„Evergrey unterwegs auf rauer und stürmischer See!“

Artist: Evergrey

Herkunft: Göteborg / Schweden

Album: The Atlantic

Genre: Progressiv Metal, (Dark) Power Metal

Spiellänge: 54:02 Minuten

Release: 25.01.2019

Label: AFM Records

Link: http://www.evergrey.net/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Tom S. Englund
Gitarre – Henrik Danhage
Keybord – Rikard Zander
Bass – Johan Niemann
Schlagzeug – Jonas Ekdahl

Tracklist:

  1. A Silent Arc
  2. Weightless
  3. All I Have
  4. A Secret Atlantis
  5. The Tidal
  6. End Of Silence
  7. Currents
  8. Departure
  9. The Beacon
  10. This Ocean

Das mittlerweile elfte Album The Atlantic der schwedischen Progressiv / Power Metaler Evergrey ist am 25.01.2019 bei AFM Records erschienen. Somit hat man die erfolgreiche Arbeit nach den beiden Vorgängeralben Hymns For The Broken und The Storm Within fortgesetzt. Neben der Digipack CD kann man das Album über die Shopseite von AFM als limited Artcover Hardbook (CD+DVD) erwerben. An Vinylversionen sind dort eine limited Gatefold Doppel Vinyl in red (250 Stück) und eine limited Gatefold Doppel Vinyl in clear blue (250 Stück) erhältlich.

Bereits seit 1993 steht die schwedische Band um Frontmann/Songschreiber Tom S. Englund auf der Bühne. Die Schweden gehören für mich persönlich zu einer der unterbewertetsten Bands überhaupt, wobei Evergrey technisch und kompositorisch vielen anderen bekannten Progressiv Metal Bands in Nichts nachstehen. Ich selbst durfte die Band erstmals vor zwei Jahren bei einem Clubgig im Kubana in Siegburg live erleben und habe seitdem Evergrey ganz oben auf meiner Liste.

Auf dem vorliegenden Album untermauern sie erneut, dass sie zu den außergewöhnlichen und innovativen Bands im Progressive Metal Genre gehören.

The Atlantic bildet zugleich den dritten Teil der 2014 mit Hymns For The Broken begonnenen Trilogie über das Abenteuer Leben. „Wie schon auf Hymns For The Broken und dem 2016er-Nachfolger The Storm Within geht es um Ereignisse und Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen durften“, erläutert Tom S. Englund anlässlich der Veröffentlichung des Albums. „Es geht um Beziehungen, um Schönheit und Dunkelheit, um Glück und Trauer, um Liebe, Hass, Verzweiflung, Freude und alles, was damit verbunden ist. Das Leben ist wie eine Reise über den Ozean, auf dem Weg zu fernen Ufern.“

Bei solch einer Aussage passt natürlich der Albumtitel The Atlantic vorzüglich.

Der Opener A Silent Arc ist ein progressiver, recht harter und dunkler siebenminütiger Song, der mit einem Echolot beginnt und uns ideal auf die Reise über den stürmischen Progressiv Atlantik vorbereitet. Diese Reise hat es mit allen ihren Höhen und Tiefen in sich. Wer bereits einmal den Atlantik überquert hat (ja, habe ich bereits) wird verstehen, was ich meine. Der Song hat einfach alles: geniale Gitarrensoli, einen melodiösen Refrain und einen hinwegwehenden Groove.

Im folgenden Weightless bekommen die Keyboards neben den fetten Riffs der Gitarren einen höheren Stellenwert, sodass der Song melodischer und auch ein wenig sphärischer wirkt.

All I Have schlängelt sich dann düster daher, das Tempo wird gedrosselt und die Atmosphäre wirkt bedrückter. Tom S. Englund bringt hier eine super Gesangsleistung. Fast flehend will er das nicht loslassen, was er hat. All I Have stellt einen äußerst tollen Song dar, in dem natürlich ein schönes Gitarrensolo nicht fehlen darf.

Nach diesem großartigen, fast doom berührten Song haut A Secret Atlantis nach einem atmosphärischen Intro gleich in die Vollen. Der Song rast förmlich. Tom S. Englund versucht immer wieder mit seinen Vocals noch einen Gegenpart zu bilden, kann das Rasen des Songs damit jedoch nicht aufhalten. Die instrumentale Fraktion übernimmt weitgehend die Herrschaft über diesen Song, der eine wilde Überfahrt generiert.

The Tidal ist nur ein kurzes Intermezzo, welches uns zwar verschnaufen lässt, jedoch keine Ruhe bringt. Diese vorgegaukelte Ruhe ist mit End Of Silence sofort wieder dahin. Der Song beginnt rockig und groovig, bevor er in die progressive Richtung aufbricht, ohne jedoch den rockigen Charakter zu verlieren.

Der groovige Sound setzt sich bei Currents weiter fort und bleibt sehr energiegeladen. Gegen Ende des Songs lässt er die Energie entfliehen und endet dramatisch atmosphärisch.

Mit Departure kommen wir in ein völlig anderes Gewässer. Hier haben wir einen sehr starken erzählerischen Tiefgang, dem sich neben den Voices alle Instrumente anpassen. Durch die Keys, die dezent eingestreut werden, erhält der Song einen ganz eigenartigen balladenhafen Charakter.

Mit Beginn des Songs The Beacon hören wir das Plätschern des Wassers und eine Stimme aus dem Off, bevor das Schiff regelrecht an Fahrt aufnimmt. Die verstärkt eingesetzten Keyboards geben dem Song einen eigentümlichen Charakter, wobei er sonst sehr rockig, auch in den Voices, gehalten ist. Nochmals richtig hart zur Sache geht es mit dem abschließenden The Ocean. Ein satter Groove und harte Riffs zeigt noch einmal, dass die Fahrt auf den Ozeanen nichts für Weicheier ist.

Evergrey – The Atlantic
Fazit: Evergrey haben mit The Atlantic, dem dritten Teil ihrer mit Hymns For The Broken begonnenen Trilogie über das Abenteuer Leben, einen tollen Abschluss hingelegt. The Atlantic überzeugt mit seinen Wetterlagen (Songs) auf der ganzen Linie. Dabei ist das Album ein Stück härter und düsterer als die beiden Vorgängeralben geworden. Das Album ist mit all seinen rockigen und groovigen Aspekten ein ganz tolles Stück Progressiv Metal mit ungeheurer Power.

Anspieltipps: A Silent Arc
Juergen S.9.4
9.4Gesamtwertung
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