Crusher – Uprising

Crusher beweisen auf ihrer dritten Scheibe eine durchweg positive Weiterentwicklung

Artist: Crusher

Herkunft: Mainz, Deutschland

Album: Uprising

Spiellänge: 43:23 Minuten

Genre: Melodic Thrash Metal

Release: 27.09.2024

Label: Moburec Records

Format: CD, Digital

Link: https://www.crusher-metal.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Röbin
Gitarre – Michi
Gitarre – Dominik
Schlagzeug – Dennis

Tracklist:

  1. Uprising
  2. Revolution
  3. B.A.T.
  4. Saviour
  5. I
  6. Deeper Than Hell
  7. The Cave
  8. Before The Storm
  9. The Price Of Love
  10. The Call Of The Unseen

Heute erreicht mich das neue Crusher-Album Uprising. Zehn Songs beinhaltet die Scheibe und kommt damit auf eine Spielzeit von guten 43 Minuten. Der letzte Song, The Call Of The Unseen, stammt aus dem Jahre 2021 und wird als Einmarschhymne für das Wiesbadener Football-Team Phantoms genutzt. Crusher haben ihr letztes Album Unleashed 2020 veröffentlicht und wurden dann, wie viele von uns, vom Virus ausgebremst. Trotzdem wurde die Band bekannter und konnte, als Vorband von Hammerfall und Grave Digger, auf dem Gießener Kultursommer überzeugen. Das letzte Jahr stand dann im Zeichen der Vorbereitung für das nun vorliegende Album und wir schauen mal, was da so auf uns zukommt. Gleich zu Anfang überrascht das als Intro geltende Uprising. Ganz neue Töne, die weit entfernt vom Melodic Thrash sind, für den Crusher eigentlich bekannt sind. Beim ersten Hören dachte ich, wow, ganz neue Wege, werden Crusher jetzt epischer, symphonischer? Wird es eine Abkehr der doch härteren Gangart? Revolution holt einen dann aber wieder in die Realität zurück. Gewohnt rifflastig starten sie in den Track, schnell, mit kräftigen Vocals geht es zur Sache. So kennt man das und das ist ordentlicher Tobak. Die Mainzer haben in den letzten Jahren nichts verlernt und zeigen sich sehr Gitarren-orientiert. Ordentlicher Kracher, der nichts anbrennen lässt. In eine ähnliche Kerbe schlägt B.A.T., zwar nicht ganz so schnell, aber doch mit den typischen Thrash-Einschlägen. Der Rhythmus fordert geradezu das im Text besungene Bang Your Head heraus. Live Hammer.

Es geht schnell weiter mit Saviour inklusive Growl-Einsatz von Röbin und starkem Basslauf. I beginnt mit einem leichten Gitarrenintro und Spoken Words, bevor es atmosphärisch weitergeht. Damit unterscheidet sich der Track deutlich von den vorhergegangenen. Zum Ende hin wird es mit dem nur so rausgerotzem I Will so richtig dreckig. Deeper Than Hell liefert wieder gewohnte Kost. Thrasher der bekannten Sorte mit melodiösen Gitarrenparts und windigem Outro. Der anfängliche Gitarreneinsatz von The Cave erinnert mich an etwas, kann ich aber noch nicht genau zuordnen. Es ist eine bekannte Tonfolge. Das setzt sich im Verlaufe des rasanten Tracks fort. Mit einer meiner Favoriten. Wer von den beiden Sechssaitern (Michi oder Dominik) für das Solo verantwortlich zeichnet, weiß ich nicht, ist aber schon gekonnt und geil. Schade, so abrupt zu Ende, hätte noch ein wenig länger sein dürfen … auch hier wieder ein wenig Brise zum Ende hin, ist das eine Hommage an das nördlichste Bundesland, das zumindest Röbin des Öfteren besucht wird. Oder es könnte auch eine Einstimmung auf das kommende Before The Storm sein, das nicht ganz so schnell, aber doch mit starkem Bass und schönen Soli daherkommt. Ganz andere Wege werden auf The Price Of Life beschritten. Pianointro, dann eher Midtempo, mit starkem Gesang und epischen Momenten. Doppelgitarrenpower untermalt die oftmals mehrstimmigen Ausbrüche, um dann wieder melodiöser zu Werke zu gehen. Mit über acht Minuten ein Longtrack, der immer wieder für Überraschungen sorgt. Wie am Anfang wird der Track durch ein Piano abgeschlossen. Der Bonustrack The Call Of The Unseen besticht durch seine versteckten Harmonien. Dazu kommt ein melodiöser Refrain, der sicherlich gut zum Einlauf der Footballmannschaft passt. Gelungen.

Crusher – Uprising
Fazit
Nach Redemption von 2016 und Unleashed von 2020 kommt mit Uprising 2024 das dritte Album von Crusher. Sie bleiben sich treu, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle Überraschungen gibt. Das Intro und auch The Price Of Love sowie I stechen heraus und geben dem Album eine interessante Richtung. Melodic Thrash überwiegt, aber dass sie auch anders können, ist hier deutlich zu hören. Da könnte in der Zukunft vielleicht noch die eine oder andere Überraschung kommen. Ansonsten gut produziert, gesanglich stark und nicht nur für Thrash Fans eine Platte, die Beachtung finden sollte.

Anspieltipps: Uprising, The Cave und The Price Of Love
Kay L.
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