Deceiver – Wild Hunt

Wilde Jagd durch die Achtziger

Artist: Deceiver

Herkunft: Limburg, Deutschland

Album: Wild Hunt

Spiellänge: 53:35 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 01.03.2020

Label: Independent

Link: https://www.facebook.com/pg/Deceiverofficial/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang – Daniel
Gitarre – Simon
Gitarre – Max
Schlagzeug – Keno
Bass – Marvin

Tracklist:

  1. Know My Name
  2. A Sinister And Dangerous Tale
  3. Judge Over Head And Heart
  4. Wild Hunt
  5. Lost In The Dark
  6. No Desire No Fire
  7. Masquerade
  8. Resist
  9. Regegerate
  10. Sirens
  11. Storm Of Hearts
  12. Apophis VS Ra

Mal wieder eine Vorstellung einer Undergroundband aus meiner Umgebung. Ich liebe es ja, wenn die Szene so richtig blüht. Gerade jetzt finde ich es wichtig, auch die vielen Bands, die ihre hervorragenden Jobs im Underground machen, nicht zu vergessen.

Deceiver, deren Album Wild Hunt ich hier vorstelle, kommen aus Limburg. Limburg ist ja bekannt durch seinen prolligen Völlerei-Kardinal Tebartz-van Elst. Der ist ja dort mittlerweile Gott sei Dank (oder sollten wir Satan danken?) Geschichte und treibt im römischen Exil des katholischen Bundes sein Unwesen.

Ob Deceiver nun mit Wild Hunt auf ihn eine Jagd veranstalten weiß ich nicht, das kann auch eine Täuschung meinerseits sein.

Eine wilde Jagd durch die Achtziger vollziehen die Limburger Deceiver mit ihrem Erstling, der mit Releasedatum 01.03.2020 noch ganz frisch ist, auf jeden Fall.

2013 gegründet, brachten Deceiver 2016 mit Enter The Nightmare ihr erstes Demo heraus. Weitere vier Jahre und einige Line-Up Wechsel später haben die Jungs um Bandgründer Simon Krah (Gitarre) nun ihr Erstlingswerk herausgebracht.

Live erleben durfte ich die sympathische Band beim Deathtrip Vol 8 (Eintagesfestival veranstaltet durch die Limburger Death Metal Band Bloodspot) im Kakadu im Kalkwerk im Januar 2018, wo sie als Opener eine fulminante Show gerissen haben.

Die wilde Jagd beginnt mit dem Song Know My Name. In Know My Name geht es bereits voll zur Sache, so, als wenn die Band ihren Namen gleich in den Metalhimmel hineinbrennen möchte.

Keno an seiner Schießbude scheint seine Kumpels massiv durch donnernde Beats in den Arsch zu treten. Die setzt er damit voll in Bewegung. Die einzelnen Songs sind durch harte und dabei trotzdem melodische Gitarren gekennzeichnet. Da ist richtig Saft drin.

Klassischer Heavy Metal der Achtziger wird dargeboten, schön garniert mit ein wenig Thrash und Power Metal. Zwar sehr eingängig, jedoch mit der nötigen Härte. Eingängigkeit und Härte bilden auf dem Album von Deceiver keinen Widerspruch.

Wenn in A Sinister And Dangerous Tale die Gitarren neue Höhen erreichen, dann ist das einfach nur geil anzuhören und bildet eine unheimliche und gefährliche Geschichte.

Judge Over Head And Heart ist wieder so ein Beispiel zwischen eingängig und hart. Während Keno an seiner Schießbude quasi alles zusammenhaut und die Gitarren sich überschlagen, bringt Sänger Daniel mit seiner Stimme klassische Power Metal Parts ein. Der Kerl begeistert mit seinem sauberen Gesang und beherrscht auch die Screams.

Der Titelsong Wild Hunt bläst regelrecht zur Jagd in einen typischen Achtziger Song. Schweinsgalopp, der von der Rhythmusfraktion vorgegeben wird, übertönt vom Sound geiler schriller Gitarren und einem Sänger, der sich vor nichts zu fürchten scheint.

In Lost In The Dark schlägt die Band musikalisch wild um sich. Verfeinert um einige Thrash Anteile möchte die Band die Dunkelheit regelrecht aus dem Weg scheuchen. Die Wild Hunt geht richtig gut weiter. Da gibt es sogar einen Gitarrenpart, der mich in einer kurzen Sequenz stark an Golden Earring erinnert. Lost In The Dark ist mein persönlicher Favorit.

No Desire No Fire beginnt hymnisch und geht dann doch wieder in die Vollen. Daniel geht hier mit seiner Stimme noch einmal einen Part höher.

Es braucht letztlich keine Masquerade, denn selbst mit Masken könnten Deceiver ihr Fabel für den in den Achtzigern aufkommenden Metal nicht verbergen.

Das geht auch in den nächsten Songs so weiter. Dem Flair der Platte kann man beim hymnischen und sehr melodischen angelegten Resist ebenso wenig widerstehen, wie bei den restlichen Songs.

Nichts zu regenerieren gibt es bei Regenerate. Der Titel täuscht dann doch etwas vor, was nicht ist. Wen wundert es, denn Deceiver sind ja schließlich Täuscher und nichts anderes!

Schwer groovend läutet Sirens das baldige Ende des Albums ein, kurz bevor ein Storm Of Hearts aufzieht. Bis dahin haben Deceiver sich schon lange die Herzen ihrer Hörer erspielt.

Die wilde Jagd / die Wild Hunt endet natürlich so, wie es kommen muss, in einem Duell. Im Falle von Deceiver ist es im letzten Song Apophis, der gegen Ra antritt, also ein Battle zwischen Finsternis und Sonne! Das Battle ist musikalisch ziemlich im epischen Power Metal angelegt und das Battle wird durch donnernde Beats wunderbar in Apophis VS Ra unterlegt!

Egal, wer dort gewinnt – die großen Gewinner sind auf jeden Fall Deceiver!

Bei einer der vielen Achtziger Partys dürften Deceiver so was von voll ankommen. Da kann man an die Macher dieser Partys doch nur appellieren, sich Deceiver für solch ein Event einmal zu buchen und nicht die Musik vom Band laufen zu lassen. Live sorgen die Jungs für super Stimmung, dafür garantiere ich!

Deceiver – Wild Hunt
Fazit
Harte und doch melodische Gitarren, der charakteristische Gesang und mitreißende Beats erinnern auf Wild Hunt an die wilden Zeiten des damals aufkommenden achtziger Metals. Deceiver stehen mit ihrer Mucke eben für jenen klassischen Heavy Metal aus den Achtzigern. Sehr authentisch und druckvoll kommt die Band rüber und bedient sich dabei auch Anleihen von Thrash und Power Metal. Deceiver bringen auf Wild Hunt wilde Mucke für wilde Achtziger Partys.

Anspieltipps: Wild Hunt, Lost In The Dark und Apophis VS Ra
Juergen S.
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