Das Dudefest 2018 am 22.04.2018 im Jubez, Karlsruhe

“Ein schönes Mini Festival!“

Festival: Dudefest 2018

Bands: Converge, Crowbar, Thou, Grave Pleasures, Beehoover, Nyos

Ort: Jubez, Karlsruhe

Datum: 22.04.18 / Beginn 17:30 Uhr, Einlass 17:00 Uhr

Kosten: 34,20 € VVK

Tickets: https://www.dudefest.de/tickets/

Veranstalter: Jubez Karlsruhe

Link: https://www.dudefest.de/dudefest-2018/

In Karlsruhe hat sich ein Festival dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: Statt drei Tage hintereinander die Sau raus zu lassen, wie es bei Festivals nun einmal so üblich ist, verteilen sie das Dudefest 2018 auf drei Tage, womit nicht nur eine Art 3-Gänge-Menü entsteht, sondern auch stets Pausen zum wieder hungrig werden gegeben sind. Im Fokus dieser drei Tage steht aber natürlich die Mitte mit dem eigentlichen Dudefest, welches am 22. April stattfand und so einiges zu bieten hatte.

Am 22. April ist es endlich so weit: Das Dudefest Line-Up mit niemand Geringerem als Converge als Headliner wartet auf die Zuschauer. Das Wetter scheint dem Publikum zumindest halbwegs geneigt, so ist der Regen doch bisher noch ganz gut im Himmel festgehangen. Das Jubez in Karlsruhe füllt sich jedenfalls recht gut an diesem Abend, und so einige diskutieren bereits fleißig über das Dudefest Warm Up, welches einige Tage zuvor stattfand.

Auf der kleinen Bühne wird der Abend von den Bands Nyos und Beehoover eröffnet. Nyos ist eine finnische Band, die erst bzw. vielleicht auch bereits seit 2014 mit ihrer Musik durchaus Hallen in Bewegung versetzt. Hier beim Dudefest scheinen sie dem Großteil des Publikums noch nicht bekannt zu sein – mit recht neugierigen Blicken und bestätigtem Kopfnicken werden sie begleitet. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit Beehoover, die mit interessantem Stoner-Doom auf das Publikum warten – nicht unbedingt das Genre bzw. die Umsetzung für jedermann, doch Beehoover zeigen zumindest eine starke individuelle Ausstrahlung, womit sie einem durchaus im Kopf bleiben. Hier zeigt sich das Publikum auch bereits etwas vertrauter mit der Gruppe, so sind doch Beehoover nicht nur aus Deutschland, sondern sind auch bereits seit 2003 unterwegs.

Auch aus Finnland, mit jedoch einem leicht anderem Set Up, kommt Grave Pleasures daher, die wohl dem anwesenden Publikum nicht allzu fremd sind, wenn man die jeweiligen Reaktionen beobachtet.  Mit düsterem Post Pop-Punk Sound verhüllen sie das Jubez in eine sehr dunkle, aber musikalisch geniale Atmosphäre, und für einen Moment vergisst man da fast schon, dass noch andere Bands auf einen warten. Eine Gruppe, bei der übrigens auch die Musikvideos einen Blick wert sind. Bereits nach diesen drei Bands fühlt man sich ordentlich musikalisch gewappnet bzw. auch mit recht unterschiedlichen Stilausrichtungen beschenkt.

Leicht vertrauter wird das Genrespiel für mich mit der Band Thou, die einen recht soundintensiven Sludge Metal liefern, der sich doch an der einen oder anderen Stelle dem Doom und auch Black Metal bedient und damit so richtig reinzuhauen weiss. Spätestens zu Thou scheint sich das Publikum auch noch einmal verdoppelt zu haben und so langsam richtig warm zu werden. Atmosphärisch schließt Thou direkt an die Vorplayer an, womit eine gewisse angenehme Schwere weiterhin den Raum füllt.

Mit Sludge geht es auch direkt weiter, und zwar mit den quasi Urgesteinen der 90er Jahre: Crowbar, die durchaus wissen, eben dieses Sludge-Typische mit Hardcore zu vermischen und damit an so ziemlich erste Hardcore-Bewegungen zu erinnern. Die Mischung aus dem eher langsameren Sound gepaart mit schnelleren Hardcore-Passagen versetzt die anwesenden Zuschauer durchaus in eine kleine Achterbahnfahrt, die sich wunderbar für Konzerte eignet.

Und Crowbar wärmt damit perfekt für die eigentliche Band des Abends auf: Converge. Die Hardcore Punk-Band aus den Staaten gehören wohl zu den Wegbegründern der Hardcore/Metalcore-Szene und ist damit sowohl Jung als auch Alt bekannt. Im November letzten Jahres gab es mit The Dusk In Us endlich eine neue Platte, und damit zeigten sich Converge so stark wie eh und je. Im perfekten Mix zwischen alt und neu bewegen sie sich durch ihr Set und zeigen noch immer, dass sie nicht den typisch gegenwärtigen Hardcore zu präsentieren haben (auch wenn ich diesen persönlich sehr mag), sondern eben durchaus zu der Gründungsbewegung gehören und das auch in ihrem Sound präsentieren können. Und auch wenn Converge für ihre grandiosen Live Shows eh bereits bekannt sind, so zeigen sie dies auch an diesem Abend, in welchem das Dudefest durchaus seinen Höhepunkt findet. Allgemein gilt eine Tatsache für alle Bands des Abends, nämlich, dass hier sehr individuelle Bands sich zusammengefunden haben, um gemeinsam den Abend mit recht düsteren Atmosphären zu füllen, und dabei hat man als Zuschauer das Gefühl, man würde einen Einblick bekommen in Bands, welche eben nicht auf allen typischen Plattformen sonst so zu finden sind.

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