Europe Beyond Repair 2018 – Blood Youth am 23.04.2018 im Backstage Club, München

“Hoffnungsträger der Szene“

Eventname: Europe Beyond Repair 2018

Headliner: Blood Youth

Vorband: Oceans Ate Alaska

Ort: Backstage Club, München

Datum: 23.04.2018

Kosten: 17,30 € VVK

Genre: Hardcore, Metalcore, Pop Punk

Veranstalter: Backstage Concerts GmbH

Link: https://www.facebook.com/bloodyouth/

Tourdaten:

17.04 – Amsterdam, Melkweg
18.04 – Hamburg, Headcrash
19.04 – Leipzig, Naumanns Im Felsenkeller
20.04 – Impericon Festival, Wien
21.04 – Impericon Festival, Oberhausen
22.04 – Impericon Festival, Solothurn
23.04 – München, Backstage Club
25.04 – Wiesbaden, Kesselhaus
27.04 – Pop-punk pile up, Selby

Häufig zeigen Bands Tendenzen, wenn es um das sanfte bzw. härtere Gebiet des jeweilig eigenen Genres geht – und manchmal bewegt man sich als Gruppe perfekt in der Mitte. Mit eben genau dieser Mitte machten Blood Youth bereits letztes Jahr als Support Band auf sich aufmerksam, unter anderem bei der Headliner Shows der britischen Kollegen Neck Deep. Nun sind die Briten in Blood Youth zum ersten Mal auf eigener Headliner Tour durch Europa unterwegs, und neben dem ein oder anderen Impericon Festival machen sie dabei auch im kleinen Backstage Club in München halt. Und dieser wird am 23. April zusammen mit Oceans Ate Alaska mit entsprechender Atmosphäre befüllt.

Der Opener bzw. die Vorband Oceans Ate Alaska kommt genauso wie Blood Youth aus England, um genauer zu sein aus Birmingham und dürften zumindest den Meisten hier durchaus ein Begriff sein (nicht zu verwechseln mit Burning Down Alaska, die inzwischen nur noch Alazka heißen). Eine interessante Mischung aus Metalcore mit Progressive Elementen können die Briten auf der Scheibe jedenfalls bereits vorweisen. Das letzte Album Hikari beschäftigt sich mit der japanischen Kultur und spielt ganz geschickt, wenn auch eher im Hintergrund, mit dieser Thematik, und dies sowohl textlich als auch instrumentell. Live muss man jedoch eine leichte Enttäuschung hinnehmen, so zeigt sich Oceans Ate Alaska doch vor allem vom Sound her nicht einwandfrei. Normalerweise würde ich diese Tatsache dem Backstage Club zurechnen, der schon häufiger einen eher schlechteren Sound zu präsentieren hatte. In diesem Fall ist es jedoch nicht mein erstes Konzert von der Gruppe, die bereits während dem Summer Breeze 2017 es nicht schaffte zu überzeugen. Es sind vor allem die Cleans, welche hier deutlich untergehen und ein wenig die Gesamtatmosphäre zerstören. Das Publikum scheint sich dennoch zu freuen, die Briten zu sehen und geht bereits ordentlich mit. Dies liegt wohl vor allem auch daran, dass Oceans Ate Alaska instrumental durchaus wissen, was sie tun und eine sehr interessante Mischung abseits des Norms des Metalcores präsentieren. Nur an der Gesamtperformance müssen sie dabei noch arbeiten.

Und danach ist auch schon Headliner Time: Mit Blood Youth betritt eine britische Gruppe die kleine Bühne des Backstage Clubs, die das Potential besitzt, weitaus größer zu werden in den kommenden Jahren. Denn Blood Youth kombinieren Pop Punk Attitüden, die durchaus an Neck Deep erinnern, mit Hardcore Elementen und schaffen dadurch eine Brücke zwischen zwei Genres. Die Kombination aus aggressiven Riffs und leidenschaftlichen, ja fast schon sanften Vocals berührt, begeistert und überzeugt auf ganzer Linie. Mit einer gewissen Zugänglichkeit präsentieren Blood Youth Song nach Song.

Live zeigen sie dabei vor allem, dass sie eine Band zum Anfassen sind. Sehr natürlich mit viel Spielfreude und Nähe zum Publikum präsentieren sich die Jungs da oben – eine Tatsache, die natürlich im Backstage Club auch noch sehr gut umsetzbar ist. Es ist aber vor allem die Ehrlichkeit zu der Musik an sich und auch zu den Inhalten der Songs, welche Blood Youth live transportieren können, womit man sie nach einer Live Performance noch einmal mit ganz anderen Augen sieht. Ein wenig muss man da vielleicht an Architects denken, die eben nicht nur aus demselben Land kommen, sondern durchaus auf älteren Scheiben einen recht ähnlichen Stil präsentiert hatten. Dass es für Blood Youth eventuell hoch hinaus gehen könnte, zeigt auch die Tatsache, dass sich die Jungs schon bald zusammen mit Stone Sour und Nothing More auf Tour begeben – und wer weiß? Vielleicht kann man hier in ein paar Jahren nur noch Berichte von ausverkauften Shows lesen. Für mich jedenfalls gehören sie durchaus zu den Hoffnungsträgern der Szene.

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