Keyboard – Katrin Jüllich
Schlagzeug – Markus Jüllich

Tracklist:

  1. Misunderstood
  2. Haus Mit Garten
  3. Die So Soon
  4. Ravens Calling
  5. Eiskalt
  6. Nothing
  7. Before I Die
  8. Falsche Tränen
  9. Everything
  10. My Love Within
  11. Die Letzte Schlacht
  12. Save Me

Crematory - Monument

 

Genau in diesem Jahr kann die Band Crematory silbernes Bandjubiläum feiern, denn sie wurde im Jahr 1991 gegründet, besteht also schon seit unfassbaren 25 Jahren. Bislang wurden neben zwölf Studioalben noch diverse Live-Alben, EPs und Singles veröffentlicht, und trotzdem ist diese Band bislang nur am Rande in meiner Wahrnehmung aufgetaucht. Am 15.04.2016 erscheint über SPV/Steamhammer das dreizehnte Werk Monument, das ich mir nun auf Empfehlung eines TFM-Kollegen zu Gemüte führe und damit auch nähere Bekanntschaft mit Crematory mache.

Nun erlebt der geneigte Hörer die Band Crematory auf diesem Album allerdings mit zwei neuen Bandmitgliedern. Nach 17 Jahren mit und bei Crematory hat Matthias Hechler, der für den Klargesang und das Gitarrenspiel zuständig war, die Band aus privaten Gründen und im guten Einvernehmen verlassen. Für ihn gibt es im Grunde gleich zwei Nachfolger, denn als Rhythmusgitarrist und für den Klargesang konnte Tosse Basler und als Leadgitarrist Rolf Munkes als neue Bandmitglieder begrüßt werden. Den tollen Gesang von Tosse Basler durfte ich schon bei der Schweizer Band Forty Shades lobend erwähnen, da ist er allerdings der einzige Sänger. Mal sehen, wie er sich hier einfügt.

Holladiwaldfee, mit Misunderstood steigen Crematory aber gleich mal richtig gut ein. Der tiefe Gesang von Felix Stass gesellt sich zu den tiefer gestimmten Gitarrentönen, Bands wie Die Krupps, Stahlmann oder Schwarzer Engel lassen grüßen. Das geht schon mal mächtig in Richtung Neue Deutsche Härte, von Gothic höre ich hier jetzt weniger. So kann es gern weiter gehen.

Und das tut es im Großen und Ganzen eigentlich auch. Wie üblich, gibt es sowohl deutsch- als auch englischsprachige Songs. Über die Texte lasse ich mich jetzt mal nicht aus, manche sind in meinen Ohren einfach nur unfreiwillig komisch, manche verstehe ich überhaupt nicht, andere lassen mich sehr nachdenklich zurück.

Mit Tosse Basler hat man wirklich einen richtig guten Mann für den Klargesang gefunden. Gleich beim Uptempo-Song Die So Soon darf er sein Talent auch hier mal richtig unter Beweis stellen, und der Kontrast zu der tiefen Stimme von Felix Stass wird hier auch sehr fein herausgearbeitet. Auch im folgenden, im Tempo gedrosselten Song Ravens Calling kommt die Stimme von Tosse richtig klasse raus.

Aber genug mit Klargesang, gedrosseltem Tempo und schönen Melodien, bei Eiskalt darf Felix Stass wieder ran, der Song strotzt vor härteren Riffs und geht damit wieder mal eher in Richtung Neue Deutsche Härte. Auch bei Before I Die braten die Gitarren, und hier fällt mir auch zum ersten Mal ganz bewusst das Keyboardspiel von Katrin Jüllich auf. Das spricht definitiv für die Arrangements der Songs und auch die Produktion des Albums. Gerade beim Gothic Metal dürfen die Tasteninstrumente ja auch mal verstärkt ran, aber ich finde, gerade mit diesen Instrumenten kann man es auch sehr schnell übertreiben. Das machen Crematory definitiv nicht, was mir sehr entgegenkommt.

Auch auf den restlichen Songs sind die Gesangsanteile schiedlich-friedlich aufgeteilt. Die beiden Tracks Everything und Save Me kann man wohl durchaus als Balladen bezeichnen, ansonsten tummeln sich die Stücke im Midtempo. Noch mal richtig geile, bratende Riffs gibt es in My Love Within auf die Ohren, auch der permanente Wechsel zwischen den beiden Sängern lässt den Track noch mal ein wenig herausragen.

Fazit: Dass Crematory die Gothic-Schiene nicht zu breit auswalzen sondern durchaus in der Lage sind, mal etwas mehr Härte aufzufahren, ist ein Punkt, der für sie spricht. Zwei Sänger hatten sie ja vorher auch schon, ich kann allerdings nur von der aktuellen Besetzung sprechen, und da ergänzen sich die beiden Sänger wirklich richtig gut. Die Instrumentalfraktion verfügt ja auch über entsprechende Erfahrung, so dass es hier natürlich ebenfalls nichts zu kritteln gibt. Großartige Innovationen kann man in diesem Genre wahrscheinlich eh nicht mehr erwarten, von daher ein durchaus gelungenes Album, das auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.

Anspieltipps: Misunderstood, Die So Soon, Eiskalt und My Love Within
Heike L.
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