Forgotten Tomb – Nihilistic Estrangement

Zurück zu neuen Pfaden

Artist: Forgotten Tomb

Herkunft: Piacenza, Italien

Album: Nihilistic Estrangement

Spiellänge: 41:22 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 07.05.2020

Label: Agonia Records

Link: https://www.agoniarecords.com

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre und Keyboard  – Ferdinando „Herr Morbid“ Marchisio
Bassgitarre – Algol
Schlagzeug – Asher

Tracklist:

1. Active Shooter
2. Iris‘ House Pt. I
3. Iris‘ House Pt. II
4. District³
5. Nihilistic Estrangement
6. RBMK

Forgotten Tomb releasten am 07.05.2020 mit Nihilistic Estrangement ihr mittlerweile zehntes Album. Da die Band ihre Alben bisher immer in einem Dreier-Rhythmus veröffentlicht hat, stellt dieses Release wahrscheinlich wieder den Anfang einer Trilogie dar. Es bleibt spannend, welche Wege die Band mit diesem Zyklus gehen wird. Für das Soundbild hat die Band auf Vintage-Mikrofone aus den 60er/70er Jahre und alte Instrumente zurückgegriffen. Dies ist eine Gegenbewegung zu aktuellen Szenetrends, in denen auf glattpolierte Produktionstechniken gesetzt wird. Damit bleiben sie ihrem Credo treu, dass sie sich nicht anpassen, und versuchen dabei wieder an ihre erfolgreichen alten Zeiten anzuknüpfen. Obwohl sie als eine der Gründungsbands des Depressive Black Metals gelten, hat sich ihr Stil in den letzten Jahren immer weiter in Richtung Doom Metal und Stoner Rock entwickelt. Das neue Release soll nun einen Einblick in die gesamte Diskografie der Band gewähren. Nach eigenen Aussagen wird es textlich auch wieder düsterer, da es von „mentaler Entfremdung von der modernen Welt“ handelt.

Musikalisch klingt die erste Hälfte des Albums aber eher wie eine Fortführung der letzten Alben. Es wird eine Mischung aus depressivem Black Metal und düsterem Doom geboten. Dabei wird eher auf Altbewährtes vertraut, statt Experimente einzugehen. Dafür, dass sie einen neuen Albumzyklus eingeläutet haben, ist das etwas unspektakulär. Die Songs sind in auffällig ähnlichen Tempi gespielt und dümpeln in unspektakulärem Midtempo vor sich her.

Die zweite Hälfte des Albums wird dagegen spannender. Es ist grooviger und hat auch durchaus eingängige Melodien parat. Die Songs bieten mehr zu entdecken und schaffen es hin und wieder auch einen Spannungsbogen aufzubauen. Sie bilden die verschiedenen Facetten der Band ab, klingen differenziert und weisen Einflüsse von Old School Black Metal bis hin zu Stoner Rock auf. Auf dem Titeltrack des Albums zeigt die Band wieder ihre emotionale Seite und beweist, dass sie den Sound, mit dem sie ein ganzes Genre geprägt hat, immer noch beherrscht.

Wenn Forgotten Tomb mit diesem Album wieder mal eine Trilogie anstoßen, bleibt zu hoffen, dass sich die beiden Folgealben eher an der zweiten Albumhälfte von Nihilistic Estrangement orientieren. Man erwartet von der Band nicht, dass sie mit ihrer Musik das Rad neu erfindet, aber wenn man weiß, wozu sie im Stande ist, ist man von mittelmäßigen uninspirierten Metalsongs etwas enttäuscht.

Forgotten Tomb – Nihilistic Estrangement
Fazit
Forgotten Tomb gelingt es mit diesem Album leider nicht, an alte Erfolge anzuknöpfen. Obwohl die Band an manchen Stellen zeigt, dass sie immer noch spannende Musik schreiben kann, bleibt es auf lange Strecken zu ideenlos und einseitig. br>
Anspieltipp: Nihilistic Estrangement
Fabian O.
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