Ex Deo – The Thirteen Years Of Nero

Das historische Projekt von Maurizio Iacono schlägt wieder zu

Artist: Ex Deo

Herkunft: Montreal, Kanada

Album: The Thirteen Years Of Nero

Spiellänge: 48:37 Minuten

Genre: Pagan Metal, Melodic Death Metal

Release: 27.08.2021

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/exdeo

Bandmitglieder:

Gesang – Maurizio Iacono
Gitarre – Stéphane Barbe
Gitarre – Jean-François Dagenais
Bassgitarre – François Mongrain
Keyboard – Jonathan Leduc
Schlagzeug – Oli Beaudoin

Tracklist:

  1. The Fall Of Claudius
  2. Imperator
  3. The Head Of The Snake
  4. Boudicca (Queen Of The Iceni) feat. Brittney Slayes
  5. Britannia: The 9th At Camulodonum
  6. Trial Of The Gods (Intermezzo)
  7. The Fiddle & The Fire
  8. Son Of The Deified
  9. What Artist Dies In Me…
  10. The Revolt Of Galba

Der musikalische Wahl-Römer aus Kanada hat mit seiner historischen Flotte aufs Neue die Messer gewetzt. Die vierte Schlacht The Thirteen Years Of Nero erscheint Ende August und wird abermals vom charismatischen Kataklysm Frontmann Maurizio Iacono als Feldherr angeführt. Die Entwicklung zum Debüt Romulus aus dem Jahre 2008 liegt auf der Hand. Der erste Streich löste verschiedenste Gefühle aus, mir persönlich lag die Scheibe nicht schwer im Magen und der Titeltrack läuft immer noch alle paar Wochen. Zwischen den immer recht üppigen Pausen stimmten auch I, Caligvla und The Immortal Wars zufrieden. Bei den Musikern wird durch die Erfolge bei eben Kataklysm ganz anders hingesehen, als wenn es eine frische Formation wäre. Im Fokus stets und ständig Maurizio Iacono, dessen Vocals jeden Schädel wie ein pfeilschneller Speer durchbohren. Was bringt uns The Thirteen Years Of Nero? Die Message der Thematik wird mit dem Titel direkt gelesen. Die Spannung, wohin die Reise gehen soll, bleibt aus. Nur kommt dadurch die Frage auf, wie setzen Ex Deo die Nero-Geschichte um? Das Abenteuer kommt auf fast 50 Minuten und wird wie die letzten beiden Silberlinge über Napalm Records erscheinen.

The Fall Of Claudius ebnet als anfängliches Intro den Weg. Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus wurde am 15.12.37 geboren und fand in der Flammenhölle von Rom seinen Meister. In 14 Jahren als Herrscher konnte er durch sein Handeln einen dicken Fingerabdruck in der Geschichte hinterlassen, sodass wir jetzt im Jahr 2021 über The Thirteen Years Of Nero sprechen können. Keinesfalls zurückhaltend setzt Maurizio den Helm auf und spricht zu den Menschen aus Rom. Die Lyrics sitzen, die Gesänge krachen und die Dramatik steigt. Der Sprung in melodische Death Metal Bereiche folgt postwendend mit dem Ende des Intros. Donnernde Hufe wühlen den staubigen Boden auf, während die Räder des Pferdewagens tiefe Rillen in den Untergrund ziehen. Die Effekte machen Lust auf mehr und die Doublebase drückt den Magen mit stetigen Kicks in das Innere des sterblichen Körpers. Auf in die Schlacht Herr Imperator – folgt dem Herrscher und küsst den Kopf der Schlange mit The Head Of The Snake. Ein Haar kann man in jeder Suppe finden. Nach den ersten Tracks nimmt die Dramatik etwas ab, was bleibt, sind gute Stücke zum Mitnicken und ein gut aufgelegter Herr Iacono, der zwischen den Kampfhandlungen an den Gitarren zwischen den Zeilen springt. Intensiv und fordernd lebt The Thirteen Years Of Nero von den vielen kleinen Details. Die Arrangements öffnen und schließen ganze Kapitel. Aufgewertet stehen Ex Deo niemals mit dem Rücken zur Wand und haben das Kataklysm Nebenprojekt, wenn man es noch so abstufen möchte, abermals dem Olymp sehr nahegebracht. Treibend, befreiend und tödlich wie jedes Manifest, das auf Brot und Spiele aufgebaut wurde, lassen die Musiker den Hörer von der Meute durch Rom jagen. Höhepunkte gibt es unter anderem mit Boudicca (Queen Of The Iceni) feat. Brittney Slayes. Nero ist einer der umstrittensten Kaiser der römischen Geschichte und Ex Deo fangen es unverblümt auf dem Langeisen ein. Während antike Autoren ihm durchaus positive Seiten abgewannen, überwog schon bald nach seinem Tod die Ablehnung der Politik und insbesondere der Persönlichkeit Neros. Zwiegespalten wie die Zunge einer Schlange soll Nero bei uns im Kopf bleiben. Brittney Slayes setzt mit ihrem Gesang auf den gerade als Letztes genannten Titel Boudicca (Queen Of The Iceni) weitere Ear-Catcher. Gut, aber auch gut genug? Den Anspruch erfüllen die Kanadier ohne Frage und bleiben ihrem Stiefel treu. Das unweigerliche Ende zieht mit Son Of The Deified auf und lässt What Artist Dies In Me… wirken. The Revolt Of Galba bringt das tödliche Finale in einem soliden, mit kleinen Höhepunkten gespicktem geschichtlichen Metal Ritt durch die ersten Jahre nach Jesu Geburt.

Ex Deo – The Thirteen Years Of Nero
Fazit
Mich sprechen Ex Deo schnell an. Erst einmal kommen die Arrangements gut an, zweitens agieren die Künstler noch entschlossener und suchen den Weg in die Tiefe. Wo am Anfang noch brüllende Schlachtgeschreie standen, lebt The Thirteen Years Of Nero von einer breiten Palette von Spielereien und Einflüssen. Großer Nachteil: Mal eben nebenbei hört man die zehn Stücke nicht. Komplex, auffordernd soll der Konsument die Songs förmlich aus den Boxen ziehen, um zu verstehen, welche Message Nero und Ex Deo 2021 für uns haben. Die Erwartung war hoch und wurde nicht enttäuscht. 

Anspieltipps: Imperator und What Artist Dies In Me…
René W.
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