Crystal Viper – Queen Of The Witches

“Sie sind Crystal Viper und sie spielen Heavy!“

Artist: Crystal Viper

Herkunft: Katowice, Polen

Album: Queen Of The Witches

Spiellänge: 43:23 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 17.02.2017

Label: AFM Records

Link: http://www.crystalviper.com/

Produktion: Bart Gabriel

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre und Piano: Marta Gabriel
Gitarre: Andy Wave
Bass: Blaze J. Grygiel
Schlagzeug: Golem

Tracklist:

  1. The Witch Is Back
  2. I Fear No Evil
  3. When The Sun Goes Down
  4. Trapped Behind
  5. Do Or Die
  6. Burn My Fire Burn
  7. Flames And Blood
  8. We Will Make It Last Forever
  9. Rise Of The Witch Queen
  10. See You In Hell (Grim Reaper Cover)

 

Crystal Viper beehren uns nach vier Jahren Schaffenspause, die aufgrund einer Erkrankung der Frontfrau Marta nötig war, mit dem sechsten Album Queen Of The Witches. Es soll den etwas schwachen Eindruck des 2013 erschienenen Vorgängeralbums Possession wieder wettmachen. Eine schwierige Aufgabe, die, um es schon mal vorwegzunehmen, mit Bravour gemeistert wird. Die Rückkehr zu den alten Stärken, wie auf den ersten Werken, gelingt hier deutlich.

The Witch Is Back läutet das Album passend ein. Der markerschütternde Schrei zu Beginn des Stücks lässt harten, brachialen Metal durch die Boxen tönen. Es geht richtig zur Sache, als wenn die vier Jahre mit diesem Song weggeblasen werden sollen. Die Rhythmusabteilung, am Schlagzeug Golem und am Bass Blaze J. Grygiel, lassen die Nackenwirbel krachen. In die gleiche Richtung geht der nächste Titel I Fear No Evil. Die leichten NWOBHM Einflüsse machen das Lied etwas zugänglicher als den Opener. Der gute Refrain bleibt auch gleich im Ohr hängen und zeigt die Stärke der polnischen Truppe auf. Gitarrist Andy Wave liefert auch hier, wie in den folgenden Songs, die passenden Riffs. Über allem tönt Martha Gabriels Stimme, die mal rau und wild, mal weicher den Tracks ihren Stempel aufdrückt.

Der bereits im Vorfeld veröffentlichte Titel When The Sun Goes Down, hat auch Ohrwurm Charakter. Der Song kommt stampfend in einem Mid-Tempo rüber und beschließt das Eröffnungstriumvirat. Auch in diesem, schon fast episch zu nennendem Stück, darf Andy sein Können unter Beweis stellen. Gutes Gitarrensolo. Diese drei Titel sind schon mal ein Brett, welches erst einmal getoppt werden muss. Die sich anschließende Ballade, Trapped Behind, von Martha auf dem Piano vorgetragen, bietet eine passende Abwechslung. Die hier zutage gelegte Performance steht der Sängerin gut zu Gesicht und zeigt, dass sie nicht nur ihre raue kratzige Stimme in den schnellen Nummern zum Besten geben kann. Würde diese Platte an einem Stück live gespielt werden, dann wäre der Song an dieser Stelle optimal, denn nach den ersten Krachern braucht‘s erst einmal etwas Ruhigeres zum Erholen.

Nach diesem Intermezzo wird erneut die metallische Keule ausgepackt. Do Or Die schließt sich an und bietet eine Besonderheit. Ross The Boss packt hier mit an, und steuert ein typisches Solo bei. Dadurch wird das Stück zu einer echten True-Metal-Hymne. Ganz im Stile von Manowar, auch mit einem passenden Mitgröhlrefrain. Ähnliches gilt für Flames And Blood, nur das jetzt Mantas von Venom derjenige ist der brilliert. Dazwischen ist noch der Kracher Burn My Fire Burn. Eine klassische Metal-Nummer mit allem, was dazugehört. Ein leichter Iron Maiden Flair ist durch Andy Waves treibende Gitarrenarbeit zu spüren und erinnert dadurch an Adrian Smith und Jannick Gears Spiel. Der große Unterschied: Bei Maiden wird zu zweit gerockt, hier richtet es nur einer. Auch der Refrain lädt wieder zum Mitsingen ein. Das dürfte eine schöne Livenummer sein, wenn sie denn in die Setlist aufgenommen wird.

Die sich anschließende Powerballade We Will Make It Last Forever, wird von Martha und dem Gastsänger Steve Bettney (Saracen) im Duett vorgetragen. Dies gibt noch mal einen besonderen Touch. Auch das passende Gitarrensolo und das gelungene Arrangement des Titels lassen diese Ballade in einem guten Licht erscheinen. Diese Verschnaufpause vor den letzten beiden Songs des Albums passt wieder in das Gesamtkonzept. Vorletzter und Letzter Crystal Viper Titel Rise Of The Witch Queen, schlägt den Bogen zum Opener. Noch mal krachender, schneller, rauer Metal, mit ausdrucksstarkem Gesang. Das abschließende Grim Reaper Cover hätte eingespart werden können, obwohl der Track See You In Hell gut gelungen ist. Das vorliegende sehr gute Eigenmaterial macht es eigentlich überflüssig. Da aber schon immer Coverversionen den Weg auf die Crystal Viper Scheiben gefunden haben, nehmen wir es so hin.

Eine Besonderheit bietet die Vinyl Version. Nicht Grim Reaper, sondern Exiters Long Live The Loud beschließt die Scheibe. Erwähnenswert ist auch noch das Cover Artwork von Andreas Marschall, der bereits für Running Wild, Blind Guardian oder auch Kreator die Cover gestaltet hat.

http://www.youtube.com/watch?v=FoUiBYKIc4w&list=PLEDB2YBasrhybbRafyohSjN3UlwIb_1gP

 

Fazit: Mit diesem Album feiern Crystal Viper eine triumphale Rückkehr ins Metal-Business. Die großartigen Songs vereinen sich mit der guten und druckvollen Produktion. So sollte an die alten Erfolge angeknüpft werden können. Die Truppe aus Polen kann mit diesem Album wieder weit nach oben kommen, da es sich mit dem überragendem Erstlingswerk The Curse Of Crystal Viper aus dem Jahre 2007, ohne Abstriche machen zu müssen, messen kann. Tolle Metal- Hymnen und das ideenreiche Songwriting machen dieses Werk zu einem Muss für alle Fans. Zugreifen und auf die Liveaktivitäten gespannt sein. br

Anspieltipps: The Witch Is Back, Do Or Die, We Will Make It Last Forever
kay l.
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