Forty Shades – Blackstar Diamond

“Schwächelt leider in der zweiten Hälfte“

Artist: Forty Shades

Herkunft: Deutschland + Schweiz

Album: Blackstar Diamond

Spiellänge: 42:01 Minuten

Genre: Progressive Metal, Power Metal

Release: 27.04.2018

Label: 7hard

Link: https://www.facebook.com/fortyshadesmusic/

Produktion: von Kohle Kohlmannslehner

Bandmitglieder:

Gesang – Tosse Basler
Gitarre – Lukas Mielniczuk
Gitarre – Raphael Crivelli
Keyboard/Piano – Tobias Gut
Schlagzeug – Christain Wittwer

Tracklist:

  1. God And The Idol
  2. Blackstar Diamond
  3. Slave To Your Hate
  4. Dichotomie
  5. Downfall Of A Paradigm
  6. Harvest
  7. The Ultimate Combat
  8. Absurd
  9. Idol Worship
  10. The Veil
  11. Snowball

 

Bei der deutschen Band Crematory, die ja eher im Gothic Metal anzusiedeln ist, ist Tosse Basler für Gitarre und die zweite Stimme neben dem dortigen Sänger Felix zuständig. Bei Forty Shades, seinem „Soloprojekt“ neben Crematory darf er sich allein dem Gesang widmen und hat das auch schon auf dem Debütalbum Camera Silens aus dem Jahr 2015 wunderbar getan. Jetzt kommt mit Blackstar Diamond am 27.04. wiederum über 7hard der Nachfolger auf den Markt. Es handelt sich wohl um ein Konzeptalbum, d. h. mit den elf Tracks, die insgesamt auf eine Spielzeit von ungefähr 42 Minuten kommen, wird eine Geschichte erzählt, die wohl weit in einer relativ düsteren Zukunft spielt. Wissenschaftler entdecken dort einen Planeten, der eine Million Mal härter ist als alle Steine auf der Erde, und der eben als Blackstar Diamond bezeichnet wird. Ich dürfte ja mittlerweile bekannt dafür sein, dass ich mit Konzeptalben wenig bis gar nichts anfangen kann, weil für mich nach wie vor die Musik das wichtigste ist und Kopfkino so oder so entstehen sollte. Aber mal sehen, wie Forty Shades an die Sache rangehen…

Mit God And The Idol erschrecken mich Forty Shades zunächst mal ein wenig, denn bei diesem ziemlich theatralisch gehaltenen Track befürchte ich fast, dass sich das über das gesamte Album so hinziehen wird. Fehlt eigentlich nur noch eine Erzählstimme! 😀 Aber gleich mit dem jetzt schon anstehenden Titeltrack Blackstar Diamond liefern Forty Shades einen Midtempo-Track mit einem wunderbaren Chorus und einer grandiosen Arbeit der Instrumentenfraktion.

Auch wenn die erste Hälfte des Albums überwiegend im Midtempo angesiedelt ist, und nur im immer so wahnsinnig eingängigen und sich ins Hirn fräsenden (Pre-)Chorus das Tempo angezogen wird – wie bei God And The Idol oder Dichotomie – gibt es mit Slave To Your Hate, Downfall Of A Paradigm oder The Ultimate Combat auch Uptempo-Tracks, die aber ebenfalls gern mit Rhythmus- und Tempowechseln spielen. So variantenreich lassen Forty Shades zunächst mal keine Langeweile aufkommen, und die Story ist bei mir sowieso schon zur Nebensache geworden, denn das ist überaus unterhaltsam, und die Liste meiner Anspieltipps wird zunächst mal immer länger.

So was wie eine (Power-)Ballade ist natürlich unausweichlich, hier kommt sie gleich fünf (!!) Mal, nämlich mit Harvest, Absurd, Idol Worship, The Veil und Snowball. Ob das mit der Geschichte zu tun hat, dass wirklich die letzten Tracks – bis auf The Ultimate Combat – nun alle so getragen sind, kann ich mir nur denken, finde ich aber ziemlich schade. Es mag ja Balladenfans geben, ich gehöre überhaupt nicht dazu, aber fünf dermaßen getragene Tracks hintereinander lassen die zweite Hälfte des Albums doch ziemlich langatmig werden.

Ich kann mich nur wiederholen, Tosse Basler ist ein toller Sänger, und die vier Jungs, die er da um sich herum versammelt hat, stehen ihm an ihren Instrumenten in nichts nach. Da kann man auch nach diversen Hördurchläufen, die es bei mir allein schon für dieses Review gab, immer noch kleine Kunstgriffe entdecken, die im allgemeinen Klangvolumen durchaus auch mal untergehen mögen. Aber das im vorherigen Absatz geschriebene gilt halt leider auch.

Zum ersten Song des Albums, God And The Idol, gibt es hier das Video:

Fazit: Als ich Crematory beim letztjährigen Castle Rock live erleben durfte, hat mich Tosse Basler schon am meisten von allen geflasht, und hier bei Forty Shades darf er sich dann endlich mal richtig präsentieren. Der Hörgenuss bei diesem Album wird für mich allerdings tatsächlich dadurch getrübt, dass es in der zweiten Hälfte (fast) nur noch Downtempo-Songs, um nicht zu sagen Balladen, zu hören gibt. Auch wenn das der Story geschuldet sein mag, dem Album tut es meiner Meinung nach nicht gut.

Anspieltipps: Blackstar Diamond, Dichotomie, Downfall Of A Paradigm
Heike L.
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